Mörtel, Zement, Kalk, Fugen, Sand

04.06.2006


Hallo zusammen,

ich habe ein altes Feldsteinhaus gekauft und möchte die Steine der Fassade (aussen) sauber verfugen. Der Vorbesitzer hat leider mit vielen Materialien gearbietet, die ich wieder abtragen muss. Ich wollte es so machen: Reste aus Fugen entfernen, feucht anspritzen mit Besen oder Schlauch, danach Zement/Sand 1/4 reinschmieren und mit nassem Besen glattziehen. Kann man das so machen oder gibt es Spezialmörtel?

Danke und Gruß

Oliver Plick



Wikipedia sei Dank



Der Kalkmörtel ist als Baustoff eine Mischung aus gebranntem Kalk und Sand unter möglicher Beimischung von Zement oder Gips und wird je nach Zusammensetzung in verschiedene Mörtelgruppen (MG) eingeteilt.

Die Bezeichnung "Kalkmörtel" bezieht sich also nicht auf einen Bestandteil des Werkstoffs, denn dieser enthält kein (bzw. kaum) Kalk (CaCO3), sondern gebrannten Kalk (CaO). Weiterhin wird als Kalkmörtel auch der zur Verarbeitung mit Wasser versetzte Werkstoff bezeichnet, der das Reaktionsprodukt aus dem gebranntem Kalk mit Wasser enthält, den gelöschten Kalk.

Nach Auftragen des breiigen, mit Wasser vesetzten Mörtel, bindet er allmählich ab. Das Kalziumhydroxid (Ca(0H)2) geht dabei mit Kohlenstoffdioxid (CO2) der Luft zu Kalk über:

CO2 + Ca(0H)2 --> CaCO3 + H2O

Der vollständige Abschluss dieses Prozesses kann sehr viele Jahre dauern. Er kann durch Erhöhung der Kohlenstoffdioxidkonzentration in der Umgebungsluft und Wärme beschleunigt werden. Beides erreicht man beispielsweise durch glühende Kohle oder Koks in der Umgebung des Mörtels.

Die sich bildenden Kalkkristalle binden die Sandkomponente, so dass der Mörtel einen harten, zusammenhängenden Feststoff bildet.

Kalkmörtel ist weniger druckfest als die herkömmlichen Wassermörtel (z. B. die zementgebundenen Mörtel) und eignet sich daher nur dort zum Mauern, wo keine hohe Druckfestigkeit erwartet wird. Kalkmörtel wirken jedoch gut feuchtigkeitsregulierend und können daher für Innenputze eingesetzt werden.

In der Regel sind die im Handel angebotenen Kalkzementputze bestens geeignet, um ein großes Spektrum für die allgemeinen Bedürfnisse im Bau abzudecken. Wer jedoch den Mörtel selbst mischen will, sollte auf saubere Zutaten achten, da sich der miteingemischte Schmutz negativ auswirken kann. Die Anteile für einen Standard-Kalkmörtel MG2 sind 1:2:6 (1= Zement; 2= gebrannter Kalk; 6= Sand).
[Bearbeiten]

Mörtelgruppen

* MG 1 - Kalkmörtel (Gemisch aus Sand und gebranntem Kalk)
* MG 2 - Kalkzementmörtel (Gemisch aus Sand, gebranntem Kalk und Zement)
* MG 3 - Zementmörtel (Gemisch aus Sand und Zement)
* MG 4 - Gipsmörtel (Gemisch aus Sand und Gips)


Und bei deinem Fall würde ich folgende Rezeptur anwenden: 12 Teile Sand, 2 Teile Kalk, 1 Teil Trasszement

Das ist ein weicher, ausblühungsarmer Mörtel.
Deine Einbringmethode ist OK. Es gibt auch Fugeisen, mit denen man den Erdfeuchteren Mörtel in die Fugen Drücken und Glätten kann. Je nach Designwunsch der Fugenoberfläche.....

Viel Erfolg



Wiki sei dank!



dieser theoretische Abhandlung a la Wiki würde ich nicht nachbeten!
Altes Zeug runter - Staubfreiheit sorgen (mit Schlauch und Besen - sehr gut)
und dann mit reinen Kalkmörtel weiterarbeiten.
Da gibts mehrere Anbieter auf dem Markt -sichtig dabei: Volldeklaration und vor allem keinerlei Zementanteile drinnen - das Zeug ist genau so unnütz wie das Glutamat oder andere Geschmacksverstärker im Essen!
Wenn Firmen keinen gescheiten Kalkputz herbekommen (weil sie das Meiste falsch machen) dann pampen sie Zement (nicht nur den) mit rein und dann bappt er schon an der Wand!
Allerdings hat man dich mit dem tollen Zement-Trick aller guten und positiven Eigenschaften des Kalkes entledigt!
Und das AllerweltsZaubermittel: Trass bitte nur dann verwenden, wenn man es wirklich braucht und nicht immer da wo ein Tröpfchen Wasser hinkommt gleich mit TRASS arbeiten ... das ist wie mit dem Landrover in der Stadt zum eEinkaufen fahren: mag imposant ausschauen, aber wirklich hilfreich ist es nicht - eher hinderlich ...

Kein Zement, kein Trass ...
les mal bei www.solubel.de nach - evtl gibts da Infos, die dir weiter helfen!

FK



Nachfrage @Arch. Florian Kurz



Welcher Schaden würde mit meiner Fugmörtelrezeptur an den Feldsteinen entstehen?
Ich meine nicht könnte eventuell, wenn die Donau 1,5 Tage vor Vollmond überläuft...... sondern wird mein Mörtel den Bauwerksuntergang provozieren? Ja oder Nein?

Würden diese Schäden keinesfalls mit dem von Ihnen empfohlenen Industrieprodukt entstehen? Ja oder nein?



ja oder nein



wird mein Mörtel den Bauwerksuntergang provozieren?
Die Starrheit der Mörtelfuge und die Tatsache, dass Zementmörtel keine Feuchte transportieren kann wird eine Schädigung der Fugen über die Zeit beschleunigen!

Würden diese Schäden keinesfalls mit dem von Ihnen empfohlenen Industrieprodukt entstehen?
Ich habe kein "Industrieprodukt" empfohlen- nur geschrieben, dass man die Seiten lesen könnte!

Am besten wäre natürlich, Proben von dem alten Kalkmörtel zu nehmen, diese analysieren lassen udn den alten Mörtel "nachzubauen" oder nachbauen zu lassen - und damit dann die Fugen zu bearbeiten!
Die nächst bessere Form wäre ...

Ich wiederhole mich!

gutes Gelingen

FK



Rhetorik



Mit freundlichem Verlaub, Ihre Antwort ist geschickt ausweichend. Meine Mörtelrezeptur enthält 1/15 Trasszement (davon sind 40% Trass). Das ist keinesfalls ein starrer Mörtel. Selbst wenn es ein Zementmörtel wäre, dann tranportierte er sehr wohl Feuchtigkeit. Ein reiner Zementmörtel ist nicht aufgrund des Zementgehalt wasserabweisend.

Wenn Sie die Seiten von "Solubel" zum Lesen empfehlen, dann mit Sicherheit nicht deswegen, daß der gemeine Leser darin erfährt, wie er definitiv ohne den Kauf der Solubel Produkte glücklich werden könnte. Das ist auch nicht weiter schlimm, da der Ursprungsfragesteller nach Spezialmörteln gefragt hatte.

Mir gehts einfach darum, daß ich geklärt wissen will, daß die "12 zu 2 zu 1 Rezeptur" weich und unschädlich ist. Also das Gegenteil Ihrer Behauptung, daß er hart und schädlich sei. Es kann nicht sein, daß gegen Alles und Jedes ein bißchen Rhetorik gesetzt wird und dann eine vermeintlich bessere Variante der Industrie dagegen gesetzt wird.

Wir alle wissen, daß die auch nicht Zaubern können. Da werden uralte Rezepturen einfach mit viel Marketing - Gezeter unters Volk gebracht. Und warum? Weil es doch so einfach ist sich ein Volk von Zitat "Industrieproduktabhängigkeitenmechaniker" zu erziehen.

Unsicherheit provozieren und Sicherheit in Tüten anbieten. Ein lohnendes Geschäft.



Rhetorik



ist nicht mein Fach!

Was Sie anscheinend brauchen ist eine 12:2:1 - Absolution ...
Die bekommen Sie von mir nicht!

Das mit dem Rezepten ist so ne Sache!
Es gibt führende Kalkputzhersteller mit grossen Laboren, die eine "perfekte" Rezeptur anbieten und 1000 %ige Sieblinien bedienen können und alles Mikrogramm genau zusammentüten ... gute Handwerker können trotzdem nichts mit dem "Glump" anfangen, weils nichts ist!

wie er definitiv ohne den Kauf der Solubel Produkte glücklich werden könnte.
Sie müssen weg von dem Denken, dass es für alles ein Rezept gibt!
Ein guter Mörtel ist FRÜHER von den Leuten vom Bau vor Ort mit den Sanden und dem Kalk der dort verfügbar war zusammengemacht worden, je nach Witterung und Sand udn so weiter immer unterschiedlich.
Jetzt will man anscheinend immer so Rezepte haben, damit es jeder Esel nachmachen kann ... und diese bekommen dann eine Rezeptur an die Hand und basteln sich danach IHREN Kalkmörtel: Ach es ist alles doch sooooo einfach!
Die jahrelange Erfahrung von Handwerkern ist mit einem DIN-Entwurf oder einem ForenThread vom Tisch und man kann endlich handwerkerfrei arbeiten. Das hätten gerne alle User des Webs! und verhalten sich auch danach!
Frage - Antwort - Ergebnis! Modernes Management! Low cost information!
Dazu ein BWL-Unternehmensberaterspruch: " Wer nur Peanuts zahlen will - braucht sich nicht zu wundern, wenn er mit Affen arbeiten muss!"
Die "Industrie" von der ich rede hat ALLES in der Hand!
Lesen Sie mal die DIN Seiten im Internet durch und schaun Sie sich die Realität diesbezüglich dazu auf den Baustellen an! Nur Streit, Geldabzocke, Volksverarsche und 4 jährige Gewährleistung und allgemeines Bessergewisse!
Dies Überkanditelung der technisch wissenschaftlichen und industrialisierten Vorgaben - anstatt sich von Handwerkern was sagen zu lassen, glaubt man eher irgendwelchen welt - und realitätsfernen Professoren und deren Tabellen und Werten!
Hab ich alles auch schon gemacht/geglaubt - mach ich aber nicht mehr!

.. und wenn Sie mal nach Nürnberg kommen mögen , fahr ich sie persönlcih zum Großindustireunternehmen Solubel! Versprochen!

Zitat eines "Handwerkers" zu einem Sandhaufen, der ihm von der Fa. G.xy vorgestellt wurde, als Ausgangsprodukt der gesamten Produktion:" Mit dem Schrott würde ich nicht einmal im Winter vor meinem Haus den vereisten Gehweg streuen - geschweige denn eine Putz anmachen!"

Wenn Sie persönlich guten Mörtel anmachen können und die Gabe haben - oder die lange Erfahrung - welcher Sand in welcher Zusammensetzung der Richtige ist - Glückwunsch! Dann muß man nur noch ein paar Jährchen warten bis man sagen kann: Das war der richtige!

Allerdings hat die Sache eine Haken!
Welcher Handwerker hat noch genügend Erfahrung! (das gilt aber für die allermeisten Gebiete)

Frohes Kalkputzselbermischen!

FK



Vielleicht wissen andere mehr



Gibt es in diesem Forum noch mehr Menschen, wie Herr Kurz, die der Meinung sind, daß ein 12zu2zu1 Mörtel (also nur 6% Trasszement und 12 % Kalk !!!) ein starrer, fester Zementmörtel sei und die Feldsteine schädige?



Lokales



Hallo Herr Kurz, wenn Sie mich als Nürnberger in Nürnberg zu Ihren Freunden von Solubel / Nürnberg fahren, dann fahr ich Sie, wenn Sie nach Siegen kommen zu meinen Freunden der Krombacher Brauerei....

In der Nähe (4 km) gibt es eine unbekannte Mini -Privatbrauerei, ILSEN BRÄU -Urtrüb-, das Bier schmeckt noch besser.
Das Label ist nur nicht so gestylt. Das Braustübchen ist sehr heimelig. Der Bauer hat statt einem Labor einen Vorratskeller. Dort lagert leckerer Schinken und Käse aus ganz Europa.

Ich persönlich würde lieber "urtrüb" trinken wollen. Prost!



Lokal



trauen Sie sich doch - Wie werden überrascht sein!
Gerade so Großindustrielle wie die "Solubels" ...
Na Sie werden sehen, wenn Sie wollen!
danach gehen wir zu Fuß zur
Brauerei Wiethaler
Welserplatz 6/7
91207 Neunhof
Seit 1498

Ich würde glaub ich auch nicht das Krombacher trinken sondern beim Kleinen bleiben!

frohes Schaffen

FK

"die Feldsteine schädige" habe ich nicht geschrieben!
"wird eine Schädigung der Fugen über die Zeit beschleunigen"die Fugen!!!
Nichts verwelchsern!



Sie haben recht ....



Zitat:
die Feldsteine schädige" habe ich nicht geschrieben!
"wird eine Schädigung der Fugen über die Zeit beschleunigen"die Fugen!!!


Mit anderen Worten: Sie meinen, daß mein weicher kalkhaltiger Fugenmörtel schneller kaputt geht (als was????).
Dieser Umstand wäre in unserem Leben nicht beweisbar.

Wenn man das so schreibt, dann ist das etwas komplett anderes, als wenn man schreibt "wird eine Schädigung der Fugen über die Zeit beschleunigen".
Durch die Wortwahl wird das entprechende Bild in den Köpfen projeziert.

Ich bin darauf reingefallen. Wie vermutlich viele Leser.

Sie wollten einfach nur sagen: Die Fuge vom Herrn Werthebach hält nicht so lange. Die Rezeptur ist zu simpel. Schau mal bei Solubel nach. Die habens drauf .... Das Gerhirn ergänzt: Das Zeug hält länger.
Auch das wäre möglich.

Versöhnliches zur Sache: Es geht nur um einen Fugmörtel und keinen Außenputz.
Wir wissen von der Fuge gar nichts (außer, daß da verschiedentlich rumgebastelt wurde). Wie breit, Wie tief, wieviel Menge, wieviel Regen, Wieviel Grundwasser, welche Farbe, welches Korn, wie lang solls halten, wie teuer darfs werden....
Welcher Anspruch wird von Herrn Plick an seine Fuge gestellt?



Philosophisches!



Sie schreiben:
"Durch die Wortwahl wird das entprechende Bild in den Köpfen projeziert"
Sie meinen: durch meine Wortwahl lasse ICH ein Bild bei Ihnen entstehen!?

Dem ist m.E.nicht so. Denn alles was man liest, sieht etc. wird durch eine selbst aufgenommen und das eigene "Selbst" macht daraus ein Bild. Es ist immer ein "Selbstergebnis" ... entweder Wunsch oder Haß oder Unsicherheit oder Abhängigkeit oder Traum oder irgend ein Ergebnis aus den eigenen Erfahrungen!
Kommunikation ist immer 2Seitig -Sender und Empfänger und nie wird das empfangen was vom Sender gesendet wird - immer ist eine "Verschiebung" des Gehaltes von statten gegangen - manchmal mehr manchmal weniger!

Ich meine nicht, dass Ihr Mörtel zu weich ist sondern duch den Zement oder den Trass zu hart und spröde wird, keine Haftung zu den Steinen aufbauen kann - in sich zu hart ist und mdZ abschert und als Schicht dazwischen Feuchte aufnimmt und dann bei Frost aufsprengen kann ... oder gar ausgewaschen wird ...
Schauen Sie sich "sanierte" Fugen an die mit zementhaltigen Pampen vergewaltigt wurden ... manmal kann man die Fugenfüllungen aus dem mürbe gewordenen Untergrund einfach herausnehmen - von aussen schauts intakt aus aber den Sinn erfüllen die Fugen nicht mehr...

MFG

FK



@Herr Kurz



Philosophie hat etwas mit Weisheit zu tun. Wir reden hier über Psychologie. Ich denke, daß sich jeder damit einmal beschäftigt hat und unsere Kommentare abwägen wird.

Zurück zum Wesentlichen, die Fuge:
Mir ist´s so wurscht wie´s den Nürnberger Schweinswürschterln wurscht is, was irgendwann mal irgendwo mit Zement ein Problem war. Das lenkt alles ab.

Eine Fuge, wie ich sie für Herrn Plick beschrieben habe ist und bleibt für sein Vorhaben hinreichend ausreichend.

6% Zement schädigt da nix, wovor gewarnt werden müsste! 6% Zement ist auch kein Fugenharakiri!

Was würden Sie sagen Herr Kurz, wenn wir nur den gewaschenen Rheinsand nehmen und Kalk?
0% = Kein Trasszement dabei geben.
Ist die Fuge Zementfrei und Kalkhaltig genug?

Wäre das eine geeignete Fuge für Herrn Plick?



Ob Psycho oder Philo



Die Logie und die Sophie sind immer gleich!
Nix Zement - nix Problem!
Kalk und Sand - hat Bestand!
Keine 6%, nicht 5% und auch nicht die so oft erwähnten ? 5%!

Aber mischen Sie ruhig Zement mit rein - mir persönlich macht das nichts!
Meine Fugen bekommen keinen Zement!

mfG

FK



Ich bin nicht ganz glücklich



weil ich mir von den Beiträgen erhofft hatte, daß mir endlich mal jemand erklärt was in einem gewöhnlichen Sack "Anneliese Kalk" alles drin ist und wie die Bestandteile wirken.
Gleiche Aufklärung hätte ich mir über den Trasszement erhofft.

Ich gebs zu:

Die Beruf- und Meisterschule ist doch lange her und wenige Menschen fragen heute so detailiert.

Ich hatte mir erhofft, daß mir jemand sagt welche Wirkung Zement in prozuentaler Zunahme im Gesamtgefüge für Auswirkungen auf Härte, Feuchtetransport, Haltbarkeit bei Dauernässe (im Erdreich) und Normalbefeuchtung (1m über Boden), usw. hat. Gleiches gilt umgekehrt für den Kalk.

Diese Erklärungen ohne Fachchinesisch und andere Ablenkungsgeschichten wären Super hilfreich für das Grundverständnis der Kalk und Zementapostel.

Ich glaube nämlich kaum, daß z.B. der Mörtel einer Außentreppe, der nur aus Sand und Kalk besteht, eine höhere und längere Haltbarkeit hat als der Zementmörtel. Gleichzeitig weiß ich aber auch, daß für alles was "grau aussehen soll" auch wirklich eben kein Zement benötigt wird.

Meine Rezeptur entspringt der Erfahrung unserer pensionierten Altgesellen. "Kalk macht Mörtel weich und plastisch, Zement dazu, dann klebt´s fantastisch"

Und da hat der Herr Kurz recht: Da ist viel Bauch mit im Spiel. Falsches konnte mir aber in meinen Beiträgen, trotz Industrie im Hintergrund, nicht bewiesen werden.

Wenn es also jemanden im Forum gibt, der uns allen das Verhältnis von Kalk und Zement verständlich und Bildhaft erklären kann, dann wäre uns allen sehr geholfen.

Ich freu mich darauf, daß mein Wissen aufgefrischt wird.





Liebe Experten,
vielen vielen Dank für die rege Diskussion. Ich hatte nun wirklich keine Ahnung, was ich da auslösen würde. Ich weiss nur, dass auf der Fassade viel Pfusch getrieben wurde. Und dass ich in meiner Jugend einmal selbst über Pfusch verfügt habe, und der Mörtel nun am Boden liegt. Genau wie das Zeug rund um mein Haus.

Vielleicht habe ich mich auch falsch ausgedrückt. Es geht um die Fassade aussen, die auch der Strasse und dem Wetter zugeneigt ist. Bisweilen ist es ein Tierparadies, es nisten jede Menge Spatzen und Hummeln darin. Wie auch immer: Anbei ein Link zu zwei Bildern, und die sagen mehr als 1.000 Worte.
http://www.plick.de/fassade/

Vorsicht, die Seite lädt ein wenig. Bei Interesse lade ich noch ein Bild von dem hoch, was ich gerne hätte. Das ist aber im ersten Schritt verwirrend. Ich sage auch nicht, was ich bislang über Kalk und Zement dachte. Ich glaub nach der Lektüre dies Forums, dass ich wirklich keinen Plan davon habe. Aber draufschaffen kann ich es bestimmt.

Ich freue mich über Ihre Kommentare!

Herzlichen Dank einstweilen!

LG

Oliver Plick



Glückwunsch



Vom Prinzip her eine pflegeleichte Fassade mit NABU Charakter. Verschandeln ist schwierig. .-)

Fugen mit Zimmermannshammer gute 2-3 cm Tiefe aushauen. Überflüssigen Mörtel auf den Steinen entfernen. Überbleibsel ggf. im Strahlverfahren (JOS oder Niederdruck) ablösen.

Fugen ausblasen/fegen. Fugen vor nässen und Mörtel erdfeucht einbringen.

Für Rechtshänder: 160er Kelle in linker Hand mit Mörtelhäufchen parallel zur Fuge führen, rechte Hand führt meinetwegen das 20er FugeisenGlätten mit Fugeisen und drückt den Mörtel in die Fugen.

Die Fugenoberfläche wird mit Schlauch oder kleinem Ball glättend nachgefahren.

Welcher Mörtel? Fotos an Solubel schicken und Vorschlag machen lassen. Die ganze Aufmachung von dem Unternehmen ist schon Vertrauen erweckend. Die wissen was sie machen. Und wenn die den Mörtel schicken, dann stehts auch nochmal bunt auf den Säcken.

Grundsätzlich glaube ich, daß bei Ihrem Haus nicht der Mörtel an für sich das Problem ist, sondern die Lust es schön ein zu bringen.

Dafür wünsche ich Ihnen viel Lust, Helfer und Eifer.

Im übrigen: Die Sprüche auf Ihrer Website sind nett.

Gruß aus dem Siegerland



Habe das Bild gesehen



und mir graut davon - ich denke auch dass es der Fassade so geht!
Beim ersten Bild sieht man die Zementpampe, die grau die Zähne zeigt und an den Rändern schon leichte Ablösungen zu den Bruchsteinen und dem darunterliegenden Mörtel!
Die Wunschfassade schaut zwar ordentlich aus verstärkt aber das was Sie jetzt schon haben!
Der Vorschlag mit dem Fugeneisen zu arbeiten ist bei dem unregelmässigen Fugenbild schwierig - aber wenn Sie damit fertig sind, sind Sie Profi!
Die Fuge nicht zu sehr "glätten", da es die Oberfläche zu sehr dicht macht!
Der sonstige Aufbau oder der Ablauf der Aarbeiten ist gut beschrieben - evtl die Fugen nicht zu tief auskratzen - es langt alle lockeren Teile und den Zement zu entfernen.
Es ist auch nicht schlimm, wenn die Wand mal bewittert wird - Sie käönnen siech auch Zeit lassen mit den Arbeiten - nicht bei sengender Sonne und bei zugigem Wind arbeiten - nicht zu schnell trocken lassen ...
Evtl die Fassade noch mit essigsaurer Tonerde vorbehandeln ... und dann drauf und rein mit dem Mörtel .... schauen wie die Zusammensetzung ist und dann ....

@"Kalk macht Mörtel weich und plastisch, Zement dazu, dann klebt´s fantastisch"
Das sind die Werbesprüche der Zementindustrie, die den Handwerker eingegangen sind!
Man kann schneller arbeiten und muss nicht mehr daran denken wie man eine optimale Verarbeitung mit dem Kalk hinbekommt - Bewuemlichkeit ist der Tod der Qualität!
Sämtliche modernen Putze sind: SchnellSchnell Putze - NixdenkNixkümmermussPutze- Das Ergebnis sieht man allerorten - Leider

Den Zement verwendet man in dem Umfang baugeschichtlich noch nicht sehr lange ... und Kalk und Kalkprodukte werden weltweit siet Jahrtausenden störungsfrei verwendet .. die Griechen ... die Ägypter ... die Chinesen ... die Römer .... Kirchen, Kapitole, Bäderanlagen, Aquädukte usw. Alles ist voll davon - aber mit so einem langlebigen Produkt macht man keinen Reibach und nur der Handwerker verdient damit was - jetzt ist es so, dass die Industrie das Geld macht und der Handwerker, der mittlerweile von denen abhängig ist, den Kopf hinhalten muss - Produkthaftungsgesetzt ist VVA

Jede Art von Zement, "Verfestigern" , "Verpraktischerern" etc. macht aus dem Kalkputz: Schrott...
Hört sich zwar blöd an - ist aber so ...

Ich will ja nicht behaupten, dass der "der Erfahrung unserer pensionierten Altgesellen" kein Glauben geschenkt werden darf: es ist sicherlich eine "Erleichterung" wenn der Mrtel schneller klebt und "einfacher" zu bearbeiten ist- aber was man auf lange Sicht für einen Preis dafür zahlt ... sieht man an dem Beispiel: Sanierung, Gerüst, nochmal Schäden, Ärger ....
einen alten abgewitterten Kalkputz kann man "stärken" oder einfach auffrischen oder mit gleichem überarbeiten .... aber hat keine Schäden und keine "Rückbauten" zu tätigen ...

und Ihre wissenschaftlichen Beweise, dass zementäre Mörtel nix sind, sind momentan im "Beweisverfahren" da man in "Fachkreisen" bis dato immer bweisen musste und wollte, dass Zement per se "gut" ist, weil hart und unnachgiebig ... mittlerweile nach sich häufenden Schadensbildern untersucht man ab und zu die Realität und kommt auf Schlüsse, die manchen Erfahrungen Rückenwind geben und den Z-Fetischisten den Wind aus den Segeln ... aber bis sich das wieder rumgesprochen hat, werden noch Jahrzehnte vergehen ...
... weil der Glaube stirbt zu letzt ... oder wars die Hoffnung ...

Herr Wertebach - wann kommen Sie denn nach Nürnberg?

mfG

FK



Nürnberg



Ich komme zumeist alle 2 Jahre um Himmelfahrt nach Nürnberg. Ich melde mich bei Ihnen vorher an.

Und ich bleibe dabei: Nicht der Zement ist das Problem, sondern die Anwendung an für sich. Und 6% Trasszement sind in diesem Fall keinesfalls schädlich. Weder für die Fuge an sich, als für das Bauwerk als Ganzes. Und da kann man Romane schreiben und Geschichten hervorzaubern, wie Böse so eine Zement ist, wie man will. 6% Zement in diesem Mörtel ist keinesfalls ein Zementmonster, wie es hier verstanden werden könnte.

Andernfalls kann Solubel hier eine Stellungnahme veröffentlichen, die beweist, daß mein Mörtelvorschlag inakzeptabel ist. Beweis!!! Nicht Phrase!

Damit wäre Herrn Plick am Besten geholfen.


Ein kleines Bild aus der Medizin: Fingerhut ist eine Giftpflanze. Trotzdem, richtig dosiert, rettet sie immer wieder Leben.





Interessante diskussion.
lieber Herr Plick,
ein schönes haus haben sie da, und wenn sie das wieder herstellen wollen, sollten sie auf die aussagen von herrn kurz hören. was er über den kalk schreibt, entspricht auch meiner erfahrung. in meinem leben habe ich viele fugen gesehen, gerade an bruchsteinwänden, doch immer waren nur die beschädigt, die mit zement gemacht wurden. die kalkfugen sind meist wesentlich älter und sahen immer besser aus. und wenn sie beschädigt sind, lassen sich kalkmörtel sehr leicht ausbessern.
ihr haus ist, sehr alt. es wurde wahrscheinlich zu einer zeit gebaut, als es zement noch gernicht gab. warum also nicht reinen kalk benutzen. wie sie sehen steht das haus noch, und was kaputt ist, sind, wie bei vielen häusern, die reperaturen mit nicht geeignetem material. hier der zement.
einige bemerkungen noch zu dem was hier geschrieben wurde.
"der kalkputz braucht zement, damit er besser klebt" es ist doch wohl eher so, das den zementputzen heute nur noch deshalb kalk zugesetzt wird um deren verarbeitung zu verbessern, und dazu gehört vor allem die anhaftung "klebewirkung" im nasszustand. wer zementmörtel verarbeitet hat, und weiß wie ein fetter kalkmörtel auf der wand und in der fuge haftet, weiß was gemeint ist.
offen bleibt in der ganzen diskussion, warum soll dem mörtel denn zement zugesetzt werden? wieso ist der mörtel dann besser? ansonsten simme ich voll und ganz mit herrn kurz überein, obwohl ich vieles anders gesagt hätte.
herr Plick nocheinmal zu ihrer wunschfuge:
ich kann auf dem bild so nicht erkennen um welchen mörtel es sich handelt. es kann ein mit holzkohle eingefärbter kalk oder ein zementmörtel sein.
ich finde allesdings die farbe nicht wirklich passend zu dem bruchstein. da würde ich in jedem fall nochmal ein paar proben machen.
ich empfehle ihnen ebenfalls sich an die firma solubel zu wenden. es handelt sich hier um einen familienbetrieb, aufgebaut von herrn ruf senior und nun geführt von herrn ruf junior. ich bin mir sicher, bei anruf gibt es eine fundierte beratung, mit allem was dazu gehört. sogar wie sie den mörtel selber anmischen können, wenn sie darauf bestehen. was ich jedoch nicht empfehlen kann, wenn sie keine erfahrung darin haben.
ich weiß nicht ob ihre fragen bezüglich zement und kalk geklärt sind, aber ich denke bis auf die chemischen abläufe ist hier doch alles gesagt worden.

mit freundlichen grüßen
christian redlich



Antwort und Antwort



Hallo

hier ein paar Nebenbemerkungen:

07.06.06 - Hallo Herr Werthebach
Wenn Sie sich die Mühe machen, könenn Sie in meinem Profil meine Werkspionagefotos von heute ansehen - ich habe mich auf die Großindustriesiete getraut und heimlich Fotos der riesigen Anlage geschossen ...
:-)
nen schönen Abend!
FK
…………………………

08.06.06 - Guten Morgen Herr Kurz, ich schrieb Ihnen ja: Macht einen Vertrauen erweckenden Eindruck. Quod erat demonstrandum.
Ich bin mir sicher, daß die Inhaberfamilie sagen wird: Die Fuge vom Herrn Plick kannst Du auch, ohne Schaden an zu richten, mit 6% Trasszement machen. Sollte Herr Plick aber einen Außenputz wollen, dann laß uns Solubels lieber ran.
Vielleicht klärt sich das Himmelfahrt 2007.
Ich hab nichts gegen den Kalk. Wie verhält sich der reine Kalkmörtel, wenn er waagerecht im Aussenbereich auf Betonuntergrund eingebaut wird ? Dieser Mörtel würde ständigem Kontakt mit teilweise stehender Feuchtigkleit ausgesetzt sein.
Blüht der Kalkmörtel aus? Zerbröselt er in 5 Jahren? Ist es vielleicht sogar das Optimum? Fragen über Fragen an die Solubels....

…………………………

08.06.06 - Guten Morgen!
Leider muss ich Sie entäuschen: Aus Erfahrungsgründen widersprechen die Ihrem Satz: Ich bin mir sicher, daß die Inhaberfamilie sagen wird: Die Fuge vom Herrn Plick kannst Du auch, ohne Schaden an zu richten, mit 6% Trasszement machen.
Kein Zement, kein Trass - nicht einmal 0,5 % -Wie ich schon schrieb: Das macht die positiven Eigenschaften des Kalkes kaputt!
Das ist egal ob der Kalk "nur" in der Fuge ist oder auf der ganzen Wand ... und es hilft nichts, dass es doch schon "ewig" so gemacht wird, und es praktischer ist , etc ... wenn nachher die Schäden grösser als der Nutzen sind ... was bringt's?
Und die Frage zu Ihrer Betonwand: Der Kalk kann, wenn es optimal läuft die Wand trocken machen aber dahinter bleibt immer Beton - zaubern kann auch Kalk nicht!
Das mit Ihrer %-Feilscherei isst Verständlich: man lernt es so - aber das ist wie bei einem Unfall: da kann das "Schnäpschen" noch so klein sein - Alkohol ist Alkohol! Hick!
Das hat auch nichts mit "persönlicher" Sympathie oder Antipathie oder Ökospinnerei zu tun: Mist bleibt Mist.
mfG
FK
…………

das waren die Nebenbeizitate!
In der Sache bleibts für mich eindeutig!

mfG

FK



Kreuzzug



Herr Kurz, ich weiß nicht welche Bilder Sie in sich haben entstehen lassen können, um einen Kreuzzug zur Rettung der Solubels anfangen zu müssen.

(Erinnern Sie sich.... Bilder projezieren!! Sollte das der Beweis sein, der fehlte? )

Ich habe von den Solubels immer nur Positives geschrieben. Sie haben bewiesen, daß die Fa. Solubel sehr engagierte und lebensnahe Praxistests macht. Sie haben bewiesen, daß es Praktiker und Techniker sind. Sie haben bewiesen, daß die Solubels bodenständig sind. Ich habe das ebenfalls positiv kommentiert.
Die sind bestimmt gut und verstehen ihr Fach.

Ich freu mich drauf von denen zu lernen. Ich habe einen Haufen Fragen an die. Fragen, die Sie bisher immer sehr ausweichend und abschweifend beantwortet haben.

So zB. auch die letzte Frage von mir:

Ich fragte nach dem Verhalten von waagrecht eingebrachten Kalkmörtel auf Beton (bei Staufeuchte) und Sie antworten irgendwas von Fassade, und ein Haufen Wind drum rum etc....

Und Nochmal, damit keine falschen Bilder herum geistern. Die Solubels sind Spitze und verstehen ihr Fach.

Das heißt nicht, daß meine Rezeptur der Fuge an für sich oder aber dem Bauwerk Schaden zufügen würde. Sie entspricht nicht dem Idealbild einer Kalkfuge.

... und den Rest den klären wir Christi Himmelfahrt 2007 beim Spargelessen auf dem Markt.

Schmunzelnd in die Ringecke gehend überlasse ich das letzte Wort Ihr Uwe Werthebach