Bruchstein verfugen - Mörtelmischung

10.08.2012 Fährfrau



Guten Tag,

ich benötige Rat hinsichtlich meiner Mörtelmischung.

Der Bruchsteinsockel. Schiefermauerwerk, soll neu ausgefugt werden, dazu würde ich gerne einen Mörtel mischen, der in Zusammensetzung und Farbe dem alten Material, s. Bild, nahe kommt.

Ich habe schon einiges ausprobiert, habe aber statt des gewünschten leichten Ockertons mit eingeschlossenem Split nur eine, je nach verwendetem Sand und Zement unterschiedliche Grautönung erreicht.

Ich könnte natürlich auch Farbpigmente nehmen, aber das haben ja nun die Altvorderen ziemlich sicher nicht getan.


Ich kenne sämtliche Diskussionen zu den Dogmen Luftkalk und Trasskalk oder Trasszementmörtel. Bitte, bitte nutzen Sie nun meine Frage nicht auch wieder für das Neuanfachen dieser Diskussion.

Herzlichen Dank
Barbara Charon



Verfugung



Das was Sie da sehen ist kein spezieller Fugenmörtel sondern wahrscheinlich der Mauermörtel mit dem die äußere Wandschale gesetzt wurde. Die Wand war sicher mal komplett mit Mörtel (Pinselputz) überzogen.
Ich vermute einen Kalkspatzenmörtel mit latent hydraulischen Zuschlägen sowie Flußsand bzw.-kies und Splitt als Zuschlag.
Was auf dem Foto zu sehen ist bedarf keiner Neuverfugung. Der Mörtel wird im Laufe der Zeit langsam absanden.
Nur bei extremen Auswitterungen die im cm- Bereich liegen kann man über eine Reparatur des Mörtels nachdenken.
Haben sie solche Fehlstellen z.B. im Spritzwasserbereich?

Viele Grüße



Stelle dient auch nur als Beispiel



Hallo Herr Böttcher,

herzlichen Dank für die schnelle Antwort.

Die fotografierte Stelle soll selbstverständlich nicht neu verfugt werden.

Sie dient nur als Beispiel für die von mir gewünschte Zusammensetzung.

Wir haben jede Menge solcher Fehlstellen, sowohl im Spritzwasser- als auch im Trockenbereich.

Wobei sich das Spritzwasser wegen des Dachüberstandes im Rahmen hält.

Ich habe eben mal"gegoogelt", der Kalkspatzenmörtel dürfte es sein, vermutlich mit Flussand, evtl. sogar Moselsand versetzt, da der Split zum großen Teil Schiefer zu sein scheint, oder ist dies auch beim Rheinsand der Fall?

Laut Datenblatt der Fa. Remmers soll der Kalkspatzenmörtel also bei Feuchte nicht eingesetzt werden. Da die betroffenen Stellen aber auch nicht wirklich feucht sind und der Originalmörtel ja nun immerhin einige Jahrzehnte ausgehalten, so dass ich ihn vorbehaltlos wieder einsetzen würde.

Sie haben recht, die Wand war vermutlich mal komplett überzogen, das wäre dann die anschließende Frage wie ich diesen Effekt wieder erreichen kann, s. weiteres Bild anbei.



Vielen Dank

Barbara Charon



Wand



Ganz einfach: Wieder Pinselputz drauf. Die Fugen von losem Material befreien, vornässen, Putz im Fugenbereich anwerfen, mit dem Kellenrücken egalisieren, nach dem Anziehen mit dem Annetzer verschlichten. Wenn die Fläche komplett überarbeitet wird spielt der genaue Farbton und die Struktur des Orginalmörtels keine große Rolle mehr. Es gibt auch heute noch Fertigmörtel mit Ziegelmehlzuschlag und leicht rötlichem Farbton.

Viele Grüße