Sandsteinsockel sanieren

19.09.2011



Hallo,
wir sollten dringend etwas zur Sanierung dieses Sandsteinsockels unternehmen. Das Haus steht direkt an der Straße ( Spritzwasser / Tausalz ...). Wer kann Auskunft geben über Vorgehensweise und Material?
Vielen Dank!



Sockel



1 Sandstein reinigen

2 Marodes Fugenmaterial restlos entfernen.

3 Neuverfugung ggf.mit Luftkalkmörtel PS50 das Produkt ist Frost und Tausalzbeständig.
www.Solubel.de

4 Fehlstellen oder Abplatzungen mit dem restaurosystem von Keinfarben überarbeiten.
http://www.keimfarben.de/de/produktprogramm_2011/naturstein_instandsetzung/restauro_system1020/

Gutes gelingen

Lg.Peter Schneider



im Grunde das Gleiche



oder ähnlich:

anstatt 4. würde ich überlegen, den Sockel - die ersten 2 Reihen - mit diesem Material zu verputzen.
evtl auch noch etwas in die Tiefe gehen ?

FK





Meine Herren Schneider und Kurz,


SP 20 und SP 50
Solubel – Luftkalkmörtel ist ein patentiertes umweltfreundliches Kalkputzsystem für Außen- und Innenputze der Mörtelgruppe P I nach DIN 18550.
So der Hersteller!

DIN 18550 regelt
Innen- und Außenputz für geringe bis normale Beanspruchung,
wasserhemmend/ wasserabweisend nur mit speziellen Zusätzen
So die DIN!


Welche Beanspruchung wird wohl an einem Sockelmauerwerk anliegen???

Um zur Lösung zu gelangen einfach mal die Bilder betrachten und versuchen den Zustand zwischen Sockel und dem Rest der Fassade vergleichen.

Grüße
Oliver Struve



Simsala…



SodieDIN!

Bibel und oder DIN - Der Glaube daran ist die Stärke - nicht der Inhalt!


DIN-Normen - Warum und wieso??

müssen vertraglich vereinbart werden …

DIN ist ein e.V. - eigentlich nicht viel mehr als ein Kaninchenzüchter- oder Kleingartenverein.

DIN ist ein Selbstverwaltungsorgan der Wirtschaft und seit über 75 Jahren privatrechtlich organisiert.

Zitate:
Im Vorspann von zusammengefaßten DIN-Normen steht in den "Hinweisen für den Anwender":
"DIN-Normen sollen sich als "anerkannte Regeln der Technik" einführen. Bei sicherheitstechnischen Festlegungen in DIN-Normen besteht überdies eine tatsächliche Vermutung dafür, daß sie "anerkannte Regeln der Technik" sind. DIN-Normen sind nicht die einzige, sondern eine Erkenntnisquelle für technisch ordnungsgemäßes Verhalten im Regelfall. Durch das Anwenden von Normen entzieht sich niemand der Verantwortung für eigenes Handeln. Jeder handelt insofern auf eigene Gefahr".


In einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts steht unter anderen:
"Daneben gehören den Normausschüssen des DIN aber auch Vertreter bestimmter Branchen und Unternehmen an, die deren Interessenstandpunkte einbringen. Die Ergebnisse ihrer Beratungen dürfen deshalb im Streitfall nicht unkritisch als geronnener Sachverstand oder als reine Forschungsergebnisse verstanden werden“.
Und weiter: „Andererseits darf aber nicht verkannt werden, daß es sich dabei zumindest auch um Vereinbarungen interessierter Kreise handelt, die eine bestimmte Einflußnahme auf das Marktgeschehen bezwecken".

C.Meier

Dann noch eines:
Hier ist ein Link ->DIN-Rechtsverbindlichkeit
DIN-Normen sind jedoch keine Lehrbücher. Deshalb muss jemand, der sie anwendet, soviel Sachverstand haben, dass er die Verantwortung für sein Handeln selbst übernehmen kann.

Freibrief für DINer - Verantwortungsverschiebung auf den ANWENDER = Planer, Handwerker!

Guten Glauben

FK





Nix da FK

Der Hersteller wirbt, bzw. versichert das der Putz nach dieser DIN ist, keiner hat ihn dazu gezwungen.

Wenn der Mörtel P I nach DIN 18550 ist, daran hab ich keinen Zweifel, hat er halt am Sockel nichts verloren.


Grüße
Oliver Struve



Zwang ist immer ungut



Warum denn so verbissen?

freilich hat der da nichts "verloren", sonst müsste er ja was suchen!
:-)

Lieber "resistent" als renitent!

Hier ist ein link ->Frost und Salz

machtamöchd

FK





Nix Zwang

Der Hersteller schreibt selbst in seinem technischen Merkblatt das er mit diesem Mörtel eben NUR einen für geringe bis normale Beanspruchung zur Verfügung stellt.

Na wenigstens ist der Herstelle im Bilde ;-) ganz ungezwungen.

Grüße
Oliver Struve



prust



Ich wage mich zu erinnern.
Sanierung der Kaimauer war im Jahr 2004.
Alle Natursteinflächen wurden gereinigt und mit Solubel Luftkalkmörtel bearbeitet.
Die Arbeiten wurden durch die Amtliche Material Prüfanstalt Bremen überwacht.

Ergebnis.
Das Produkt PS20 oder PS 50 eignet sich hervorragend für den Sockelbereich.

http://www.solubel.de/produkte/beispiel_resistenz.php

LG.Peter Schneider



da kannst du als Handwerker nur verlieren!



Steht das Haus unmittelbar an einer Hauptstraße und wird im Winter regelmäßig Salz gestreut wird der Sockel während der Gewährleistung reklamiert. Soviel ist mal sicher.
Kalkputz hin Zementputz her die DIN geht da nich mehr(:-.

Und wenn dem so ist wird der hinzugerufene Sachverständige sagen was er immer sagt "hmm was find ich denn in der DIN zum Sachverhalt".
Da bist du dann als Handwerker schon besser dran du hast den Mist nach DIN abgearbeitet.
Auch wenn dir dein Bauchgefühl gelegentlich was anderes sagt.
Geht es gut gibts für den Erfolg kein extra Geld vom Kunden. Geht es aber schief machst du den Sockel nochmal aus eigener Tasche nach DIN und kannst dir obendrein noch die Kommentare der Nachbarschaft anhören.
Das der Sockel nachher wieder Kapput geht interessiert dann niemanden mehr.
Ist ja dann DIN gerecht kaputt gegangen:-)

Bauprodukte herstellen hat goldenen Boden!


Viele Grüße in die Runde
jhs





@Peter Schneider

Dann verrate ich mal was mir alles an der vermeidlichen Prüfung auffällt.

1. Unter dem Link

http://www.solubel.de/produkte/beispiel_resistenz.php
findet sich kein Prüfbericht einer MPA sondern ein buntes Werbeblättchen eines Hersteller auf welchem dieser Sanierungsversuche dokumentiert.

2. Im letzten Satz steht hier:

>>>“Solubel Luftkalkmörtel PS wird auch als Sockelputz bei Feuchte und salzlastigen Wänden mit großem Erfolg eingesetzt.”<<<

Im ersten Satz des Werbeprospekt redet Solubel allerdings nicht von Putz sondern von:

>>>“Verfugungsarbeiten mit Solubel Luftkalkmörtel PS 50”<<<

3. Solubel schreibt:

>>>“Nach dem Einbringen der Probeflächen kühlte die Nacht auf minus 8 Grad ab, wodurch der Verfugmörtel im frischen Zustand gefror. In den folgenden Monaten musste der Mörtel solche Frosttauwechsel des Öfteren standhalten.”<<<

4. Weiter gehts:
>>>“… im November 2003 wurde zwei Probeflächen in den Fugen eingebracht.”<<<

Gehen wir mal davon aus das es Ende November war, sonst hätte der Hersteller sicher ein genaueres Datum rein geschrieben, wurden…

5.
>>>“Am 18 März 2004 wurden die beiden Probeflächen bewertet.”<<<

Das sind überschläglich mal 3,5 Monate später.



Das ist wahrlich Wegweisend, in Kombination mit SP50 gefriert kein Wasser mehr.
Warum schreibt Solubel dann aber das:
>>>“Die Verarbeitung und die Materialabbindung in der frostfreien Periode erfolgen muss.”<<<
???

…oder ist das Thermometer bei der rasanten “Beprobungsgeschwindigkeit” gar nicht mehr über den Gefrierpunkt geklettert?

Ich bin immer wieder Beeindruckt.

Grüße
Oliver Struve



LkM



@Oliver Struve
Zu den Herstellerangaben kann ich dir nichts sagen.Vieleicht solltest du dich an Herrn Ruff direkt wenden.

Ich kann nur sagen was ich sehe und in der Vergangenheit mehrfach erfolgreich und das über Jahre praktiziert habe.
Die Kaimauer in Bremerhaven steht Heute noch da wie eine eins.Keinerlei Abplatzungen ,kein Fugenschwund etc.

Lg.Ps





@Peter Schneider

Wie gesagt passt Luftkalkmörtel von der Beanspruchung nicht an den Sockel, das hat etwas mit der geringen Festigkeit zu tun.

Ob die Beanspruchung, ganz besonders die durch Salze, an der Kaimauer in Bremerhaven ähnlich hoch ist wie die des Sockelmauerwerk hier in diesem Fall darf doch in Anbetracht des unterschiedlichen Zustand der Sandsteine… Kaimauer/ Sockel bezweifelt werden.
Gegebenenfalls einfach noch mal die Bilder vergleichen, die Steine an der Kaimauer weisen nicht annährend die Schäden auf die am Sockel zu sehen sind.

Ich hab übrigens nichts gegen Luftkalkmörtel, nur gegen die Heiligsprechung hier im Forum hab ich etwas.

Ein Laie könnte ja den Eindruck gewinnen das es nichts anderes als Luftkalkmörtel am Bau braucht.
… zumindest wenn man die „richtige“ Marke nimmt.

So hat Bauprodukte mit Öko-Siegel herzustellen den goldensten Boden!

Grüße
Oliver Struve



Heiliger Sandstein



Beim genaueren Betrachten der Fotos fällt mir auf, dass anscheinend der Sockel schon mal "behandelt" worden war. Evtl war mal ein dünner harter Schutz drüber?
Die Regenrinne war oder ist auch verstopft.

Salze und Feuchte stiegen hoch und können durch die Fuge "abtrocknen".
Der dichte Belag vor der Wand ist ein weiteres Manko und Schadensbeschleuniger (nicht nur hier).

Wenn der Stein durch vermehrten Druck diese Salze etc. hochzieht kann der nur an der Oberfläche diese anlagern. Dadurch zersetzt sich der Sandstein.

Selbst in oder bei Ausgrabungen im archäologischen Bereich verwendet man wieder Putzschichten als "Opferschichten", damit die Substanz nicht mehr abgebaut wird. Unter einer Zementpampen-DINhartunddicht-Reglement konformen Schicht passiert das Selbe. Aber die Kunst der Sockelzerstörer macht eben immer weiter und denkt: "Wenn man einen Fehler oft genug wiederholt, wird es irgendwann mal klappen!"

Imprägnieren, verschmieren, zukleistern, "schützen" - und das DIN-konform - das bringt Aufträge ohne Ende auf lange Zeit.

Weiter so!

Aber ohne mich und ein paar andere.

Ich bleib dabei.

FK



@Florian Kurz



Wie Recht du mit deinen Beitrag hast.
Versalzte Wand, falsch verputzt - das Ergebnis siehe Bild.

Nur immer drauf mit den Zementpampen,Alleskönnern und und und ..

Lg.Peter Schneider



Was lange hält bringt kein Geld



>>>“das bringt Aufträge ohne Ende auf lange Zeit.”<<<

Das war Deiner FK

Und weil der LKM nur einen Winter hält dafür aber drei mal teurer als ein normaler- den Erfordernissen entsprechender Mörtel ist freut sich natürlich jeder Kunde.
Und der fühlt sich auch ganz bestimmt nicht abgezockt.

Sind wir nicht alle ein bisschen slow, bio, öko und natürlich?
Da darf ruhig alles ein bisschen teurer sein.
Wichtig ist nur im Trend zu liegen oder es zu glauben egal wie schwachsinnig das mitunter ist, gell Florian.

Und weil Du das mit der DIN noch nicht so ganz begriffen hast wiederhole ich das noch mal für Dich.

Dein Traumhersteller von Luftkalkmörtel SCHREIBT SELBST
das seine Mörtel einer bestimmten DIN entsprechen.

Warum macht der Hersteller diese Art der Werbung ?

Ich verrate es Dir Florian.

Er sagt damit:

“Achtung, Achtung liebe Handwerker, liebe Planer, bitte bedenkt das wenn ihr unsere Produkte verkauft diese nicht für höhere Beanspruchungen geeignet sind.

Solltet ihr, wir hoffen das natürlich, unsere Putze dennoch für höhere Beanspruchungen verkaufen oder empfehlen seht bitte zu das im Auftrag irgendwie das Wort “Opferputz” auftaucht.
Da Opferputze auch wieder abfallen dürfen braucht ihr vor Gewährleistungsansprüchen so keine Angst haben.”

In diesem Sinne, was lange hält bringt kein Geld.

Wir bringen Aufträge ohne Ende auf lange Zeit, euer Lieferant.

Grüße





Nur mal so am Rande,

nicht nur bei Ausgrabungen im archäologischen Bereich sondern allgemein in der Baudenkmalpflege (jede zweite Dorfkirche) verwendet man Putzschichten damit die Substanz nicht mehr abgebaut wird.
Diese nennt man aber nicht "Opferschichten" sondern “Konservierungsmörtel“

Opferputze entziehen dem Mauerwerk Salze und werden dann wieder abgeschlagen.
Konservierungsmörtel verhindern das eindringen von Salzen aus der Atmosphäre (saurer Regen) und verhindern so den Substanzabbau, das “abwittern” der eigentlichen Oberfläche.

Grüße



hier ein Bild von einem Tausalzsockel.....



dauerhaft und ohne DIN!



..... und weil



nackte Schweißbahn Architekten nicht gefällt, warum auch immer:-)
Kommt hinterher noch was drauf zur Farbgebung.