Mörtel, Putz, Balken, Kalk, Ziegel

24.06.2010



Ich möchte meinen Bruchsteinsockel aus Taunusschiefer mit Luftkalkmörtel verputzen.Ich habe den Sockel freigelegt und vom altem Putz befreit.Die Steine habe ich dazwischen auch von dem Putz befreit.Darunter ist der Putz im feuchten zustand ziemlich weich und er ist hellbraun.Was kann das sein?Ich habe festgestellt,das der Bruchstein insgesamt sehr viel kleine Schiefer dazwischen hat und auch viele große Steine.In dem Sockel befinden sich besonders um die Kellerfenster viele Ziegel,aber überwiegent Schieferbruchstein.Ich habe mich in das Bild verliebt und würde gern nur zwischen den Steinen verputzen.Der Sockel hat eine Höhe von ca.50cm bis 2,50m.Das Haus steht am Hang.Würde mich auf Antworten freuen und vielleicht kann uns jemand einen Tip geben,wie man ihn Steinchen für Steinchen Verputzen kann. Wir haben ein raues Klima und bei Frost könnte der Schiefer auf dauer vielleicht empfindlich reagieren.Wir wollen das Haus nach und nach von innen und von außen entkernen.Das Haus ist von 1902.





Hallo,

am besten Sie stellen mal ein Bild ein, das man sich ein Bild machen kann so zu sagen.
Da Mörtel generell Wasser aufnimmt und dieses auch eine gewisse Zeit zurück hält hat man den Mörtelanteil der Fugen so gering wie möglich gehalten.
Je weniger Mörtel desto weniger Wasser und somit weniger Feuchte- und Frostschäden
Hierzu wurde früher unter anderem auch Schiefer verwendet.
Die Stücken die so in die Fugen von Bruchsteinmauerwerk eingebracht werden nennt man auch “Zwickel”.

Grüße aus Schönebeck



Zwickel - Zwackel



Hallo

die besagten ZWICKEL hat man reingemacht weil der Mörtel teuer war und die Kleinteile sowieso überall rumlagen.
Das war der damalige: "Geiz ist geil"-Trend!
Sinnvoll und nachhaltig und Ressourcen schonend!
Nehmen Sie Luftkalkmörtel - selbst gerührt oder schauen Sie bei www.solubel.de rein. Evtl sollte man die offenen Fugen etwas austrocknen lassen oder mit Staubkalk bearbeiten - kann man aus der Ferne schlecht sagen, was für DIE Wand genau am besten ist!
Evtl noch mit Tonerdelösung arbeiten??!!

Gutes Gelingen!

FK





---“die besagten ZWICKEL hat man reingemacht weil der Mörtel teuer war und die Kleinteile sowieso überall rumlagen.”---

Herr Kurz, wer hat Ihnen denn das verraten?

Noch nie war Mörtel so teuer wie heute.
Und …
…es hat nichts mit Geiz zu tun das ich mein Geld nicht aus dem Fenster schmeiße!

Grüße aus Schönebeck



Schiefer vermauern



Das mit dem auszwicken hat noch einen anderen Grund den jeder Maurer kennt, der einmal mit wenig oder nicht saugenden glatten Steinen wie Schiefer gearbeitet hat.
Selbst steifer bis erdfeuchter Mörtel zieht nicht an, die vermauerten Steine "schwimmen" in den Lagerfugen wie auf Pudding. Der Mörtel wird nur durch Austrocknen fest.
Das kann bei dicken Mauern ewig dauern.
Wie soll ich da weitermauern, wenn die unteren Schichten immer noch im weichen Mörtel schwimmen und die Mauer wie Wackelpudding reagiert?
Um das zu vermeiden, wurde der Fugenanteil möglichst klein gehalten und alle größeren Fehlstellen mit Splittern und Abschlägen wie bei Trockenmauern ausgezwickt. Eine weitere Möglichkeit ist das Einsetzen einer Stützkörnung oder Zementzugaben im Mörtel. Der Zement erstarrt etwa nach einer Stunde und fixiert so die Lagerfugen.

Bei stark saugenden Steinen wie Ziegel ist das etwas ganz anderes.
Da habe ich nur einige Sekunden, um den Stein auf der Lagerfuge auszurichten, weil der Mörtel sofort steif bzw. fest wird. Die Ziegel saugen das überschüssige Anmachwasser heraus. Wer danach noch den Stein korrigieren will, löst ihn aus dem Gefüge. Bei großer Hitze und zu trockenen Ziegeln kann es zum "Verdursten" der Fuge kommen, das Anmachwasser wird so schnell vom Ziegel aufgesogen, das sich keine Verbindung zwischen Mörtel und Steinfläche ausbildet. Dann sollte man die Steine vor dem Mauern wässern oder kurz vor dem Setzen in einen Eimer Wasser tauchen.

Viele Grüße





Hallo Herr Oliver Struve, danke für Ihren Rat! Jetzt weiß ich wieder etwas mehr über unseren Bruchsteinsockel. Ich werde ihn mit Luftkalmörtel verfugen. Entweder mische ich mir den Mörtel selbst oder ich kaufe Ihn von der Firma Solubel. Eine Frage habe ich noch. An zwei Seiten haben wir die Kellerdeckenbalken mit freigelegt und dazwischen sind Ziegel und die Ziegel stehen etwas vor und die Balken dadurch etwas weiter drin. Die Kellerdeckenbalken befinden sich an zwei Seiten unter dem tragenden Balken. Also direkt über dem Sockel. Kann ich Kellerdeckenbalken und Ziegel mit dem Luftkalkmörtel schließen? M.f.G



Nicht ganz



Hallo

Sie schreiben:
An zwei Seiten haben wir die Kellerdeckenbalken mit freigelegt und dazwischen sind Ziegel und die Ziegel stehen etwas vor und die Balken dadurch etwas weiter drin. Die Kellerdeckenbalken befinden sich unter dem tragenden Balken. Also direkt über dem Sockel. Kann ich Kellerdeckenbalken und Ziegel mit dem Luftkalkmörtel schließen?
Ich ahne was - hätte aber gerne Klarheit. Kann man das fotografieren und hier reinstellen oder mailen?

FK

P.S.

Noch was zu Herrn B.
"Der Mörtel wird nur durch Austrocknen fest." schreiben Sie
und ich dachte, dass das nur beim Lehmmörtel so ist und die anderen Mörtel in der Hauptsache chemisch abbinden!
Au weia!
:-(





Hier mal ein Bild!





... Und ein Bild von den Kellerdeckenbalken!



Balkenschutz



Hallo

danke für die Bilder.

War der alte Mörtel bis an den Balkenköpfen dran?

Wenn Sie den besagten Mörtel nehmen habe ich da keinerlei Befürchtungen, auch wenn sie den"zuschmieren".

Immer zementfrei bleiben dann hälts "ewig".

Was ist da für ein Wandputz drauf wo Sie aufgemacht haben?

FK



Putz



Hallo Herr Florian Kurz!
Der Putz den Sie da noch sehen,ist ein sogenannter Leichtputz,mit Styroborkügelchen drin.Das war aber auf dieser Seite eine neuere verputzte Seite.

Auf den anderen zwei Seiten ist das Haus mit einer anderen Sorte Putz verputzt worden.Der ist,wenn man ihn löst richtig feucht drunter.

Eine Seite,die nicht die Wetterseite ist,wird gerade von einer Blechwand frei gemacht.

Wir werden das Haus Stück für Stück,von unten nach oben vom Putz frei machen,damit das Fachwerkhaus wieder so ist wie ein Fachwerkhaus auch sein soll.Eine Zimmermannsfirma aus Elz möchte Teilstücke von durchgefaulten Balken erneuern.M.f.G.



Gesamtfassade



Hallo

das hört sich ja nach einer gesamten Fassaden Sanierung an.

Hauen sie gleich alles (zementäre oder Kunststoff vergütete Zauberputze) auf einmal runter und lassen Sie die feuchten Wandteile erst mal austrocknen.
Gute alte Kalkputze kann man evtl. mit Staubkalk auffrischen!

Immer im Gesamtsystem denken und handeln - keine Schnellschüsse

Gutes Gelingen

FK





Naja,

nicht schön die Bilder, aber gut genug um Ihnen zu raten mal einen Holzschutzfachmann auf die Baustelle zu holen.
Ich meine hier (Bild 2) liegt einiges im argen.
Ewig hält da nix mehr.

Grüße aus Schönebeck



Fassade



Danke Herr Florian Kurz!Sie haben das richtig erkannt,es soll noch in den nächsten Wochen geschehen.Ein geeignetes Gerüst haben wir uns schon ausgesucht und dann geht es los.Leider sind zwei viel zu große Fenster reingebaut worden.Was wir damit machen,wissen wir allerdings noch nicht. Wahrscheinlich waren da mal vier kleiner,aber die Überraschung werden wir sehen,wenn der Putz komplett ab ist.

Der Sommer vergeht und der Winter wird mit Sicherheit kommen.Bis dahin wollen wir noch viel schaffen!!!





Hallo Herr Oliver Struve, wir haben einen Zimmermann gefunden,der sich die Balken angeschaut hat.Wie meinen Sie das,- mit einem Holzschutzfachmann? Meinen Sie eine Ungezieferuntersuchung?





Ich meine mindestens am rechten Balkenkopf eine Braunfäule (Pilzbefall) zu sehen neben vielen Ausflugslöchern von Holzzerstörenden Insekten.
Ich denke da wird einiges zu tauschen sein.

Grüße aus Schönebeck



Balken braun und Löcher



und
… es könnte auch sein, dass der Balken nass ist oder aus Eiche
und
… es könnte sein, dass die Löcher von Nägeln herstammen, die eine Art Putzträger gehalten haben (Draht, ?)
und
Anamnese - Diagnose - Therapie
und

FK



Schiefersockel



Zum Aushärten von Kalkmörtel:
Zuerst erfolgt das Ansteifen des Mörtels durch Wasserverlust.
Wenn das nicht über die angrenzenden Steinflächen geschieht, dann geht das nur über das Verdunsten. Bei Natursteinwänden, die um einen halben Meter dick sind, kann das Tage, Wochen dauern.
Erst dann ist der Mörtel steif genug, um die Last der weiteren vermauerten Steinschichten zu tragen. Beim Trocknen bildet sich eine Druckfestigkeit aus ähnlich wie bei Lehm. Hier unterscheiden sich Luftkalke hinsichtlich ihrer Herstellung, gesumpfte Kalke haben eine viel feinkörnigere Struktur, die ähnlich wie Ton durch Adhäsion besser eine physikalische Anfangsfestigkeit aufbauen können.
Die chemische Erhärtung des Luftkalkes beginnt erst, wenn ein gewisses Feuchtefenster erreicht ist, das liegt zwischen ca. 0,8- 8,0 M%, also im angesteiften, aber noch feuchten Mörtel. Dann braucht es noch CO² aus der Luft, der in die dicken Wände eindiffundieren muß.
Solubel gibt z.B. 1 Tag pro 1 mm Putzdicke als Zeitraum für die Aushärtung seines Luftkalkes an.
Da kann man sich ausrechnen, wie lange das dauert, bis der Mörtel in einer dicken Wand braucht um auszuhärten. Er muß erst einmal durch Verdunsten soweit trocknen, das sich Poren bilden, durch die CO² eindiffundiert und sich eine genügend starke, reaktionsfähige Säure bildet.
Ich hatte schon einige Methoden genannt, mit dem man das Problem mindern kann.
Besonders problematisch war das beim Bau meterdicker Mauern.
Dort behalf man sich mit Gipszugaben im Mörtel, Kasein bzw. Albumin, hydraulischen Zusätzen, dem auszwicken, Stützkörnung...
Oder man nahm sich Zeit und mauerte Schicht um Schicht herum und nicht abschnitsweise in die Höhe.
Die Römer verwendeten eine spezielle Bauweise, das Opus Mixtum.
Etwa nach jedem Meter aufgemauertem Bruchsteinmauerwerk wurden einige Schichten saugfähiger, breiter und flacher Ziegel gesetzt. Die stabilisierten das Mauerwerk soweit, das ohne Gefahr des Einsturzes weitergebaut werden konnte.

Viele Grüße



Putz



Hallo Herr Georg Böttcher,danke für Ihren wertvollen Rat! Ich werde wohl doch,was den Schiefersteinsockel und die Gartenmauer aus Schieferstein anbelangt,den Putz selbst mischen.Die Gartenmauer ist 1m bis 1,20 hoch und dahinter ist bis oben Erde auf einer Seite sind unten Löcher zum ablaufen von Wasser.Vielleicht muß man bei der Gartenmauer nicht alle Lücken zuputzen, Damit Wasser besser abflißen kann.Wir wollen nicht erst ein Fundament machen und Drainage dahinter machen müssen.

Können Sie mir einen gesumpften Kalk empfehlen?

Ich würde 3Teile Weißkalkhydrat,1Teil Trasskalk,10Teile Putzsand und 10Teile Flusssand nehmen.Diese Angabe der Zusammenstellung vom Putz habe ich aus dem Buch von Wolfgang Lenze.

Vielleicht Können Sie mir eine Mixtur empfehlen,die aber noch mit Sumpfkalk zusätzlich ist.

Wir schauen uns gerade nach einem Betonmischer um,damit wir alles gut mischen können.

Was halten Sie von einem Rappputz oder Schlämmputz auf den Gefachen und von einem überstreichen desselbigem mit einem Silikonharzanstrich?

Wir haben in den Gefachen Bims und wir werden Ihn auch nicht raus machen, sondern versuchen den alten Putz etwas zu entfernen. Das geht aber sehr schlecht oder wahrscheinlich nur mit einer Flex, indem man Kissenartig aushämmert. Vielleicht ist es aber auch besser den gleichen Putz zu nehmen, den man sich schon für den Schiefersteinsockel,mit gesumpften Kalk gemischt hat. Was sagen Sie dazu?





@FK
Maritta hat bereits gesagt, das der Putz, “wenn man ihn löst richtig feucht drunter“ ist.

Passt meiner bescheidenen Meinung nach alles ins Bild. Trockenes Holz verrottet nicht!

Zur Aufklärung kann sie ja mal ein etwas besseres Bild einstellen, und uns sagen ob sie da Nägel rausgezogen hat, vor allem warum.


[pubimg 20805]





Hallo Maritta,

Silikonharzfarben schränken die Diffusion unnütz ein, auch wenn Hersteller und Lieferanten diese als “hoch diffusionsoffen” anpreisen.
Ist alles relativ, gegenüber einer Glasscheibe mögen diese Farben “hoch diffusionsoffen” sein.
Im Vergleich mit Silikatfarben gehen die Kunstharzfarben aber eher als Dampfbremse durch.
Wenn Sie schon neu verputzen bleiben Sie doch auch mit dem Anstrich mineralisch.

Grüße aus Schönebeck


Foto:

Putzschäden durch zu dichte Farbanstriche.
[pubimg 22267]



Nägel



Guten Morgen Herr Oliver Struve,ich habe da keine Nägel raus gezogen! Wir haben nur mit einer Flex den Putz an dieser Ecke am Haus geöffnet, um erst mal drunter zu schauen. Wir haben auch gleich gesehen, das der rechte Kellerdeckenbalken verfault ist. Eventuell muß dort auch ein neueres Stück eingesetzt werden und danke noch für den Rat mit dem Anstrich.Ich werde das bei unserem Vorhaben beherzigen! Ich werde noch weitere Bilder reinstellen.M.f.G.





Hallo,

Das bestätigt meine Vermutung.
Da, wie ich das sehe, auch an allen anderen bis dato freigelegten Holzteilen eine erhebliche Anzahl von Ausflugslöchern ist kann davon ausgegangen werden das diese Teile bereits Pilzvorgeschädigt sind.
Auf jeden Fall sollten Sie die gesamte Fassade vom Putz befreien um die Konstruktion auf Schäden genau untersuchen zu können.
Ferne empfehle ich auch, die Deckenbalken im Innenbereich an der Wandauflage freizulegen um diese begutachten zu können.


Grüße aus Schönebeck



Schiefersockel



Hallo Maritta,
beim Sockelputz empfehle ich Ihnen auf einen werkgemischten Trockenmörtel zurückzugreifen; selber mischen sollte man nur mit entsprechender Erfahrung im Putzen.
Mit der angegebenen Rezeptur stimmt etwas nicht, ENTWEDER 10 RT Flusssand ODER 10 RT PUTZSAND.
Verwenden Sie Fertigmörtel der Festigkeitsgruppe CS II, also mindestens 2,5 N/mm².
Reine Luftkalkmörtel werden Sie in dieser Gruppe nur wenige finden.
Was den Sumpfkalk betrifft:
Er lässt sich besser Verarbeiten als normaler Weißkalk, ist aber auch viel teurer. Für einen Sockelputz ist er nicht unbedingt erforderlich, da tut es ein anderer Kalk auch.
Sumpfkalk ist was für Innenputze, Maluntergründe, Farben usw.

Viele Grüße

p.s. Hier noch ein paar Standardrezepturen aus der DIN 1053-1 für MGII bzw. PII:
2 RT Kalkhydrat, 1 RT Zement, 8 RT Sand,
2 RT Hydraulischer Kalk HL 5, 1 RT Zement, 8 RT Sand,
1 RT Hydraulischer Kalk HL 5, 3 Teile Sand





Bild!





...Bild





... noch ein Bild





...noch ein Bild





...Bild





... ein weiteres Bild





...noch ein Bild





...Bild



Zwickel



Hallo, was kann ich denn mit den kleinen Zwickelsteinchen machen? Dazwischen lassen oder so weit es möglich ist, entfernen und Putz dazwischen arbeiten,statt Zwickel? Kann ich den Schiefersockel auch einfach nur ein klein wenig verputzen,so das jeweils noch eine Lücke zwischen den Steinen bleibt? M.F.G.





Hallo,

mir scheint Sie versuchen den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen.
Die Bilder dürften nun auch FK überzeugt haben das hier erst einmal eine ordentliche Diagnose her muss.
Was Sie mit den Zwickeln machen ist in anbetracht der massiven Holschäden erstmal völlig nebensächlich.
Der deutlich sichtbare Würfelbruch kann auch ein Indiz für den Echten Hausschwamm sein.

Grüße aus Schönebeck



Hausschwamm



Hallo Oliver Struve,das mit dem Hausschwamm macht mir jetzt doch etwas Angst! Wie oder an was können wir noch feststellen,das es sich wirklich um dem richtigen Hausschwamm handelt? Kann man das noch an den Kellerinnenwänden sehen? Sie haben völlig recht,wenn Sie schreiben,das darüber erst Klarheit geschaffen weden muß. Wenn wir die kaputten Balken durch Hartholz ersetzen lassen, kann so ein Hausschwamm sicher weiter Schaden anrichten. Kann man überhaupt was dagegen machen? Welche Testmethoden gibt es? Bevor wir sehr viel in das Haus reinstecken und es wäre trots allem nicht zu retten,würden wir das schon gern wissen!





Ich will hier keine Panik verbreiten, auch der Echte Hausschwamm kann effektiv bekämpft werden.
Nur, wenn Sie diesen jetzt nur halbherzig bekämpfen, in das Haus jede frei Minute und jeden übrigen Euro reinstecken kann das dann rausgeworfenes Geld sein.
Sie sollten dringend vor weiteren Maßnahmen einen Sachverständigen für Holzschutz hinzuziehen.

Sprechen Sie doch mal Herr Kornmayer an, sollte Ihrer Ecke sein und er kennt die Fachleute dort.

http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/community/a/showMitglied/4313$.cfm


Grüße aus Schönebeck



Ich bekämpf doch keinen Hausschwamm



oder anderen Naßfäulepilz, der hier offensichtlich wütete, ohne zu beurteilen, woher die irre Feuchte kam, die der braucht(e) und ob die immer noch da ist und wenn ja, warum? Und dann weg mit der Feuchte und weg mit den morschen Stücken, aber nur wenn es statisch sein muß. Und bestimmt keine "Bekämpfung" mit den üblichen Giftmarotten. Da soillen doch Menschen drin leben. Und die wollen bestimmt keinen Sondermüll als Raumhülle.

Und ich putz doch keinen Mörtel auf nassen Untergrund, wenn ich net weiß, woher die Feuchte? und ob da vielleicht Salz im Spiel ist?, das mir gleich wieder den neuen Mörtel versaut.

Hab Acht!

Konrad Fischer
Zauderer/Zögerer





@Konrad Fischer

Die Bekämpfung von Pilzen geht NUR über den Ausbau der Befallenen Holzteile, das muss jedem klar sein.

Grüße aus Schönebeck



Muß zwar klar sein,



aber wenn der Pilz perdu in Trockenstarre wäre, und die Bude künftig trocken, kann er ohne weiteres auch drin bleiben, weil er so nicht weh tut und das viel Kosten sparen kann, wenn es statisch vertretbar wäre.

Konrad Fischer
Pilzfreund



Nee, n ee…



Der EHS ist so genügsam, das er bei kurzzeitiger falscher Nutzung, einer überlaufenden Badewanne, dem Lehrstand des Hauses, einem defekten Abflussrohr und, und, und wieder in “voller Blühte” steht.

Abgesehen davon, das wenn ich alle Bauteile soweit geöffnet habe um die statischen Reste prüfen zu können ich auch noch das Holz gesund schneiden kann.



Grüße aus Schönebeck



Na ja,



wenn wir es sorum betrachten, blüht er im Restfachwerk bei üppig Wasser auch auf, wenn er weggeschnitten wurde. Denn seine Sporen sind auch in der normalen Raumluft ubiquent, was aber vielleicht nur ein Mykologe versteht bzw. richtig auslegt.

Guuds Nächtla! Und nedd's Kindla midd'm Bad ausschüddn!

Konrad Fischer
Lateiner





Eben nicht bei üppig Wasser!
Nicht umsonst wird der Pilz auch “Trockenholzpilz” genannt, ist zwar falsch da jeder Pilz Feuchtigkeit braucht, dieser aber eben extrem wenig.

Instandsetzung sieht anders aus.

Grüße aus Schönebeck



Ja du meine Güte,



dann ist eben eine überlaufende Badewanne und ein leckendes Abflußrohr die ideale Voraussetzung für das aride Wüstenklima, das den EHS sprießen läßt. Da hab ich mich doch nicht so.

"Die Hausfäulepilze treten nicht nur in alten baufälligen, sondern auch in neu errichteten Gebäuden auf. Die Hauptursache für deren "Aufflammen" ist Feuchtigkeit, die in der Hauptsache durch Schäden, Baumängel und Baufehler an sensiblen Stellen eines Hauses entstehen kann.

Im Neubau werden nicht selten die komplizierten Systeme der Wärmedämmung und Feuchtigkeitsperren nicht beherrscht, so dass Feuchtigkeit durch Kondensation und Leckagen entsteht und "eingesperrt" wird. Diese Feuchtigkeitsnester sind in der Regel Ausgangspunkte eines Schwammbefalls oder anderer Hausfäulepilze. ...

In alter ... Bausubstanz sind zu deren Erhaltung nicht selten bekämpfende Sonderverfahren auszuarbeiten, die nicht immer konform mit den technischen Vorgaben sind. Im unmittelbaren Zusammenhang tut sich nicht selten die Frage nach dem Sinn und Notwendigkeit einer Schwammbekämfung auf, wenn ein nachweislich abgestorbener Alt-Befall vorliegt?!

Es ist nicht selten, dass im Altbau sehr alte Schäden gefunden werden, die durch die Altvordern längst behoben wurden und eine Austrocknung des Baukörpers zur Folge hatten. Zum Aufschrei und brachialen Schwammbekämpfungsmaßnahmen zwingen oft die verbliebenen "herbarisierten" Myzelien, Myzelstränge und Fruchtkörperreste.

Das ist ein unter Fachleuten heftig umstrittenes Problem und löste Polemik aus, wenn auch die Rechtsprechung nicht hinter einer alternativen Baulösung steht. Unter diesem Aspekt werden nur all zu häufig Bauwerke unsinnigerweise "vergewaltigt", nach dem rechtlich unumstrittenen Prinzip des sichersten Weges."

aus http://www.holz-schimmel.de/hausschwamm.html

Das sollte erst mal langen.

Guds Nächtle

Konrad Fischer





Gleiche Quelle:

“Auf Grund seiner Wachstumsstrategie ist der Hausschwamm in einem Gebäude ungleich schwerer zu bekämpfen als die übrige "Schar" der Hausfäulepilze. Um diesem ¨Lebenskünstler¨ bei zu kommen, muss man seine Biologie gut kennen. Bekämpfungsmaßnahmen nach anerkannten Regeln aus Wissenschaft und Technik müssen unbedingt Anwendung finden.

Die Einschätzung von biotischen und bauphysikalischen Schadensursachen und deren Umfängen sollte unbedingt durch erfahrene, Sachverständige Personen erfolgen, die für den Einzelfall geeignetsten Bekämpfungsmaßnahmen erarbeiten. Auf dieser Grundlage haben Sanierungsleistungen durch zertifizierte Fachfirmen zu erfolgen. Maßgebend für die Durchführung von Sanierungen Hausschwamm befallener Immobilien sind die DIN 68 800 Teil 4, DIN 52 175, das WTA-Merkblatt ¨Der Echte Hausschwamm¨, Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB – Teil B) und die Vorschriften der Bauordnungen der Bundesländer.”



Grüße aus Schönebeck



Quellenkritik:



Ein Holzschutzsachverständiger, der nicht ungeschickt seine Leistung anpreist. Und eben sowohl seine herausragende Qualifizierung als auch wohlfeile Kritik am Normtotschlag so rüberwachsen läßt, daß es möglichst authentisch wirkt. An anderer Stelle zeigt er dann Sanier-Beispiele ohne Normrückschnitt, ohne normgerechte Mauertränkung / Schwammsperre - ja, so geht es eben (auch). Auf toxische Brühen (zugelassen, na freilich) vermag er aber (noch?) nicht zu verzichten. Dafür langt's eben net, und so werden diese übers Neuholz und benachbarte Mauerwerk gekippt (wo bleibt die Nässe?). Obwohl ein verschwammter Hausbesitzer das - zumindest meiner Erfahrung nach - durchaus auch gustieren würde.

Ein zwiespältiges Bild eben.

Grüßla

Konrad Fischer
Toxikologenfan