Verfugen von Grauwacke Polygonalplatten

26.09.2013 SlowJoe71



Hallo,
Ich habe letztes Jahr unsere Terrasse mit Grauwacke Polygonalplatten belegt. Nachdem ich die Terrasse 35cm ausgekoffert habe, habe ich 30cm Frostschutz eingebracht und diesen dann verdichtet. Anschließend habe ich 5cm Edelsplitt aufgezogen, auf den ich dann die Polygonalplatten gelegt habe. Als Fugmaterial habe ich aus einem nahegelegenen Steinbruch Brechersand besorgt, diesen eingefegt und mehrfach eingeschlämmt. Zum Leidwesen meiner Frau lösen sich immer wieder kleine Steinchen aus der Fuge, die dann quer durchs Haus getragen werden. Auch bei Regengüssen wird die Fuge ausgewaschen so dass ich ständig fegen muß.
Nun stehe ich kurz bevor die Fuge auszuwechseln und suche eine gute und günstige Alternative. Die Feste Fuge (2K) ist unheimlich teuer, Verschiedene Versuche (Quarzsand mit Trasszement im Mischungsverhältnis 1:3 waren auch nicht zufriedenstellend)
Wie denkt Ihr über Trasszementmörtel, den dann trocken einfegen und dann anfeuchten?
Die Fuge sollte fest sein, sich nicht auswaschen, evtl. etwas flexiebel sein da die Platten nur im Edelsplitt liegen.
Uber Anregungen, Tipps & Tricks wäre ich sehr dankbar!



Fugenmörtel



Der Unterbau ist schon mal für die Ewigkeit dimensioniert!

Es gibt Fugenmörtel für Naturstein als Sackware von verschiedenen Herstellern,PCI ,Tubag,Haga ,Weber etc.da würde ich beim Preis vergleichen,ihr habt recht breite Fugen ,darauf achten welche max. Fugenbreite im Produktdatenblatt angegebn ist.

Meine Erfahrung mit trocken eingefegtem Mörtel,der sackt in der Fuge zusammen wenn der angefeuchtet wird,der sollte schon feucht da rein.

Grüße Martin



Terrasse



Entweder oder.
Entweder fugenlos mit Betonterrassenplatten oder mit Fuge.

Wenn Sie eine gebundene Fuge haben wollen denn auch mit gebundener Bettung. Sie hätten die Platten mit dem erforderlichen Gefälle in einen Kalk- oder Zementschlag setzen, anschließend die Fugen mit trockenem Mörtel ausfegen und zuschlämmen sollen. Jetzt geht nur eine durchlässige Fuge aus kunstharzgebundenem Fugenmörtel. Andere gebundene Fugen bröseln wieder heraus.
Ohne gebundene Verfugung und Kalkschlag geht es mit Terrassenplatten aus Beton, die sind sehr maßhaltig und können knirsch, also fugenlos, verlegt werden.





Hallo SlowJoe,
Herr Bötcher hat recht
es gibt bei der Verwendung von Trasszement als Fugenmaterial zwei wesentliche Unterschiede zur festen Fuge:
1. lässt sich Trasszement zwar trocken in die Fuge einkehren, beim anschliessendem notwendigen Wässern jedoch entstehen Zementschlieren, die nur in aufwendiger Feinstarbeit beseitigbar sind.
2. Trasszement ist nach Aushärtung statisch, soll heißen, dass sich im Trasszement (anders als 2K Feste Fuge)nach mehreren Winter Risse bilden, in denen sich zunehemend Wasser sammelt und sich dadurch der Fugenmörtel bei Frost ablösen wird.
der deutliche finanzielle Nachteil der "festen Fuge "wird durch die dynamische Eigenschaft und die Wasserdurchlässigkeit und somit deutlich längere Haltbarkeit wieder wett gemacht.
Freundliche Grüße



kunstharzgebundener Fugenmörtel



Hallo,
zunächst vielen Dank für die Antworten!
Hat jemand Erfahrungen mit kunstharzgebundenem Fugenmörtel?
Welcher Hersteller, Preis/Leistung,Verarbeitung, Verbrauch / m² (sicherlich schwer abzuschätzen bei Polygonalplatten mit)



Verugung



Sehr geehrter Herr Trautmann,
wenn Sie sich die Mühe machen meinen ersten Beitrag zu lesen werden Sie feststellen das ich eine starre Verfugung nur in Verbindung mit einem Kalk- oder Zementschlag empfehle. Dabei wird das Plattenmaterial in erdfeuchten Mörtel mit dem Gummihammer versetzt. Die Oberflächen können ähnlich wie bei Fliesen nach dem Antrocknen vom Bindemittelschleier gereinigt werden. Wenn das Wasser schneller verdunstet als die Hydratation einsetzt gibt es keine feste Verbindung zur Steinoberfläche.

An den Fragesteller:
Das die Fugen viel zu breit sind steht außer Frage.
Ich schlage Ihnen folgendes vor:
Betrachten Sie die Fläche als Übungsstück.
Im nächsten Frühjahr noch mal hochnehmen und neu einbauen. Entweder mit engeren Fugen und durchlässigem Kunstharzmörtel oder so wie von mir beschrieben.
Bis dahin können Sie sich mit einem ordentlichen Abtreter behelfen.

Viele Grüße





Nur nebenbei: Hallo Herr Bötcher...gerade weil ich Ihren ersten Beitrag aufmerksam gelesen habe: ...."Sie hätten die Platten mit dem erforderlichen Gefälle in einen Kalk- oder Zementschlag setzen, anschließend die Fugen mit trockenem Mörtel ausfegen und zuschlämmen sollen"....Alles richtig was Sie schreiben....aber Sie schreiben eben auch von trockenem Mörtel, der zugeschlämmt werden soll...richtig?
Wer dieses von Ihnen absolut richtige Verfahren erstmalig ausprobiert, läuft Gefahr, dass er sich Zementschlieren erarbeitet(gerade bei Grauwacke), die später nur noch eventuell abschleifbar sind....darauf wollte ich aufmerksam machen...für den geübten Laien ist die "Feste Fuge" sicherlich einfacher in der Durchführung....nur so...
Schöne Grüße von einem Gärtnermeister GaLaBau



Verfugen



Das Einschlämmen von Fugenmörtel kann auch klassisch wie beim Fliesenlegen erfolgen, also mit weichem bis flüssigem Mörtel.
Voraussetzung ist eine einigermaßen glatte, dichte Oberfläche und warmes, trockenes Wetter. Das sollte man bei frostsicheren Platten voraussetzen. Es funktioniert nicht bei Terrassenplatten aus Beton mit aufgerauhter Oberfläche, da kriege ich einen Zementschleier nicht runter. Bei einer grauen ungefärbten Betonoberfläche stört das auch nicht.
Sonst wird die Oberfläche nach dem Einschlämmen wie Fliesen mit dem Schwammbrett gewischt. Der verbleibende Zementschleier trocknet schnell an und kann dann trocken abgeputzt werden. Ich nehme dazu eine Zementtüte o.ä., in Stücke gerissen und geknüllt. So bekommt man z.B.auch Sichtmauerwerk nach dem Verfugen sauber.
Die Fugenbreite sollte sich natürlich in Grenzen halten!

Auf dem Bild Betonterrassenplatten. Beim Verfugen wurde unsauber gearbeitet und später versucht den Zementschleier mit Zementschleierentferner abzulösen. Dabei wurde die Bindemittelmatrix der eingefärbten Oberfläche mit zerstört, deshalb Hände weg bei kalkig gebundenen Oberflächen!
Der mangelhafte Belag muß jetzt gewechselt werden.