Sandsteinfassade schützen

20.12.2006



wir sind im Moment dabei den Putz unseres neu erworbenen Hauses abzustemmen. Zuerst eigentlich, um einen genaueren Blick auf die vorhandenen Setzrisse werfen zu können und weil der Putz an einigen Stellen schon am runterfallen war. Jetzt kommt da aber wunderschönes Sandsteinmauerwerk zum Vorschein und wenn die ganze Fassade so aussieht, möchte ich es nicht wieder zu putzen.
Jetzt habe ich zwei Fragen:
1. Gibt es eine Möglichkeit, den Putz schonender als mit dem Stemmgerät runter zu bekommen? an manchen Stellen hält er nämlich noch recht hartnäckig.
2. Sollte man die Sandsteine irgendwie wasserabweisend behandeln, oder vielleicht nur am Sockel? Wenn ja, was gibt es da, die Wand soll ja auf jeden Fall diffusionsoffen bleiben?
vielen Dank einstweilen für jede Antwort,
MArcus Curtis



Sandsteinputz



Hallo

zu 1. - mit einem Fäustel und flachen Meiseln per Hand; wenns leicher weggeht dann nur mit Spachtel oder altem Stremmeisen

zu2: - Nein würde ich nicht machen - keine Hydrophobierungen etc.evtl mit Waid-Extrakt arbeiten - Kontakt adresse per MAil

Die Fugen mit Luftkalkmörtel oder Staubkalk bearbeiten - die genauen Vorgehensweisen kann man eigentlich erst sagen, wenn man das Objekt kennt!

mfG

FK



Putzreste



die Putzreste können Sie schonend im JOS-Microstrahlverfahren entfernen.Bei bedarf könnte ich Ihnen ein Angebot per E-Mail übersenden.
Bitte keine Hydropfobierungsmittel verwenden.
Die Fugen würde ich wie bereits Herr Kurz empfohlen hat mit Luftkalkmörtel PS50 schließen.

mfg Peter Schneider



Luftkalk



Danke ersma,
@Florian Kurz: ich lese bei ihnen immer wieder Luftkalk. Was ist das Gute an Luftkalk und demgegenüber das Schlechte an Natursteinmörtel/Trasszement, den mir mein Schwager-seines Zeichens Maurer- empfehlen würde? Kann man das einem Laien wie mir verständlich erklären? Kann ich den Luftkalk genauso in Eigenleistung Verarbeiten oder ist dazu besonderes Knowhow erforderlich? Wie ist das mit der Witterungsbeständigkeit beim Luftkalk?
@Peter Schneider: danke für das Angebot zum Angebot, Ich möchte allerdings was geht selbst machen und die Anreise von Oldenburg nach Aschaffenburg erscheint mir auch etwas arg weit. Was ist denn dieses JOS-Microstrahlverfahren. Kann man so ein Gerät auch leihen, kann man sowas überhaupt als Laie bedienen?
Danke nochmal,
es grüßt,
Marcus Curtis



der Unterschied …



zwischen einem Luftkalkmörtel und z.B. anderen Kalkmörtel (hydraulischen ..) und gar Trass"vergüteten" Kalken oder Zementen und Zement und Beton etc. ist ganz kurz und überspitzt gesagt: der LKM macht nichts kaputt!

Alle möglichen und Fachleute habe immer gelernt, dass : “… gut ist was hart ist …" und deshalb ist in Aller Munde und Köpfe: Luftkalk ist ein "Weichling" und harte Mörtel und Putze braucht man wie starke Männer auf dem Bau ...
Die Werbun ist ebenso drauf abgestimmt, wie die Lehrunterlagen der Hoch und Niederschulen. die werbende Großmacht der I... vertritt natürlich die Allgemeinmeinung: Hart ist gut!

Schauen Sie sich die Schäden an Bauwerken an - zu 99% sind die harten "Drogen" dran beteiligt - wird aber dann vom rührigen Schachverständigen damit herabgewürdigt, dass es nun mal ein altes Haus ist und deshalb die Sache kaputt gegangen ist ...

Die Trasszaubermittel sind so ein nebolöses Allheilmittel und Trasskalk hört sich einfach gut an ....!

Lesen Sie mal in der solubel seite wenn Sie's noch nicht gemacht haben ...

Im Groben gesagt:
Die Härte des Mörtels macht mehr kaputt und LKM kann mit Wasser besser umgehen ....

... und den können Sie mit ein bisschen Geschick auch selbst verarbeiten - Fugen sind da geeigneter als flächiger Putz

gutes Gelingen

FK



Verarbeitung von Luftkalkmörtel.



alte Marode Fugen sauber ausarbeiten...
ggf.harte Fugen mit Fleß einschneiden damit die Spannung aus der Fuge genommen wird anschließend Fuge bis zum 1,5 fachen der Fugenbreite ausräumen.
Anschließend Steinflanken ordentlich reinigen.
Geöffnete Fugen mit 10% Essigsauer Tonerdelösung besprühen.
Anschließen Fugen mit 2 mm Körnung Luftkalkmörtel verfugen und Steinbündig schließen Oberfläche mit Holzklotz aufrauhen.
Dringend beachten Fuge bis zum abbinden feucht halten sonst kann es zu Abbindestörungen kommen.
Das JOS-Microstrahlgerät können sie nicht Ausleihen kenne auch keinen der das macht..dafür ist die Anlage einfach zu Speziell.
Gruß Peter Schneider



Sandsteinfassade



Einen gut gefügten Werksteinsockel aus Quadern sollten Sie unbedingt wieder freilegen, da sonst seine Sperrfunktion behindert wird. Aufgetragener Putz wirkt wie ein kapillarer Schwamm, der Wasser nach oben transportiert.
Bei dem über dem Sockel liegenden Mauerwerk sollten Sie differenzierter vorgehen. Früher wurde üblicherweise über dem Sockelbereich mit billigerem Mauerwerk gearbeitet, das war Bruchsteinmauerwerk. Solches im wilden Verband aufgeführtes mehrschaliges Mauerwerk wurde oft nur mit Lehmmörtel, dem ein Hauch Kalk beigemischt wurde, hergestellt. Eine steinsichtige Freilegung kann trotz Verfugung zu Schäden führen, wie die Ablösung der äußeren Mauerwerksschale durch Schlagregen und Frost. Ab etwa Mitte des 19.Jhr. wurde es Mode, steinsichtiges Bruchsteinmauerwerk als Kopie herzustellen, solches Mauerwerk kann natürlich wieder steinsichtig belassen werden. Sie sollten also vorher prüfen, aus welcher Zeit bzw. in welcher Qualität Ihr Mauerwerk erstellt wurde.

Viele Grüße

Georg Böttcher



was da alles zum Vorschein kommt



vielen Dank für die vielen hilfreichen Antworten. Ist sehr interessant was da alles zum Vorschein kommt. An jeder Seite ein anderes Mauerwerk. Oberhalb des Sockels auch Quader, aber kleiner und in unregelmäßigerem Verband. In der Kellermauer eine mit Backsteinen zugemauerte Lüftungsöffnung, die ich natürlich wieder aufmache. Da sollten vielleicht die Kühe, die dort eine zeitlang standen keinen Zug am Kopf kriegen. So wie's bis jetzt aussieht kann man die ganze Wand als Sichtmauerwerk stehen lassen. Aber erst mal abwarten, was in den höheren Mauerschichten rauskommt. Ist ja offensichtlich alles nach und nach und in verschiedenen Zeiten gebaut worden.
Wennman das offensichtlich nachträglich aufgebrachte Fugenmaterial wegmacht stellt man fest, daß die Steine eigentlich Fugenlos aufeinander liegen. Lediglich in den Stossfugen ist zum Teil mehr Mörtel drin. Was macht man denn da? Ich kann ja keine Fuge auskratzen, wo eigentlich keine ist. sollte man da die Kanten brechen und die entstandene Fuge wie auf dem Bild von F.K. (s.o.) zu sehen schliessen (mit Luftkalk natürlich)?
Bin gespannt auf die hoffentlich nicht allzubösen Überraschungen, die die nächsten Tage, die ich mich an meiner Wand vergnügen werde, erwarten.
Bis dahin, allen die sich hier so hilfreich zu diesem Thema geäußert haben schöne Weihnachten und ruhige Feiertage.
es grüßt recht freundlich,
Marcus Curtis