Wandaufbau Bruchsteinmauer im Erdreich/Wandheizung

14.06.2005



Hallo!

Ich möchte an eine Wand die zu 2/3 in einem Hang steht, es handelt sich dabei um ein ziemlich altes Bauernhaus und die Mauer ist eine Stein-Zwickelmauer (so hats der Mittelalterarchiologe glaub ich genannt), eine Wandheizung installieren, an der Wand bildet sich regelmässig Kondenswasser und ich hab Ritzen zwischen den Steinen ausgekratzt und soweit es ging neuerlich "ausgezwickelt". Folgender Aufbau wurde mir empfohlen:
1 - Bindung Oberfläche mit Trassvorspritzer
2 - Schilfmatten zur Entkopplung Putz/Wand (Styropor oder so kommt mir nicht ins Haus)
3 - Wandheizung (für so niedrige Temp. wie möglich ausgelegt)
4 - Lehmverputz (mit Stroh oder Hanf armiert)

Die thermische Entkopplun mach ich weil ich in Zukunft das Kondenswasser vermeiden möchte.

An einer anderen Stelle haben wir ein Stück Feuchte Mauer mit sehr lehmigen Trassmörtel verputzt, dort ist keine Feuchtigkeit mehr feststellbar: Zufall/macht das der lehmige Sand ? lg peter



Ich hätte was anderes empfohlen:



Mit Luftkalkmörtel die Wandoberfläche i.O. gebracht. Dann eine simple Strahlungsheizung, die nur am Sockel offen verläuft. Je nach Wärmebedarf ergänzt mit Strahlplatten.

Kostet wenig, ist flinkes System, verbraucht weniger Energie.


Infolink Strahlungsheizung


Traßmörtel sind zementär und haben ausblühfähige Inhaltsstoffe. Im Forum gibts ein Beispiel, was damit alles passieren kann. Daß die Stellen nicht mehr naß sind - hat das nur den Anschein, ist es auch gemessen? Waren vorher stark sschadsalzbefrachtete Mörtel drin, die nun ausgetauscht werden und deswegen ist die hygroskopische Feuchteanziehung vermindert? Fragen über Fragen.


Infolink Mörtel



Luftkalk



SgHr. Fischer,
Ich bin mir sicher, dass bei der besagten Wand die Feuchtigkeit durch Kondensation der Raumluft an der konstant kalten Wand verursacht ist. Egal wie warm es im Raum wird, wird durch die Kühlung des Erdreichs die Wand fast konstant 14°C haben und die Raumluft daran abgekühlt, Feuchtigkeit abgeben. Ich denke also, dass eine thermische Entkopplung notwendig ist.

Wie würde eine mit Luftkalk verputzte Wand reagieren ? Saugt die das sich absetzend Wasser auf und gibt es nach und nach wieder ab ?

Ich bin sehr an klassischen Verfahren interessiert, das alte Haus scheint mir durchdachter als so mancher Neubau (Luftungsöffnungen, Nischen,...). Die besage Wand war als ich das Haus bekam schon mit Zementmörtel versiegelt. Ursprünlich, wie an anderen Stellen nocht sichtbar, wurde mit Lehm verputuzt.



Betr. Entkopplung gehe ich nicht mit.



Entscheidend ist, die Raumluft kühler als die Oberfläche der Außenwand zu halten. Das geht nur mit einer Hüllflächentemperierung/Strahlungsheizung, wobei die Bauart da keine Rolle spielt, sondern nur den Kostenfaktor und das Betriebsrisiko beeinflußt. Die Idee der Zweischaligkeit ist hier nicht maßgebend.

Beim Kalk sieht es besser aus, da er die allerbesten Trocknungseigenschaften hat (Cadlergues-Zahl). Wie er auf Ihrem Untergrund hält, ob da Salz usw. erst mal Probleme bringen, muß vor Ort entschieden werden.

Viel Erfolg.