Trocknung Luftkalkmörtel

15.09.2012 Patrick



Hallo zusammen,

ich habe an einer Porenbetonwand einige größere Vertiefungen mit Solubel Luftkalkmörtel egalisiert und warte derweil die Trocknung ab.
Den Porenbeton habe ich mehrmals gewässert vor den Arbeiten.
Den LKM habe ich plastisch steif angerührt. also so, dass er "formbar" ist, und trotzdem haftet.
Die Vertiefungen sind etwa 5cm tief und nehmen eine Fläche von 15x15cm ein. Risse waren vorprogrammiert, trotz zweilagiger Verarbeitung.
Die Arbeiten sind 3 Tage her, und der Mörtel ist immer noch feucht und auch recht brüchig. Habe ich etwas falsch gemacht, oder dauert das tatsächlich so lange, bis eine richtige Festigkeit eintritt?
Eine Trocknungszeit zu nennen ist natürlich schwierig, da er ja nunmal wirklich trocknet, und nicht im eigentlichen Sinne abbindet. Trotzdem die Frage: Sind drei Tage und mehr normal?

Danke schon jetzt für Eure Erfahrungen.

Viele Grüße
Patrick



Luftkalkmörtel ...



trocknet nicht, sondern bindet chemisch ab. Dazu benötigt er neben Wasser ausreichend CO2 (Kohlendioxyd) aus der Raumluft. Einzig Lehmputz/Lehmmörtel trocknet lediglich aus; aus diesem Grunde kann er auch immer wieder verwendet werden.

Als Faustregel für den Abbindeprozess bei Luftkalkmörtel gilt: 1Tag/1mm Auftragsstärke. Bei 50mm wäre es besser gewesen, 2-3-lagig mit jeweils 2-3 Tagen Standzeit dazwischen.

Wenn Sie den Mörtel zu steif, mit zu wenig Wasser angesetzt haben und der Porenbeton zu viel Wasser zieht, kann der Abbindeprozess aus Wassermangel unterbrochen worden sein.

Bei der kleinen Fläche würde ich nochmal neu ansetzen. Solubel gibt im übrigen detaillierte Verarbeitungshinweise.





Vielen Dank für Ihre Antwort.

Der Stein war relativ nass und ist es auch immer noch.
Ich mache die Fläche aber in jedem Fall nochmal neu. So viel war es in der tat nicht.

Könnte es helfen, das ganze nochmal zwischendurch nass zu machen? Ich hatte eher Angst Kalk auszuspülen beim nachträglichen befeuchten, sodass die Oberfläche hinterher sandet...

Eine Porenbetonwand war vielleicht auch nicht der ideale Einstieg...

Danke und Gruß
Patrick



Abbindeprozess



Bei Porenbeton habe ich die Erfahrung gemacht das ein Nachnässen unabdingbar ist da der Porenbeton zu viel Wasser zieht.Dadurch kann es zu Abbindestörungen im Mörtelverhalten kommen.

GGf.noch mal ein wenig Nachnässen.
LG.P:Schneider



besser



wäre es einen Porenebton-rest kleiner zurechtzusägen, in Wasser tauchen und in ein kurz zuvor eingeworfenes Mörtelbett einzudrücken. ... sozusagen massiv auszuflicken, spart Zeit und weitere Versuche !!





Hallo Olaf,

danke für den Tipp. Die Wand, die ich gerade bearbeite ist eher eine Übungsfläche, da ich vorher noch nie mit Luftkalkmörteln gearbeitet habe. Da hier teilweise recht viel aufgetragen werden muss, und stellenweise sehr wenig erschien mir die Wand ideal zum üben...

In der Praxis hätte ich den Porenbeton wohl auch begradigt und ein Stück eingesetzt, allein um Mörtel zu sparen. :-)

Viele Grüße
Patrick



Bekräftigung



Ausflicken mit Reststücken ist ein guter Tipp.
Wenn man noch hat, kann es auch anderes Material sein, welches evtl. nicht ganz so viel Wasser zieht.

Ob dadurch bei tiefen Löchern, die geflickt werden, die Abbinde- bzw. Trocknungszeit verkürzt wird, weiß ich aber nicht, denn auch wenn die Oberfläche schon fest ist, kann es 3-5 cm tiefer ja noch ganz anders aussehen, zumal dahin ja auch das benötigte CO2 nicht mehr so gut hin wandern kann.



Bitte nochmal um Hilfe...



... habe jetzt einen Teil der betroffenen Wand vorgenässt, sodass der Porenbeton nicht mehr saugt. Seit heute morgen immer wieder. Vor einer Stunde habe ich dann einen Spritzbewurf in sehr dünner Konsistenz angeworfen. Scheint schon auch zu haften, aber die Ränder ziehen sich tropfenartig vom Stein weg. Sieht so aus wie Wasserperlen auf einem Hydrophoben Untergrund, z.B. Fliesen... Ist das normal?

Wie gesagt, ist alles Übung für die anstehenden Arbeiten...

Danke nochmal und viele Grüße
Patrick



aus



was war Dein Spritzbewurf.
Als Spritzbewurf wird allgemein mit maximal 50 % Deckung ein dünner grobkörniger Zementputz angeworfen....
Kalkputz sollte man "sehmig" (sollte nicht vom Aufzieher runterfließen) auftragen, bei Mehrlagigkeit die Oberfläche rau lassen (mit Kelle abkratzen oder mit Aufzieger abstoßen)und nach einer Woche die zweite Lage drauf (wieder annässen). Das Abperlen könnte auf feinen Staub an der Oberfläche (?) oder eine Grundierung hindeuten, einfach mal mit dem Annässer nachwaschen. Aus der Ferne aber schwer zu klären.





Es war der selbe Luftkalkmörtel 0-4mm

Spritzbewurf hatte ich so mit Herrn Ruf von Solubel besprochen, und hatte es meine ich auch in der Form gelesen. Eine Konsistenz zu beschreiben ist natürlich immer schwierig.

Hab grad nochmal nachgesehen. Der Spritzbewurf scheint auf alle Fälle zu halten... Trocknet aber nach wie vor ewig. Ist mit konventionellen Materialien wie Rotband etc. nicht im Geringsten zu vergleichen.

Viele Grüße
Patrick



dann



warten wir mal ab.

moderner Rotband mit konventionellem Kalkputz zu vergleichen (beachte bitte die Reihenfolge!) ist wirklich nicht sinnvoll. Aber Auch Kalk kann man nicht mit Gips vergleichen: :-).





Hi nochmal,

habe jetzt einfach mal die Finger davon gelassen, nicht nachbefeuchtet etc. Es wird langsam.
Im Nachhinein muss ich sagen, dass der zweite Versuch mit insgesamt weniger Wasser besser gelungen ist. Nicht wenig Wasser, sondern einfach weniger. Ich habe nach dem Vornässen einige Zeit gewartet, und direkt vor dem Putzen nicht mehr gewässert. Die Konsistenz vom Putz war eher fest, im Gegensatz zu vorher eher pampig.

Wie sind Eure Erfahrungen hierzu?

Gruß
Patrick



Wie



wie schreibst Du selber - "Eine Konsistenz zu beschreiben ist natürlich immer schwierig."

Es ist natürlich immer gut, eine Wand zu haben, an der man experimentieren kann, ohne daß jemand sich später darüber aufregt.

Seine eigene passende Mischung muß ohnehin jeder für sich selber finden. Außerdem haben hier mehrer dazu eine solide Ausbildung erfahren. Die wissen zwar wie es geht, aber vermitteln kann man so etwas fast nur in der Praxis. Es sei denn, Du bist Lehrer - die lesen sich das immer an ... :-)