vermutete Zementverunreinigung im Fertigprodukt




Hallo zusammen,
ich wollte mal fragen wie die Vorgehensweise ist, wenn man in einem Fertigprodukt, Namen lass ich erst mal außen vor, dass zementfrei sein sollte auf Grund von Farbe Verarbeitung etc., Zement vermutet bzw. ein anderes Produkt, eine falsche Abfüllung sozusagen. Wendet man sich an den Händler oder Hersteller? Ich habe von 30 Sack bereits 2 verarbeitet. Kann man einfach feststellen ob Zement drinnen ist oder nicht?

Gruß
KHS



Zementgehalt



Ja, kann man.
Ein Blick ins Sichergheitsdatenblatt oder ins Produktdatenblatt schafft Aufklärung.
Putze oder Mörtel der Gruppe 1 (Luftkalkmörtel oder -putz) enthalten oft einige Prozent Zementmineralien (Weißzement) oder andere latenthydraulische Zusätze (Ziegelmehl, Trassmehl).
Prüfen kann man den Gehalt wenn man den Fertigmörtel ein paar Tage sumpfen läßt. Wenn keine Festigkeitserhöhung eintritt und der Mörtel sich problemlos wieder weichrühren läßt ist nix drin bzw. in vernachlässigbaren Spuren.

Viele Grüße



zementfrei



wie gesagt, der TrassKalkMörtel ist laut Datenblatt zementfrei.
Ich habe den Händler heute informiert und der schickt mir den Außendienstler vorbei.
Der Einsumpftest funktioniert leider nicht bei hydraulischem Kalk.
Es geht hier auch nicht um einige Prozent, das wäre mir gar nicht aufgefallen. Der Mörtel schaut aus wie normaler Kalk-Zement-Mörtel und hat auch rel. schnell angezogen.
Mir wäre wichtig was ich vom Hersteller erwarten kann, wenn sich mein Verdacht bewarheitet. Stichwort Schadensersatz. Gibt es da Erfahrungen bei euch?

Gruß
KHS



das



anziehen liegt wohl eher an der Feuchte/Trockenheit des Untergrundes - und anhand der Farbe den zementantteil zu erkennen - das traue ich mir nach 30 Jahren Bau nicht zu. Dazu gibt es zu viele Zementarten - natürlich nicht mehr frei im Handel. Selbst Portlandzementmörtel wird einmal grau und bei der nächsten Lieferung wieder blaugrau (wie ich es kenne). Mir war das nur aufgefallen beim betonieren einer Mauerabdeckung, als die oberste lage mit Zement aus der neuen Palette gemischt wurde.

Einsumpfen bringt auch nicht viel, denn bei 1:4:12 kann man den Mörtel immer noch aufrühren. Und Falschabfüllung - ??????? Dein Eindruck könnte eher subjektiv sein.



subjektiv



wäre schön, wenn ich mich irre.

Gruß
KHS



MG 2



Was stört sie denn an einem Zementanteil im MGII (Alle Mörtel der Gruppe 2 haben hydraulische Zusätze)? Haben Sie dem Lieferanten bestimmte Vorgaben hinsichtlich der Eigenschaften gemacht?
Für was soll der Mörtel eingesetzt werden?

Viele Grüße



Inhaltstoffe



Wenn der Hersteller die Inhaltstoffe auflistet und kein Zement dabei ist, dann gehe ich davon aus dass es auch so geliefert wird.
Habe heute mit dem Kundendienstler gesprochen, er bestätigte mir, dass in diesem Produkt kein Zement dinnen sein sollte. Außerden schloß er eine Verunreinigung in nenneswerter Größe aus. Bisher keine Beanstandungen...na ja.
Morgen frage ich meinen Architekten, ich lass das Zeug in einem Labor untersuchen. Solange Baustopp an der Stelle.

Ich repariere ein Natursteinfundament (Porphyr)d.h. ich mauere Bereiche neu auf. Darauf ruht die alte Lehmwand ohne Horizontalsperre. Die Verwendung von Trasskalkmörtel ist mit der Planung so abgesprochen.
Ich verwende für die alte Bausubstanz im Sockel-/Fundamentbereich hydraulischen Kalk, nämlich o.g. Trasskalkmörtel (Werktrockenmörtel) und darüber sog. Luftkalk in Eingenherstellung (Weeiskalkhydrat+Sand+Wasser).
Neue KS oder Ziegelmauern werden mit Kalkzementmörtel gemauert.

Gruß

KHS



MG 2



Unabhängig davon das Sie Trasskalkmörtel ohne Zementanteil geliefert bekamen und Ihr Verdacht nur auf Ihrem Gefühl basiert sollte ein Zementanteil im Mörtel keinerlei Schäden verursachen.
Hersteller von Werktrockenmörteln benutzen lieber Zement als Hydraulefaktor weil hier die Eigenschaften des fertigen Mörtels besser definiert werden können; natürlich hydraulische Kalke haben eine gewisse Streubreite in Zusammensetzung und damit ihren Eigenschaften.
Ich vermute das bei Ihrer Anwendung z.B. der Gehalt an Alkalien wie Kaliumoxid wichtiger ist als die Einhaltung irgendwelcher reinen Lehren über gute Kalke und böse Zemente.
Eine Mängelanzeige bzw. eine Schadenersatzforderung ist sinnlos.
Von der Verwendung von selbst hergestelltem Luftkalk im Außenbereich rate ich ihnen ab. Sie können die Festigkeit des erhärteten Mörtels nur nach Gefühl einstellen und die Durchhärtung erfolgt nicht gleichmäßig (bei Luftkalk von außen nach innen).
Wählen Sie lieber einen Werktrockenmörtel mit auf das Wandmaterial und den Einsatzzweck abgestimmten Eigenschaften wie Festigkeit, Alkaligehalt und Porösität.

Viele Grüße



Luftkalk



Wie gesagt, wenn sich mein Verdacht nicht bestätigt, um so besser.
Ich bin doch nicht der Erste, der sich selber Luftkalk anmischt. Habe vor Wochen als Versuch mehrere Steine damit gesetzt. Otterbein Weißkalkhydrat 1:3 mit Sand, alles bestens.
Ich bin kein militanter Zementhasser ;) aber das Mauerwerk in dem Bereich sollte möglichst dampfdiffusionsoffen sein. Oder erreiche ich das auch mit einen stinknormalen Kalkzemet Putz- und Mauermörtel? Wann ist denn eine 24er Wand ausgehärtet mit og. Mischung?



MG 2



Es gibt keine signifikanten Unterschiede zwischen Kalkzementmörtel und Kalkmörtel (Werktrockenmörtel) der gleichen Festigkeitsgruppe was die Diffusionsfähigkeit betrifft. Selbstgemischte Kalkmörtel können da schlechter dastehen.
Noch mal: Nicht die Art der Bindemittelgruppe entscheidet über die Eigenschaften eines Mörtels, sondern seine Zusammensetzung. Dazu gehört neben der Art des Bindemittels das Mischungsverhältnis und die Kornzusammensetzung des Zuschlags. Wenn Sie da Fehler machen nützt ihnen der schöne Luftkalk gar nichts.
Was die Festigkeit betrifft: Hydraulische Bindemittel härten gleichmäßig über den ganzen Querschnitt der Fuge durch. Selbstgemischte Luftkalke erhärten von außen nach innen mit einer Geschwindigkeit von etwa 1 mm pro Tag, manchmal auch gar nicht wenn die Randbedingungen (Feuchtefenster 0,8 M % - 8 M%) nicht stimmen.
Gerade beim Mauern mit schlecht saugenden Natursteinen sind Luftkalke von Nachteil, da sie auf Grund der fehlenden Anfangsfestigkeit zum Schwimmen neigen.
Ich sehe keinen Vorteil darin (außer vielleicht der Materialpreis) als Profi mit selbstgemischtem Luftkalk im Außenbereich zu mauern.
Davon abgesehen arbeiten Sie mit einem nicht geprüften und konformen Material außerhalb der Bauregelliste A. Beim Heimwerker ist das völlig egal, nicht wenn es um Gewährleistungsfragen beim Profi geht.
Beim Innenputz z.b. ist der Einsatz von selbstgemischtem Luftkalk kein Problem, da es hier nicht um statische Belange geht. Eventuelle Verarbeitungsfehler sind zwar ärgerlich, Schaden aber der Standfestigkeit des Gebäudes nicht.

Viele Grüße

p.s. Wenn sie das nächste mal Material bestellen gehen Sie zum Fachhändler und schildern genau die Randbedingungen und den Verwendungszweck. Dann kriegen Sie dafür auch das passende Material geliefert.
Egal ob gemahlener Hundekot, Hochofenschlacke oder recyelte Grillasche drin ist, Haupsache das Zeug erfüllt genau diesen Zweck für den sie es brauchen.



geht



es denn nun ums Mauern oder um Innenputz ???

Mit Georg Standpunkt (oftmals ist er ähnlich), geht ich bezüglich der Bedenken zum selbstgemischten Mörtel nicht ganz mit, Generationen an Maurer haben unzählige Häuser mehretagig ohne Probleme hochgezogen, gerade nach dem 2. WK wurde ja nicht nur Kalk und (wenig) Zement, auch Ziegelmehl als hydraulicher Zusatz in den Mörtel gemischt - und das ohne Werkslaborüberwachung. Allerdings hatte jeder Mauerer eine gute Ausbildung und konnte die Randbedingung einigermaßen kontrollieren.
Es ist aber auch bekannt, daß Mörtel in dicken Bruchsteinwänden oftmals nicht abbinden konnte - soweit wieder Übereinstimmung mit Georg.

Zur Eingangsfrage - wird wohl nur mit dem Vertreter zu klären sein.



Luftkalk



Womit wie wieder bei "zementären Pampen" a´la Fischer wären, nämlich hydraulische Zusätze im MG 2 wie die berühmte Schippe Zement pro Mörtelfass, der Mischbinder und die hydraulischen Kalke. Unser Fragesteller hat aber nach einem hydraulischen Kalk ohne Zementbeimengung geschrien, also einem NHL (natürlich hydraulischen Kalk). Er glaubt der sei besser, warum weiß er nicht.
Das Mauern mit Ziegeln, damals oft recycelt, ist nicht zu vergleichen mit schwach saugenden Natursteinen die auch noch verfugt und nicht verputzt werden. Auch damals, in den ersten Jahren nach dem Krieg, wurde der selbst gesumpfte Stückkalk nicht zum Mauern sondern zum Putzen verwandt und Ziegelmehl im Kalkwerk in den Mischbinder gegeben, nicht auf der Baustelle.

Viele Grüße



Es geht...



...ums Mauern, erst mal.
Nein das weiß ich nicht, warum ausgerechnet nur mit (zementfreiem) TKM, aber der Planer, dazu ist er da.
Er hat das Zeug übrigens fregegeben. Ist auch schon verarbeitet.

Venceremos!

KHS



TKM



Fragen Sie Ihren Planer mal nach derfachlichen! Begründung für die Zementfreiheit, die würde mich interessieren.

Viele Grüße