Reiner Kalkmörtel doch nicht rein

26.08.2008



Liebe Community,
die Fachwerk-Innenwände unseres Hauses (Bj. um 1900) sind mit Mauerziegeln und Kalkmörtel ausgemauert. Beim Aumauern zweier Gefache und diversen Ausbesserungsarbeiten wollten wir es genauso wieder machen. Dafür haben wir die Steine von unseren Abbrucharbeiten wieder verwendet und uns beim Baustoffhändler "Sakret Reiner Baukalkmörtel" besorgt.
Nun haben wir gestern mit Schrecken im Technischen Merkblatt gelesen: "enthält Zement und Calciumhydroxyd" und machen uns große Sorgen um unser Fachwerk. Was kann passieren?
Ängstliche Grüße...
Doris



Reiner Kalkmörtel



Wichtig ist nicht was drin ist, sondern in welcher Zusammensetzung, also z.B. wieviel Zement.
Viele Hersteller geben in ihren werkgemischten Trockenmörtel etwas Zement, um die Verarbeitungseigenschaften wie Anfangsfestigkeit zu beeinflussen.
Also prüfen Sie die genauen Mengenanteile.
Noch wichtiger ist die Druckfestigkeit des Mörtels. Er sollte nicht zu hart, aber etwas fester als der Putzmörtel sein.
Ich glaube übrigens, das für eine Innenwand der Mörtel durchaus verwendbar und geeignet ist.
Über das Calciumhydroxid brauchen Sie sich keine Gedanken bezüglich der Mörtelqualität machen, allerdings sollten Sie bei der Verarbeitung Vorsicht walten lassen.
Das Zeug ist stark ätzend, in kleinen Wunden brennt es und kann regelrechte Löcher in die Haut fressen. Vorher also mindestens Hände cremen oder Schutzhandschuhe tragen.
Wenn es in die Augen kommt, droht Hornhautverätzung, wenn nicht sofort gespült wird.

Viele Grüße



Reiner Kalkmörtel doch nicht rein



Ich bedanke mich für Ihre Antwort, Herr Böttcher.
Den Zementanteil im reinen Kalkputz kann ich wohl nur beim Hersteller erfragen. Wie hoch darf denn der Zementanteil sein?
Viele Grüße
Doris



Calciumhydroxid im Kalkmörtel



Um das Calciumhydroxid in einem Kalkmörtel würde ich mir auch keine Gedanken machen, ich würde mir eher darüber Gedanken machen wenn kein Calciumhydroxid drinnen wäre, denn das ist die Chemische Bezeichnung für Kalk.
Dass in einem "Reinen Kalkmörtel" Zement drin ist, ist da schon bedenklicher (wenn nicht sogar Etikettenschwindel). Je nach Zementanteil könnte es sein das er zu fest wird und Fugen ausbrechen.



Wenn der Mörtel



als "Reiner Kalkmörtel" deklariert ist, dürfte der Zementanteil sehr gering sein. Ich nehme mal an, dass der Zement aus Gründen der Verarbeitung und einer verbesserten Feuchtigkeitsbeständigkeit eingesetzt wird.
Für die Verwendung im Fachwerk sehe ich da keine Einschränkung, sonst wärs ja ein Kalkzementmörtel.
Kalkmörtel ist in der Regel MG I, Kalkzementmörtel MG II oder MG IIa. Müsste auf dem Sack stehen.
MfG
dasMaurer



Reiner Kalkmörtel doch nicht rein



Inzwischen habe ich vom Hersteller erfahren, dass der Zementanteil 1 bis 20 % betragen kann, genaueres wird nicht verraten. Kann es nun sein, dass der Zementanteil, wenn er dann so hoch ist, durch Feuchtigkeitsaufnahme auf Dauer das Fachwerkholz schädigt? Das ist meine Sorge, mit Abplatzungen wegen zu großer Härte hätten wir kein Problem, das liesse sich ja reparieren.
Viele Grüße
Doris



Wenn



der Zement abgebunden ist, nimmt er keine Feuchtigkeit mehr auf. Feuchtigkeit wird durch das Mörtelgefüge insgesamt aufgenommen und wieder abgeführt, je nach Umgebungsbedingungen. Dadurch wird sichergestellt, dass das Holz nicht im nassen Mörtel steckt.
Und worauf beziehen sich die Prozentangaben, auf die gesamte Mörtelmasse oder auf den Bindemittelanteil?
MfG
dasMaurer