Mischungsverhältniß für druckfesten Kalkmörtel?

10.08.2006



Hallo nochmal,

wir haben plötzlich ein unerwartetes Problem:

Nachdem der erste Probeabschnitt (ca. ein Meter) mit Kalkmörtel (4 Einheiten gewaschener Sand und eine Einheit Weißkalkhydrat) so ziemlich getrocknet ist, stellen wir fest, daß er sofort zerkrümelt, wenn man mit dem Daumen draufdrückt! Woran kann das liegen? Wir hatten nicht zuviel Wasser genommen, so daß er nicht flüssig, sondern knetbar war.
Wir werden den bröseligen Kalkmörtel wieder rauskratzen, doch was soll rein?

Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand sagen könnte, wie man guten druckfesten Kalkmörtel mischt. Ich bin momentan ratlos...


Gruß Richard



...muß natürlich Mischungsverhältnis heißen, ohne ß!



Man sollte halt immer lesen, bevor man postet;-)



Trocknung



Hallo !

Ziemlich getrocknet bedeutet bei Luftkalk noch lange nicht erhärtet, das dauert.


Karsten



Erhärtung



bei mir hat es drei Monate gedauert, bis der Kalkmörtel richtig hat war. Allerdings war bei mir das Mischungsverhältnis 3:1.



Zwei Monate?



Dann muß ich wohl noch warten.

Wodurch bekommt Kalkmörtel eigentlich seine Festigkeit? Durch Auskristallisieren (wie bei Beton) wohl nicht, denn das geht sehr schnell. Beton hat bereits nach einer halben Stunde eine geringe Anfangsfestigkeit.

Allein durch Trocknung kann es auch nicht geschehen, denn das dauert keine zwei Monate. Nach fünf Tagen ist der Mörtel im Sommer ja bereits knochentrocken.

Gruß Richard



Molkezusatz



Mit einem Beimengungsgrad an Molke (Milchsäure) erreicht man erstaunliches.
Kaseinmörtel und super Standfestigkeit.
Auch als Außenputz möglich und jetzt bereits seit 6 Jahren ohne sichtbare Mängel an einigen historischen Massivfassaden.

Unglaublich, was so unsere Altvorderen da früher gemacht haben, man muß sich nur wieder etwas trauen und Mut zur Sache haben.
Grüße U.M.



Molkepulver? Unglaublich! Und ich dachte das schüttet man in die Milch...



Das erstaunt einen immer wieder wenn man hört, mit welchen Mitteln unsere Vorfahren gebaut haben und vieles ist haltbarer, als so mancher Betonbau.

Im Mörtel der Frauenkirche wurde sogar Quark und Ei bei der Analyse entdeckt. Da bekommt man ja schon fast Hunger ;-)

Gruß Richard



Kein Pulver!!...,



...sondern frische Molke aus der Käserei oder einer Molkerei.
Kurze Aufbewahrungsfrist nur möglich, daher stets nur soviel Molke fassen, wie am Tage verarbeitet werden kann.
Die Analysen in der Frauenkirche sind richtig, doch in fast allen historisch wertvollen oder auch "Armen"gebäuden aus der Überlassenschaft noch überlegter Baukultur, findet man Rezepturen mit uns heute noch bekannten "Nahrungsmitteln". Eier, Molke/Quark, Blut und aber auch organischen Substanzen, wie Kuhdung, Urin, Haare u.ä.
Und dummerweise funktioniert dies heute auch noch.

Grüße Udo



kalkmörtel



Wenn der mörtel zu naß ist wird er auch nicht fest.
Der sollte schon nach ein paar Tagen dann oberflächlich trocken sein, sonst kann das CO2 nicht reindiffundieren.
Der wird dann nicht fest.





Hab auch einige Stellen neu mit Kalkmörtel verputzt, Mischungsverhältniss 3:1, hat etwa einen Monat gedauert, bis der Putz wirklich hart war, bei ständig geöffneten Fenster! Er war beim Aufbringen so feucht, das er beim an die Wand schmeissen gerade noch Kleben blieb.



sinterhaut



Bei zu nassem Mörtel bildet sich an der Oberfläche eine Sinterhaut aus CaCO3 welche dünn und dicht ist und dann die Oberfläche verschließt sodaß dsas CO2 nicht reinkann ins innere des Mörtels.
Das ist auch der Grund warum Sumpfkalk unter Wasser haltbar ist, den braucht man dann nicht zudecken.#
Auf der Wasseroberfläche schwimmt eine dünne Sinterhaut aus Kalk, kann man auch sehen und der Sumpfkalk drunter ist geschützt.
Falls die Oberfläche zu naß ist mit Bürste abrauhen, daß die Sinterhaut weggeht.