Welcher Mörtel für Sockeltemperiereung?

03.04.2005



Hallo Experten,
leider habe ich diese Seite mit dem äußerst interessanten Forum erst jetzt entdeckt. Großes Lob an die Initiatoren und die Aktiven!

Hier zur Situation im Rahmen der Renovierung unseres alten Fachwerkhauses:
Das Haus steht auf einem Sandsteinsockel. Um die (nicht allzu massive) aufsteigende Feuchtigkeit zu vertreiben, haben wir zwei Kupferrohre als Sockeltemperierung direkt am Sandssteinsockel verlegt. Damit nun die Wärme auch wirklich am Sockel ankommt, müssen diese Rohre noch eingemörtelt werden um via Wärmeleitung ihre Wärme an den Sockel abgeben zu können.
Nun stellt sich aber die Frage, mit welchem Mörtel diese Rohre eingemörtelt werden sollen.
Bisher ging ich davon aus, dass ich Trasszementmörtel dazu nehme, da Zementmörtel eine deutlich höhere Wärmeleitfähigkeit als Kalkmörtel besitzt.
Nach stundenlangem, interessanten Schmökern auf diesem Forum, insbesondere zu den Themen "Mörtel", bin ich nun aber unsicher geworden.
Soll ich dem Sandstein zuliebe auf die deutlich bessere Wärmeleitfähigkeit des Zementmörtels verzichten und stattdessen mit Kalkmörtel arbeiten? Schließlich lebt diese Sockeltemperierung doch von einem guten Wärmetransport.

In manchen Bereichen, wo dieser Mörtel mit Querschwellen (Holzschwellen) in Berührung kommt wollte ich dafür einen hydraulischen Kalkmörtel (z. B. HL5) nehmen, um das Holz an etwas Atmungsaktives anschließen zu lassen.
Auch hier bin ich nun verunsichert, da in einigen Beiträgen die hydraulischen Kalkmörtel bezüglich ihrer "Atmungsfähigkeit", ihrer kapillaren Saugfähigkeit und ihres Diffusionswiderstandes den Zementmörteln fast gleich gesetzt wurden.

Hier die konkreten Fragen:
1.) Welchen Mörtel soll ich zur Ummantelung der Temperierung nehmen bei Kontakt nur mit dem Sandsteinsockel?
2.) Welchen Mörtel bei Kontakt mit Holzschwellen?
3.) Sind die hydraulischen Kalkmörtel wirklich genauso "dicht" (um nicht schlecht zu sagen schlecht) wie die Zementmörtel?


Noch ein Nachsatz, warum ich es bedaure, erst jetzt auf diese Seite gestoßen zu sein: Im ehemaligen Stallbereich (keine Fachwerkwände) hatten wir die alten mürben Ziegelsteine durch 36 er Hochlochziegeln ersetzt. Den auch hier befindlichen Sandsteinsockel haben wir dazu nach innen mit Beton etwas verbreitert, um einerseits auf die Breite der 36er Ziegelsteine zu kommen und um andererseits mit dem "dichten" Beton Amoniakausblühungen zu vermeiden.

Seit dem Lesen dieser Seite weiß ich, dass dem Sandstein der Beton auf Dauer leider nicht bekommen wird. Was hätte es bei diesen Amoniakgetränkten Sandsteinen aber für Alternativen gegeben, als sie mit beton abzudichten? (In meinem Bekanntenkreis steht so ein Objekt nämlich ebenfalls noch an.)

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir meine Fragen beantworten könnten.
Vielen Dank und beste Grüße aus Oberfranken!



Mörtel?



Hallo,
ich empfehle Ihnen mit Lehm zu arbeiten, guter Wärmeübergang und keine Probleme mit den Holzschwellen.
Hydraulische Kalkmörtel sind wirklich so.
Zur "Abdichtung" der ammoniakgetränkten Sandsteine gibt es schon Alternativen; dazu müsste man aber das Objekt sehen.
Da selber Oberfranken würden wir uns über eine Kontaktaufnahme freuen.
MfG
Wolfgang Masching



Sockeltemperierungsputz



Hallo
Neben dem genannten Lehmputz wäre auch ein "reiner" Kalkputz möglich - aber das würde ich erst bei Ansicht entscheiden können!
Infos auch unter "www.solubel.de"
Alles "zementäre" kann zum Bummerang werden - oder wird dazu!
Schönen Sonntag
Florian Kurz



Mörtel für Ummantelung der Sockeltemperierung



Hallo zusammen,
vielen Dank für die bisherigen Ratschläge. Wie gesagt, lebt ja eine soche Sockeltemperierung einzig und allein von der guten Wärmeleitung der Ummantelung.
Ein Kalkmörtel hat diesbezüglich schon eine relativ geringe Wärmeleitfähigkeit von nur 0,87 W/(mK). Lehm nur 0,66. Zementmörtel aber satte 1,4, also eine über doppelt so große Wärmeleitung wie Lehm.

Macht denn der Trasszementmörtel wirklich den Sandstein kaputt?

Wohlgemerkt, es geht hier nicht um einen Putz, sondern um die Ummantelung einer Sockeltemperierung auf ca. 15 cm Höhe, die komplett im Bodenaufbau verschwindet.

Ich bin gespannt auf weitere Rückmeldungen.
Vielen Dank!

Gruß, Martin Voll



Zahlen und Fakten



Hallo
Bitte lassen Sie die Zahlen - Zahlen sein!
Die Fakten schauen ganz anders aus!
Was der Zement - auch in kleinsten Dosierungen am Bau (Alt oder Neu) anrichten kann, ist unser "täglich Brot"! (siehe auch meine Homepage ...)
Da hilft auch kein fachliches recherchieren von Wärmeleitfähigkeiten der Materialien. (Leider!!!)
Dann könnte ja jeder Häuser ....!!!
In Wirklichkeit sind die Zusammenhänge am Bau mit Temperaturen und Feuchtigkeiten etc. sehr komplex und oft verwirrend!
Nur alleine ein Merkmal macht noch keinen "guten" Putz, kein gutes Bausystem aus!
Bitte machen Sie da nichts falsch!
Aber der Sockel und das Gebäude werden Ihnen das danken!!!

Grüsse aus Nürnberg

Florian Kurz



fränkischer Sandstein verträgt auch Traßkalkputze



Hallo ins Frankenland,
ich habe hier in Hessen reichlich schlechte Sandsteine vor der Haustüre, auf denen weder ein Kalk-noch ein Zementputz hält.Klar ist,dasss ein Lehmputz bei aufkommender Nässe einfach abfällt. Der mir bekannte fränkische Sandstein ist meist sehr homogen. Deshalb kann ich Ihnen mit ruhigem Gewissen zu einfachem Traßkalkputz raten, notfalls selbt hergestellt nach dem Motto: 1 Raumteil TUBAG-Traßkalk auf 3 Teile gewaschenen Sand Körnung 0-3mm, also 3:1.Machen Sie vor Putzbeginn die Steine richtig naß und schlämmen diese mit einem Sud aus dem v.g. Traßkalkmörtel richtig ein. Ideal ist ein naß-in-feucht-Verputzen.
herzliche Grüße
Klaus Schillberg, www.texbis.de
herzliche Grüße
Klaus Schillberg , www.texbis.de