Steine für Gefache

03.07.2011



Hallo,

welche Stein-Mörtel-Kombination eignet sich für ein Ausmauern des Gefaches als Sichtmauerwerk?

Danke im Voraus!



Fachwerkgefache



Hallo

Hartbrandsteine mit Luftkalkmörtel würde ich nehmen.

z.B. http://www.ziegelkontor.de/
und
www.solubel.de

Kein Trass oder Zement!

3Eckleisten, Innenputz durchgängig

FK



Steine für Gefache



Hallo Stefan,
bei den Steinen halte ich mich raus. Als Mörtel würde ich Lehmmörtel nehmen und mit Kalkmörtel verfugen.
Gruß
Ralph Schneidewind



Luftkalkmörtel / Zementmörtel / Kalkmörtel



Hallo,

ich lese des öfterne von Luft oder Kalkmörtel,
was sind den die Vorteile gegenüber normalen Zementmörtel?

und warum sollte man mit Lehmmörtel mauern?

mfg tobber



Luftkalk



Im Luftkalkmörtel ist Kalkhydrat, ein mineralisches Bindemittel, das unter Zugabe von Kohlendioxid aus der Luft erhärtet (carbonatisiert). Er wird nicht so hart und ist poröser wie hydraulische Bindemittel.
Hydraulische Bindemittel sind Gemische aus Kalkhydrat und Zementmineralien.
Das sind künstliche (Zement) oder natürliche (latenthydraulische) Minerale, die gemeinsam mit Kalk nur unter Wasserzugabe erhärten, also auch unter Luftabschluß. Es bilden sich dabei Calciumsilikathydrate; feste Minerale die zusammenwachsen und ein Skelett bilden Bindemittelmatrix).
Daher der Name.

Typische hydraulische Bindemittel sind alle Zemente und hochhydraulischen Kalke. Der Unterschied liegt in der jeweiligen Zusammensetzung.
Sie werden härter und dichter als Luftkalk, wenn sie abgebunden sind. Für Gefachausmauerungen und generell für Mauerwerk gilt, das der Mörtel immer weicher als der Stein sein sollte. Das ist besonders wichtig bei Fachwerkausmauerungen, wo Mauerwerk und Holz kombiniert sind.
Daher ist der weichere Kalkmörtel dafür besser geeignet, er hat einen niedrigeren Elastizitäzmodul als Zement und kann durch seine porösere Struktur Wasser besser ableiten und abgeben.

Viele Grüße



Steine für Gefache



Betonmörtel ist zu dicht. Die Fugen sollen zwar regendicht sein, wenn aber das ganze Gefach physikalisch zu dicht ist, kondensiert am Holz Wasser und die Balken verrotten. Kalk und Lehm sind atmungsaktive Stoffe. Aber Lehm ist eben nicht Wasserfest.



Danke für die Antworten



ich bin wieder ein wenig schlauer,
allerdings leuchtet es mir nicht ein warum die Fuge weicher sein soll als der Stein (beim Fachwerk OK) aber bei einem Klinkerbau!?

Ich habe nämlich die Situation z.b. bei meinem Klinkerbau wo ich Risse und gennerel Fugen auskratzen will (sowohl von innen wie auch von Außen) und diese neu Verfugen will, da die alte Fugenmasse wie trockener Sand ist.
ICh dachte mit Zementmörtel mche ich da nix verkehrt und bekomme wieder Festigkeit ins Mauerwerk.

Die selbe Situation habe ich auch in meinem Nebengebäude aus Naturstein, mit teilweise riesigen Hohlräumen.

mfg tobber



Sie bewegt sich eben doch



Die Wand.
Man spricht im Bauwesen zwar von Statik, aber auch eine Wand bewegt bzw. verformt sich.
Unter Belastung, durch Temperaturänderungen, chemisches Quellen/Schwinden...
Bei zu starrem Material oder eben zu hartem Mörtel brechen die Steine. So verformt sich der weichere Mörtel plastisch bzw. elastisch ohne gleich zu reißen oder zu brechen.

Viele Grüße



Ich weiß auch noch was:



1. Hartbrandsteine nehmen sehr wenig Wasser auf, das belastet das Fachwerk und die Fugenmörtel zusätzlich mit Wasser. "Rote" Voll-Ziegel (ohne Löcher, ohne Porosierung) sind besser und Jahrhunderte bewährt.

2. Ziegelsteine und Luftkalkmörtel haben eine Temperaturdehnzahl von ca. 0,4-0,6, Zementmörtel 1,2. D.h., der Zementmörtel begwegt sich viel stärker bei Temperaturwechsel. Das gibt Risse in den Fugen, die dann kapillar Wasser reinsaufen. Und einsperren, da Zementmörtel Wasser zehn mal länger zurückhält, als Kalkmörtel und Ziegel.

Langt schon

Konrad Fischer
Fachwerkfreund



Kalkmörtel



Muss es Luftkalkmörtel sein? Kann das Gefache auch mit hydraulischem Kalk ausgemauert werden (z.B. http://www.zkw-otterbein.de/admin/upload/pdf/hmf_ii.pdf). Das Prospekt von Otterbein verspricht folgende Eigenschaften:

• Sieblinie nach historischen Befunden
• Frei von Zement und synthetischen Additiven
• hoher Sulfatwiderstand
• Hohes natürliches Wasserrückhaltevermögen
• Sehr gute Flankenhaftung
• Hoch diffusionsoffen
• Spannungsarmer Erhärtungsverlauf
• Niedriger E-Modul – Hohe Elastizität

Kalkige Grüße...



nimm Lehm



das Entscheidende ist die Verbindung Mauer/Holz. Da wird immer ein Spalt entstehen. Lehm ist als einziger Baustoff in der Lage, mit dieser Tatsache angemessen umzugehen, denn: Lehm quillt bei Wasseraufnahme und er trocknet in gequollenem Zustand neugeformt ab, er schließt die neu entstandenen Fugen.

Ich bin kein Schriftsteller, aber die Tatsache bleibt.

Welche Steine Du nimmst, ist also ziemlich egal aber Lehmmörtel ist im Fachwerk die ideale Wahl

schöne Grüße Jürgen