Kalkmörtel

13.09.2004



Liebe Fachwerkfreunde, ich habe mal eine Frage an die Mörtel und Putzexperten:
In diesem Forum habe ich gelesen, daß man die Gefache mit reinem Kalkputz ohne Zementzusatz Verputzen soll und auch Kalkmörtel zum Vermauern nehmen soll!
Im Hagebaumarkt habe ich nun einen Sack Weißkalkhydrat (Löschkalk) gekauft. Nun meine Frage:
Wie mache ich einen Kalkmörtel? Reicht es, den Kalk mit etwas Wasser anzurühren, oder muß noch Sand zugemischt werden? Ist Kalkmörtel dasselbe wie Kalkputz? Was muß man sonst noch beachten?
Tut mir leid wegen der Fragen, aber ich habe sonst immer Fertigputze gekauft. Die sollen allerdings nicht so gut Feuchtigkeit aufsaugen können, was den Fachwerkbalken dann nicht so gut bekommt.

Ich bedanke mich im Voraus!



Kalk



Einfach 4 Schaufeln Sand mit einer Schaufel Weiskalkhydrat und fertig ist der Kalkmörtel. Wenn der Mörtel an die Wand geworfen wird, wird er zum Kalkputz. Grüße, Chris



Vielen Dank



..für die schnelle Antwort! Ich nehme an, daß normaler gewaschener Sand genommen wird. QuarzSand würde wohl zu starr sein!



große löcher mit kalkmörtel verfüllen?



zum thema kalkmörtel wollte ich auch schon länger mal was fragen. wenn kalk die eigenschaft besitzt das Holz trocken zu halten, könnte man doch sicher auch einige größere öffnungen wie z.b. breite fugen, risse oder beschädigungen, die wegen ihrer besonders unebenen und rauhen oberfläche nicht mit holz ausgekeilt werden können, mit kalkmörtel ausfüllen. wenn dann noch in das anmachwasser etwas Borsalz gegeben wird, hat man doch den besten fäulnisschutz. man müßte dann allerdings noch die stellen mit einer braunen Kalkfarbe streichen, damit sie nicht auffallen.



Vorsicht



@ Hagen

Kalk oder Kalk-Mörtel hat NICHT die Eigenschaft, das Holz trocken zu halten. Anders ist es bei Lehm, da Lehm eine geringere Ausgleichsfeuchte (ca. 4 %) hat als Holz (> 10%).

Im Vergleich zu anderen Mörteln (außer Lehm) hat Kalkmörtel aber einen wesentlich besseren/ geringen Diffusionswiderstandswert und eine bessere kapillare Leitfähigkeit, d.h. es geht schneller.

Wenn Sie jetzt in größere Löcher Kalkmörtel stopfen, bekommen Sie reichlich Probleme. Sie haben hier keine Fläche wie bei einer Balkenflanke, sondern eine Art Tasche, in der sich dann die Feuchtigkeit hinter dem "Propfen" stauen kann - und dann nimmt das Unheil seinen Lauf.

Gruß aus BS



lehm besser als kalk?



das sich feuchtigkeit auch hinter kalkmörtel stauen kann ist natürlich schlecht. wie wäre es, wenn man solche öffnungen mit lehm verfüllt und fest verstampft? würde lehm verhindern, daß sich feuchtigkeit sammeln kann? denn offen lassen sollte man diese öffnungen im holz sicher nicht, bei starkem Wind und regen könnte ja wasser in diese fugen, risse und öffnungen fließen, was dann auch zur Fäulnis führt.



Kalkmörtel ist nicht gleich Kalkputz



Hallo Richard,

wie auch bei normalen Putzsystemen gibt es unterschiedliche Körnungen des Kalkputzes. Je nach gewünschter Oberfläche glatter oder rauher.
Weisskalkhydrat sollte mit schwach sauer reagierende mineralische Mehle vermischt werden, wie Quarz, Trass und Ziegel.

Kalkmörtel gibt es auch für verschiedene Anwendungen, je nach Beanspruchung PI, PII, PII. also inwieweit druckfest, etc..

Wenn Du Kalk Verarbeiten willst, mach Dich bitte vorher genau kundig, welche Vorgehensweise für Dein Vorhaben die richtige ist. Verputzten mit Kalk ist nicht gleichzusetzen mit normalen Verputzen (Haftputz, etc.).

Gruss



viele Zutaten



Danke Herr Hartmann. Das scheint schon etwas komplizierter zu sein als ich dachte, aus Weißkalkhydrat Mörtel und Putz zu machen. Gibt es vielleicht im Internet eine genaue Rezeptur (Mengenangaben) für die Mischung? Im 2. Beitrag wurde gesagt, daß auf eine Schaufel hydraulischen Kalk vier Schaufeln gewaschener Sand kommt. Wieviel Quarz oder Trass müßte man noch zugeben, um einen guten Mörtel zum Gefachausmauern, und einen guten glatten Putz zum verputzen zu bekommen.



Schärft alle Sinne - Blö-sinn, U-sinn ...



Hallo Herr Hartmann,

ich weiß nicht, welche Absichten Sie hier im Forum verfolgen. Kürzlich warteten Sie beim Beitrag Schwedenrot mit falschen oder zumindest unvollständigen Informationen auf und jetzt veranstalten Sie hier ein munteres Kalk-Potpourri.

Sie vermischen hier verschiedene Dinge:

- Warum sollte „Weisskalkhydrat mit schwach sauer reagierende mineralische Mehle vermischt werden, wie Quarz, Trass und Ziegel.“ ?
Abgesehen davon, daß Ihre Beispielliste etwas daneben ist, bewirken (saure) Hydraulefaktoren im Kalk je nach Anteil die Einordnung in die verschiedenen Arten: Wasserkalk (10- 15 %), Hydraulischer Kalk (15 – 25) und hochhydraulischer Kalk (25 – 30). Hydraulefaktoren sind z.B: Siliciumdioxid (SiO2), Aluminiumoxid (Al2O3) und Eisen(III)-Oxid (Fe2O3).
Sie sollten sich mal entscheiden, über welche Mörtel und Putze Sie sprechen wollen, und nicht ...
Übrigens: reine Kalkmörtel und Putze gehören in MG/ PG I. Die weiteren/ höheren Gruppen enthalten Zement und Gipse.
- Die Körnung des Putzes hängt dann wieder vom Sand/ Korngrößen ab: Für einen Unterputz sollten Korngrößen bis max 5 mm verwendet werden, für einen Oberputz max 2 mm (deutscher Normsand).

Sie geben noch einen sehr weisen Ratschlag: „ Wenn Du Kalk verarbeiten willst, mach Dich bitte vorher genau kundig, welche Vorgehensweise für Dein Vorhaben die richtige ist. Verputzten mit Kalk ist nicht gleichzusetzen mit normalen Verputzen (Haftputz, etc.).“

Daraus folgernd: Wenn Sie über Kalk sprechen wollen – machen Sie sich bitte vorher kundig !!!!!!!!!!!!!!!!



Material ?????????



Hallo,

das Problem liegt hier nicht in der Materialwahl, sondern ist quasi „geologisch“. Egal welches Material Sie in der bereits skizzierten „Tasche“ verwenden – es gibt immer das Problem des Feuchtestaus dahinter. Auch der Super-Baustoff Lehm kann das Problem nicht lösen, da es durch Schwindung bei der Trocknung immer eine (minimale) Fuge zwischen Lehm und Holz geben wird, die dann den kapillaren Wassertransport unterbindet oder verhindert.

Schmale Risse in den Balken (< 10 mm) sind normalerweise unproblemtisch. Größere sollte man mit dem gleichen Holz auskeilen. Dazu wurden hier im Forum von Fachleuten bereits mehrere Vorschläge gemacht.

Gruß aus BS



@ Richard



Lassen Sie sich bitte bloß nicht durch unqualifizierte Beiträge ins Bockshorn jagen oder verunsichern. Der Beitrag von christian schernick war in der Tendenz schon richtig.

Gruß aus BS



Kalkputz



Hallo, ich habe ein ähnliches Problem; Ich war im Baumarkt und habe mir einen 25kg Sack Kalkputz (gelöschter Kalk ) gekauft um eine 1/2qm2 große Putzabplatzung zu reparieren; Da ich absoluter Laie auf dem Gebiet bin habe ich den Mitarbeiter des Baumarktes gefragt was ich noch benötige um den Kalkputz zu verarveiten. Dieser sagte zu mir ich benötige sonst nichts mehr, einfach Wasser dazu und fertig; Ich nartürlich nicht faul, zuhause angekommen einen Eimer Kalkputz und etwas Wasser zusammengemengt und an die Wand geklatscht. Nach etwa 3 Stunden hatte ich so viele Risse in dem Putz das dieser fast von selbst wieder abfiel. Ich habe nun den ganzen Mist wieder runtergekratzt und mache mich nun hier kundig wie man das Zeugs am besten verarbeitet und vor allem richtig; Laut aussage von einem User benötigt man nun doch sand! Ist das korrekt oder nimmt man Quarzsand? Kann man den Kalkputz so dünnflüssig machen das man Ihn streichen kann oder muß man Ihn wie normalen Putz auftragen? Danke für Eure Antworten



Putz-ig



Hallo Jens,

mit den Tips der Baumarkt-Regaleinräumer können wir wohl mittlerweile eine ganze Comic-Serie bestücken.

Vorab: Außen solltest Du jetzt keinen Kalkputz mehr anbringen. Der fällt Dir beim nächsten Frost dann wieder runter.

Zur Mischung:

1 Vol-Teil Weißkalkhydrat und 3,5 - 4 Teile gewaschenen Sand + Wasser.

Bei Sand unterscheidet man grundsätzlich 2 Sorten:
- Fluss-Sand mit rundem Korn, und
- Grubensand (o.ä.) mit gebrocheneM (scharfem) Korn.

Die Wahl des Sandes hat u.a. einen Einfluß auf die Oberflächenstruktur und das Schwindverhalten des Putzes. Für unkritische Bereiche kannst Du einfach deutschen Normsand (Sieblinie bis 2mm) nehmen.

Die Mischung darf nicht dünnflüssig sein - eher "eine dicke Pampe".

Beim Abbinde-Prozeß sollte Feuchtigkeit und Temperatur kontrolliert werden. Temperaturen über 20°C vermeiden und auch extrem hohe Luftfeuchtigkeit (50 - 70 % ist optimal). Trotzdem sollte der Kalk mehrere Tage immer feucht gehalten werden - umso besser kann er CO2 aufnehmen und aushärten.

Viel Erfolg

Bernd



Verputzen Rissbildung Jens



hi leute,
das sieht hier ja sehr kompetent aus... leider vergessen die profis oft, das offensichtliche zu erwähnen (weil es ja selbstverständlich ist ?). möglicherweise hat Jens einfach vergessen, den Untergrund vorzunässen (!) so daß dem aufgeworfenen kalkputz zu schnell die feuchtigkeit entzogen wurde und dann eben die (schnelltrochnungs-) risse entstanden.
der hinweis auf gründliches VORNÄSSEN ist so obligat, daß man das leicht vergisst, aber eben auch ein typischer anfängerfehler...(ich spreche aus eigener erfahrung, leider...). also: vor dem Verputzen ordentlich Wasser an die Wand spritzen ! die darf ruhig NASS sein...schöne grüße an alle.