Bruchsteinwand verfugen

19.07.2006



Hallo!

Wir haben eine Bruchsteinwand (grüner Kalksandstein)welche wir gerne sichtbar lassen würden. Da es aber aus allen Ecken und Ritzen pfeift (Fugen sind arg marode) müssten wir den ganzen Bereich auf jeden Fall neu verfugen. Aber wie macht man das am besten? (Bitte auch ein Tipp für Außenfugen wg. unserer Scheune)
Zweites Problem ist, daß diese Wand wohl mal zu jugendzeiten meines Vaters eingestürzt ist, so daß sie am oberen Giebel mit normalen Steinen aufgemauert worden ist und nur der untere Teil Bruchstein ist. Hatten jetzt überlegt, daß wir dann nur einen Teil verfugen und sichtbar lassen und dann mit fließenden Übergängen den Rest verputzen. Aber geht das überhaupt? Der Putz darf ja nicht zu dick werden, sonst sieht es ja auch blöd aus und wie sieht es mit Wärmeverlust aus? Sollten wir die Wand lieber ganz verputzen? (Könnte auch noch ein Foto davon machen wenn das hilft?!?!?)

Für eure Antworten sag ich jetzt schon mal tausend Dank!!!

LG Jessica



Verfugungen und Putz



Hallo

ich würde Ihnen zu einfachen Luftkalkmörteln als Fugenfüller raten. Erst die alten Fugen etwas säubern, dann verfugen - So im Prinzip!

Die Mauerwand (neu) kann gut mit Luftkalk Putz versehen werden ...
Schauen Sie mal bei www.solubel.de nach um etwas Kalk kennen zu lernen!

gut Putz und Fug

FK



Das kommt drauf an,



wie tief/lang/breit die Fugen sind.
Ich habe bei meiner Fassade bei Ausfugungen bis 10 cm Tiefe und 3 cm Breite beste Erfahrungen mit dem Kalkverpreßmörtel von solubel gemacht.

Grüße

Ch. Becker



Geeignete Produkte



Einige Materialien sind hier bereits genannt worden.
Wir könnte da z.B. noch die Produktpalette von Baltus Muschelkalk erwähnen oder auch der Fa. Gräfix.
Aber auch Traßkalkprodukte sind denkbar.
Bestenfalls eine vor-Ort-Analyse vornehmen und im näheren Umkreis nach entsprechenden Fachhändlern für derartige Produkte schauen.

Grüße Udo



Warum denn immer ...



Traßkalkprodukte ...?

Was sollen die denn bringen ...

und wie "gleichwertig" sind Muschelkalk und kräfix gegenüber den genannten?

Da wäre fachliche Wissensübermittlung interessant!

bin gespannt!

Den Verpressmörtel bei tiefen Fugen!

Man müsste das Teil halt sehen um besser urteilen zu können!

FK



Verfügbarkeiten



Meistens definiert es sich aus den regionalen Verfügbarkeiten heraus, da es sich meistens nur um wenige Säcke (Abpackungen) handelt.
Und da lohnt es sich für Händler eben nicht, Palettenware sich zu ordern. Und die Einzelbesorgungen haben richtig gute Aufschläge!
Oder man läßt es sich eben durch gute Fachbetriebe beraten und hat somit dann auch gleich die jeweiligen Materialien parat.
Der Traßkalkmörtel ist aber am meisten vorrätig und hat eben den Vorteil, daß er nicht ausblüht, gegenüber der Allroundprodukten.


Grüße U.M.



Nee Nee!



Aber Hallo Das gilt nicht!

erst was vorschlagen und dann, wenn die Frage nach der Vergleichbarkeit gestellt wird mit einer "Verfügbarkeit" daherkommen!

Nicht die Quantität zählt sondern die Qualität!

Denn eine einfacher 0-8-15 Zementpampenmörtel ist weit aus billiger und in jedem Ramschladen "verfügbar" - macht aber die Wände der Nation kaputt!

Wenns denn geht - Fakten, warum die vorgeschlagenen Mörtel und vor allem WARUM denn immer Traßkalkmörtel!

Danke im Voraus!

FK



@Florian



@Florian
"Denn eine einfacher 0-8-15 Zementpampenmörtel ist weit aus billiger und in jedem Ramschladen "verfügbar" - macht aber die Wände der Nation kaputt!"
Dem stimmen wir doch völlig zu und distanzieren uns auch von diesen "Pampen"!
Und unsere Erfahrungen fundieren größtenteils aus den Zusammenarbeiten vieler guter Architekten.
Dies würde also bedeuten, daß Sie da vielen voraus sind und diese Erfahrungen würden wir dann ebenfalls gern mit umsetzen wollen. Wir sind zwar keine Nachahmer, denn viele der auszuführenden Maßnahmen lassen wir uns dann natürlich noch fachlich untermauern.
In erster Linie sind wir Handwerker und damit Ausführende und dazu haben wir dann eben unsere Fachberater (Architekten, Anwendungstechniker und historische Bildungsträger für Denkmalpflege).
Zum Traß kann ich eben nur soviel sagen, daß dies wirklich in der Lagerführung vieler regionaler Händler zu suchen ist.
Schnelle Verfügbarkeit und Preisspiegel.
Ob es immer die beste Wahl ist, können Sie hier ja auch mal definieren, aber eben immer noch besser als im anfänglichen Zitat.

Grüße U.M.





Moin moin,

offensichtlich handelt es sich um
den Anröchter Grünsandstein, der im Gegensatz zum
Rüthener Grünsandstein ein Kalkstein mit etwas Sand und Glaukonit ist, der Rüthener ist ein 'echter' Sandstein.

Unter dieser Voraussetzung würde ich auch nur einen Luftkalkmörtel verwenden, ein Verputzen mit einem Luftkalkmörtel würde hier den relativ empfindlichen Stein gegen aggressive Luftschadstoffe schützen.

Noch ein Nebensatz zur unseligen Sumpfkalk, Luftkalk, Weißkalkhydrat, Trasskalk, HL/NHL und Zement Disskussion:
Ein zum Mauern verwendbarer Mörtel sollte nicht härter
als der zu vermauernde Stein sein, diesen chemisch nicht angreifen, und sich in der Wärmedehnung ähnlich verhalten.
Wenn man jetzt mal schaut, wie so die verschiedenen Sandsteine zusammengehalten werden: Kornverwachsungen (Druck), silikatische Verbindungen (=zementäre Bindung!),
karbonatische Verbindungen (=Kalk), dann wird einem einiges klar.
Das flächige Verputzen hat damit nichts zu tun,
das ist ein völlig anderer Anwendungsfall mit anderen Randbedingungen (Dampfdiffusion und Spannungen duch Wärmeeinstrahlung), das leistet eigentlich nur ein echter Kalkmörtel vernünftig.

Grüße,
Philipp Kawalek



Mitten am Verfugen



Hallo Jessica,

ich habe auch ein Haus von 1914, das komplett aus Bruchstein gemauert ist (ich bin mir allerdings nicht sicher, ob Deine "grünen" Bruchsteine meinen eher "rötlichen" ähneln!).

Ich bin weder Fachfrau noch Architektin, deshalb alles Laienratschläge und Anwendungen (die sich aber bis jetzt bewährt haben).

Wir sind wie folgt vorgegangen:
Der Stein war unter einer Konstruktion von altem Putz, Dachlatten und Eternitplatten "versteckt" die abgenommen wurde. Der alte Putz ist in mühevoller und Kraft-aufwändiger Handarbeit mit dem Stemmhammer abgestemmt worden. Dann die einzelnen Fugen mit dem Latthammer auskratzen (verdammt viel und dreckige Arbeit). Dann liegen die Steine und vor allem die Fugen schön frei. Keine Angst vor den Lücken oder der Fugentiefe, das können u.U. schon mal einige Zentimeter sein.

Den Fugenmörtel habe ich aus gewaschenem Rheinsand und Trasszement mit Wasser 3:1 zusammengemischt und dann per hand und Traufelbrett verfugt. Die Erfahrungen sind bis jetzt fantastisch: der Stein kann atmen, alles ist trocken und fest und es sieht fantastisch aus.

Ich habe keine Ahnung ob das fachgerecht war/ist, doch einige Häuser bei uns in der Gegend sind ähnlich behandelt worden.

Bei Interesse schicke ich gerne ein Bild.

Viele Grüße und frohes Schaffen,

Laura