Kalkmörtelfugen auf Lehmmörtel

15.04.2004



Hallo,
nun verfolge ich schon lange die Beiträge des Forums mit Interesse.
Wir bewohnen und sanieren seit kurzem ein Reetdachhaus (ehemaliges Wandständerhaus) in Angeln. Eine Wand ist noch als Fachwerk erhalten(wie man es nimmt, denn sie muß neu erstellt werden). Folgende Frage: Die Fächer, wie auch das gesamte übrige Mauerwerk sind mit Handstreichziegeln ausgemauert bzw. gemauert. Als Mörtel kam historisch und kommt Lehmmörtel zum Einsatz. Ausgefugt wurde aber mit Kalkmörtel. Ein befreundeter Restaurator rät uns von der Kombination ab und empfiehlt nur mit Lehmmörtel zu arbeiten, um ein rausspringen der Fugen zu vermeiden. Meine Beobachtung ist aber, das viele alte Gebäude in Angel/Schleswig-Holstein in der Kombination Lehmmörtel/Kalkmörtelfugen erstellt sind. Was ist davon zu halten?

Michael Böhmke



Kann klappen



Fugen aber vorher sehr tief auskratzen, mindestens 1,5 cm. Aber reinen Kalkmörtel verwenden - kein Zement-Zusatz.
Hat auch den Vorteil, daß die Fugen nicht so sehr ausgewaschen werden.
Gruß aus BS



Mörtel für Fugen



Ich denke es wird sich um Eichenfachwerk handeln und somit ist eine Neuausfachung mit einem "historischen" Sumpfkalkmörtel ratsam und dieser wird auch gleichzeitig als Fugmörtel genutzt.
Eine Reproduktion des "Uralten" ist immer wie ein Nachbau, doch die heutigen Bedingungen müssen uns einen anderen Weitblick erlauben, um trotzdem gute Funktionalität für Nachfolgegenerationen zu schaffen.
Ratsam unsererseits ist eine Variante mit Materialien der Fa. Falkenlöwe aus Dänemark, zu dem wir Ihnen bei Bedarf einen guten Anwendungstechniker vermitteln können.

Fachgrüße aus der Oberlausitz.



Mörtel für Fugen



Moin Herr Mühle,
ihre Antwort ist mir doch glatt durch die Lappen gegangen.
Nun aber: Ja, in der Tat es handelt sich um Eichenfachwerk.
Was spricht nun für oder gegen Lehmmörtel und ihrem erwähnten Sumpfkalkmörtel zum Verfugen. Eben so zu arbeiten, wie hier im Landstrich schon oft beobachtet. Ich scheue mich die Fachwerkausmauerung komplett mit Kalkmörtel zu erstellen, da ich ja gern die "Quelleigenschaften" des Lehms nutzen möchte, um Risse sich schließen zu lassen.

Michael Böhmke