Bruchstein - Risse / Lockere Fugen neu verfüllen

10.03.2004



Hallo zusammen,

wie gehe ich denn am besten mit der Sanierung einer Bruchsteinmauer vor? Ich habe zwischen 50 und 70cm starkes Basalt-Bruchsteinmauerwerk. Fugen dürften mit Kalkmörtel gemacht worden sein (Ursprung 15. Jahrhundert).

Womit fülle ich denn die alten Fungen am besten aus? Und wie tief muss der alte Mörtel raus. Richtig fest ist der nirgends. Soll heissen, im Grunde könnte ich mit einem Teelöfel an der Innenseite mit dem Rauskratzen anfangen und wär dann irgendwann draussen.

Dann hab ich noch ein paar größere, tief ins Mauerwerk hineinreichende Risse. Wie gehe ich denn damit um? Gleiches Prinzip, gleiches Material? Oder gibt es da etwas zum "verpressen"?

Besten Dank schon mal im voraus



Gleiches Problem



Jo, das Problem habe ich auch. Nachdem ich den Putz
entfernt habe sind mir schon einige große Steine einfach entgegen gefallen, diese haben offensichtlich nur durch den Putz in der Wand gehalten aber nicht mehr durch die Verfugung. Und je mehr man loses Material rauskratzt, desto tiefer dringe ich in die Wand ein. Ruckzuck ist die Wand zerlegt, das Problem ist, das steht mein Haus drauf ! Ich habe im Baumarkt so einen recht flüssigen Tiefengrund gesehen der das alles wieder verfestigen soll. Dazu wäre es ja am besten wenn das Zeug möglichst tief in die Wand eindringt. Also mit dem Pinsel eher nicht, vielleicht mit einer Druckluftpistole wie beim Autolackieren oder mittels regelmäßiger kleiner Böhrlöcher irgendwie reininjezieren? Sind wahrscheinlich sehr laienhafte Gedanken, deshalb bin ich auch sehr gespannt auf fundierte Antworten. (Sorry Andreas wenn ich mich somit einfach an deine Frage dranhänge, aber so als Namensvetter...)



Hi Andreas



grad deswegen sind wir ja hier. Eben um auch mit unorthodoxen Ideen eine Diskussion zum Leben zu erwecken. Meine Meinung. Von Tiefengrund halt ich nichts. A) ist das vermutlich nicht besonders menschenfreundlich und B) kann ich mir nicht vorstellen, dass der die Festigkeit soweit wieder herstellen kann dass es trägt. Anderseits ist es ja so.

Meines Erachtens trägt ja nicht die Klebekraft, sondern das Material. Auch wenn sich der Kalk-Sandmörtel rauskratzen lässt, so ist er ja da wo du mit dem Löffel nicht hinkommst immmer noch da. Und wenn er nicht weg kann, dann wird sich das Gefüge auch nicht ändern.

Vielleicht lieg ich da jetzt auch falsch.

Also mir scheint. Das was wir sehen können, also da wo es rieseln kann, das muss verfestigt/verpresst werden. Da wo setzrisse sind muss auch was passieren.

Im Endeffekt wird es drauf rauslaufen, dass ich wohl Luftkalkmörtel versuche da irgendwie reinzukriegen.

Ich hab so eine Druckluftkartuschenpistole für Schaum und Spritzkork. Mal sehen ob ich die dazu vergewaltigen kann einen nur mässig feuchten Luftkalk "einzupressen".

Aber jetzt bin ich erst mal auf die Ideen der Fachleute gespannt.

Liebe Grüße
Andreas



Würde ...



... mal über Trasskalk nachdenken.
Ist aber auch nur eine Laien-Meinung.
Gruß aus BS



Verfugen von Bruchsteinmauern...



Hallo Andreas,
ich kann Dir leider nur sagen, wie wir es im Keller gemacht haben. Tagelang Stück für Stück Fugen ausgekratzt (ca. 3-4 cm tief). Dann alles wieder mit Trasszementmörtel, erdfeucht, verfugt. Hält bisher prima.

Gruß aus dem Westerwald
Iris + Heinz



Reinkalkprodukte



Heinz und Iris haben einen Trasszement genommen, welcher natürlich zuir Fugengrundmasse sehr starr aushärtet und dies der eigentlichen Bauphysik zu wider ist (Innen hart und nach außen immer weicher!!)
Es gibt weitaus günstigere Materialien, die dieser Situation gerecht werden.
Hier geht es ja bestimmt nicht um Sichtmauerwerk, sondern um die Verfestigung der Grundsubstanz, welche nacher überputzt werden soll.
Da empfehle ich das Material von BALTUS Muschelkalkprodukte, die einen sogenannten Natursteinverpressmörtel besitzen.
Desweiteren ist hier eine komplette Abstufung einer Produktpalette habhaft zu werden, die jedweder Zementanteil besitzt und nur aus Muschelkalk hergestellt wurde bzw. ist. Verlegemörtel, Putze, Verpreßmörtel usw.
Kontakt kann ich herstellen, wenn Bedarf angemeldet wird.

Freundliche Morgensgrüße aus der Osthälfte und da aus dem äußersten Osten, dem Dreiländereck von Udo & Thomas, den Lehm(igen).



Natursteinverpressmörtel...



Hi Udo, lässt Du mir mal die Adresse zukommen wo ich diesen Natursteinverpressmörtel bekomme?

Aber das mit dem Verpressen ist mehr ein Marketingname, oder? Denn mit einer normalen Fugenkelle oder was auch immer wird ein "Verpressen" im technischen Sinne ja wohl nicht möglich sein, da ich dazu vermutlich "Pressdruck" bräuchte, oder?

Liebe Grüße
Andreas

PS Bei mir sollte von dem Mauerwerk schon noch was sichtbar bleiben, da es noch sehr gut erhalten ist und aus dem 15. Jahrhundert stammt.



Danke Udo,



guter Tipp und interessante Webseite (habe mal schnell gegoogelt)
www.baltus-trockenbaustoffe.de/



ich hab das mal so gemacht



Also ich hatte das Problem bei einem 2m langen Riss
mit einem Dressiersack gelöst.
Ein Dressiersack ist so ein Gerät mit dem Konditoren
Sahne auf ihre Torten Spritzen.
Ich hab den Mörtel angerührt und in den Dressiersack gefüllt,
diesen dann am oberen Ende zusammengedreht und den Mörtel in den Riss gespritzt. Das Loch am unteren Ende des Dresiersackes sollte ca 1,5-2cm haben.
Geht saumäßig schnell und ist eine saubere Sache.
Villeicht erwischen Sie Herr Thoma Leyh in diesem Forum,
oder Herr Bernard. Die haben mir bei meinem Sandsteinsockel
geholfen.

Gruß tom



Bruchstein verfugen



Hallo, ich empfehle TrassKalkMörtel von TUBAG! Habe sehr gute Erfolge beim verfugen meines Kellergewölbes erzielt. Er ist mit Vulkan- bzw Marmorplittern versetzt und bekommt daurch eine ausgezeichnete Stabilität!

Tom