Modernes Fachwerkhaus - Wandaufbau ok?

23.02.2014 Surkel



Hallo,

wir möchten ein modernes Fachwerkhaus bauen und haben jetzt das erste Angebot einer Firma bekommen. Im Vergleich zu anderen Leistungsbeschreibungen fällt uns bei dieser Firma besonders auf, dass der Wandaufbau stark abweicht von den anderen.
Daher wollte ich hier die Frage an die Experten stellen, ist der Wandaufbau heutiger Standard? Ist es von der Dämmung ok?
Für Hinweise und Ratschläge für uns Neulinge auf diesem Gebiet wären wir sehr dankbar.

Außenwand:
von Außen nach Innen
- 2 – 3 mm Außenputz;
- Dämmebene 12 mm Zementfaserplatte inklusive Regenwasserabtropfleist
- 180 mmHolzfaser – Wärmedämmung
- 12 mm OSB-Platte
- 12,5 mm Gipskartonplatte

Innenwand:
- 60 mm KVH - Stützen
- Zwischen den Stützen ist zum Schallschutz Mineralwolldämmung
- beidseitig mit 12 mm OSB - Platten
- beidseitig mit 12,5 mm Gipskartonplatten

Vielen Dank im voraus.

Grüße
Sebastian



Wandaufbau.



Bitte auch mal den Wandaufbau von den anderen Posten.

Lg. Peter Schneider





andere Posten?...welche Wände soll es denn noch geben?
Oder meinen Sie noch den Dachaufbau?



Fachwerkhaus?



Ihre Beschreibung liest sich eher wie die eines Fertighauses aus den 70er Jahren. Es ist kein Fachwerkhaus, sondern ein Holzrahmen- oder Holztafelbau in einer ziemlich ausgemagerten Sparversion.

Der Wandaufbau ist schadensträchtig. Es wird zur Kondensatbildung an der Innenseite der Zementfaserplatte kommen. Die Wandkonstruktion müsste hinterlüftet gebaut werden mit einem diffusionsoffenen Gefacheabschluss auf der Außenseite.

Ich würde von diesem Hersteller abraten. Sie sollten von jedem Anbieter eine detaillierte Baubeschreibung des Hauses verlangen, mit einer genauen Beschreibung der wärmeübertragenden Aussenbauteile und dem Nachweis der bauphysikalischen Stimmigkeit bez. Wärme- und Feuchteschutz. Die sollten Sie von einem unabhängigen Gutachter überprüfen lassen. Der Verein privater BAuherren bietet einen solchen Service an. Oder jeder Architekt oder auch Statiker, der Schall- und Wärmeschutznachweise erstellen kann.

Das Haus muß insgesamt den Anforderungen der EnEv entsprechen (Energieausweis).

Wenn Sie selbst ein Haus bauen lassen wollen und nicht das Modell eines Fertighausanbieters nehmen, benötigen Sie einen Architekten und einen BAuantrag. Dann ist die Einhaltung dieser ganzen Vorgaben mit eingeschlossen und garantiert.

Sonst übernimmt die ausführende Firma samt Planung und Bauantrag die Gewährleistung für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben aus dem Bau- und Planungsrecht und der EnEv.

Wenn sie nicht vorher Konkurs angemeldet hat.





Hallo,

es handelt sich hier um ein modernes Fachwerkhaus (ähnlich HUF- oder Davinci Haus), jedenfalls wird es so bezeichnet.
Diesen Aufbau habe ich mir nicht selber ausgedacht, sondern er stammt aus einer Bau- Leistungsbeschreibung einer Firma.
Mir ist nur im Vergleich zu anderen aufgefallen, dass insbesondere der Aufbau der Außenwand stark abweicht.

Bsp anderer Aufbau:
- Putz inkl.Filzputz
- 4 cm Holzfaserplatte
- 120 mm Ständerkonst.aus KVH 12/8 12/6 herstellen
- Dämmung 032/120 liefern und einbauen
- Beplankung der Innenseite mit einer OSB Bauplatte 18 mm



Holzrahmenbau ?



ist da auch ein (Holz-)Ständerwerk mit im Plan in der 180er Dämmung ?
Die Bezeichnung Fachwerkhaus führt hier - glaube ich - in die Irre ?!
Für einen HRB jedenfalls ein machbarer Aufbau
Jürgen Kube



Zementfaserplatte an Außenwand



Der Aufbau klingt für ein Holzständerhaus gar nicht mal so schlecht (Es gibt zumindest schlechtere Systeme). Allerdings nur, wenn die Zementfaserplatte eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade ist.

Ich würde da noch mal genau nachfragen, was diesen Aufbau angeht. Die Baubeschreibungen sind manchmal etwas unklar. So wie hier beschrieben kann das ja gar nicht funktionieren.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Holzrahmenbau



Wichtig beim Holzrahmenbau ist ein Wandaufbau, der von innen nach außen diffusionsoffener wird.
Üblich ist folgender Aufbau von außen:
Holzfaserplatte 60 mm als Putzträger,
Ständerwerk mind. 180 mm mit dazwischenliegender Dämmung,
OSB-Platte 15 mm, Stöße luftdicht verklebt,
Installationsebene mind. 40 mm (Elektroinstallation)
Gipskarton oder Putzträgerplatten nach Wahl.

Grüße, Gerhard





Hallo,

erst mal vielen Dank für die Antworten, die sind für mich als Laie auf diesem Gebiet sehr hilfreich.
Nun kann ich mit diesen Ratschlägen zum Anbieter gehen und die Dinge hinterfragen.

Grüße
S.Görcke



Antwort zum Wandaufbau



Ohne die bauphysikalischen Details zu kennen, lässt sich der Wandaufbau nicht so ohne Weiteres beurteilen. Gerade Dampfbremse und Hinterlüftung sind immer besondere Gefahrenpunkte und sollten deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Aber dazu hast du hier ja schon viele gute Tipps bekommen. Trotzdem solltest du zur Sicherheit über deinen konkreten Fall auch noch einmal mit einem Planer sprechen.

Zur Außenwand:

Statt Gipskarton kannst du hier auch Gipsfaserplatten (zum Beispiel Fermacell) nehmen. Rein optisch macht das keinen Unterschied, hat aber den Vorteil, dass die Wand stabiler ist. Das wirst du spätestens dann zu schätzen wissen, wenn du das nächste Mal einen Nagel in die Wand schlagen oder etwas mit Schrauben befestigen willst.