Ursachen starker Modergeruch DDR-Neubau 1988?

14.02.2010



Guten Tag,

derzeit suche ich ein Haus im Großraum Berlin. In meiner Preiskategorie wurde mir eine ganze Reihe von Okal, Huf, Nordmann usw. Fertighäusern im alten Westteil angeboten. Nach dem Studium von Fachwerk.de habe ich mich entschlossen, davon die Finger zu lassen, da ich eine evtl. erforderliche Sanierung mir - selbst wenn finanziell leistbar - nicht ans Bein binden will.

Nunmehr wurde mir eine DHH aus DDR-Fertigung von 1988 angeboten, ein hier in der Region sehr beliebter Typenbau. Zur Nachfrage, ob ganz oder teilweise ein Fertigteilgebäude konnte ich noch nichts in Erfahrung bringen. Das Gebäude wurde in den 00er Jahre modernisiert, u.a. neue Außendämmung, neue Fenster und neue Dacheindeckung. Bei der Besichtigung ist mir in einem der beiden Schlafräume unter dem Dach ein starker Modergeruch aufgefallen. Mein Begleiter meinte, das kommt vom Teppichboden. Nach den Berichten über die Probleme mit PCP, Lindan, Formaldehyd usw. möchte ich mir aber keine Dachstuhlsanierung o.ä. an den Hals holen, zumal das Teil wegen der Lage auch nicht gerade geschenkt ist.

Frage: Hat jemand eine Ahnung, wo der Geruch herkommen kann bzw. nähere/weitere Erfahrungen mit derartigen Doppelhaus-Typbauten aus der Endzeit der DDR, insbesondere zu möglichen weiteren Schadstoffbelastungen usw. Worauf sollte man achten?

Ist wohl nicht unbedingt ganz Fachwerk, aber vielleicht liest ja jemand mit...

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

Stephan Herrmann



Vielleicht



eine ganz kleine Ursache.Ein nicht angeschlossenes Dunstrohr in einem Hohlraum unterm Dach.
Währe nicht das erste mal.
Frage ist nur warum ist dem Vorbesitzern nicht der Geruch aufgefallen?



Schimmelpilz+Bakterien



die beschriebenen Symtome deuten eher auf eine Belastung mit
Schimmelpilzen und/oder Bakterien hin (MVOC's).
Ein offenes Abflussrohr halte ich eher für unwahrscheinlich, den diese Gerüche gehen in Richtung Fäkalien und haben in der Regel keinen Modergeruch.

Fritz



Tja



dann halten Sie mal Ihre Nase an ein eingebautes Dunstrohr und nicht immer am Kaffee im Büro.
Aber da von ab,es war ja nur ein vielleicht gell.



Glanzleistung



sind Beleidungen hier üblich ?
Dann bin ich hier sicher falsch !!



Du lieber Gott



das war doch keine Beleidigung sorry.
Wenn ein Kunde mir sagt es stinkt im Dachgeschoss, ist mein erster Gedanke ein defektes Dunstrohr oder einer hat im Schlaf Blähungen.Irgendwelche Pamikumweltgifte kommen mir erst im Sinn, wenn ich alle Hohlräume nachgesehen habe.
Danach kann der Mann mit dem Messgerät kommen.
Aber zu 90% ist es meist ein defektes,nicht angeschlossenes oder falsch angeschlossenes Dunstrohr.
Giftgedanken kommen mir eigenlich erst wenn ich nichts finde.



Naja ist Fasching



Helau

Beitrag wiederspricht den Forumsregeln.....ja und weiter?
Soll ich jetzt weinen?



Fasching .. ist alles nur kein Humor !!



Also,

wir sollten uns einigen über was wir hier reden. Im Forumbeitrag seht "Modergeruch" nicht Gestank.
Ich habe auch nichts von Panikumweltgiften geschrieben.
MVOC sind nichts anderes als "flüchtige organische Verbindungen" die bei Schimmelpilzwachstum entstehen und daher ein Indikator für Schimmelpilze sind.
Bei meiner Tätigkeit in der Schimmelpilzsanierung zeigt sich halt immer wieder(nicht immer), dass Modergeruch ein Hinweis auf Schimmelpilzbefall ist.
Wenn's stinkt darf der Meister zum schnüffeln kommen.

Helav



Also ich rieche noch nichts.



http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=3515340

Grüße aus Schönebeck



Einen Tread



über was richt wie zu starten, hab ich keine Lust.
Herr Herrmann hat jetzt diverse Anhaltspunkte und kann die Suche starten.Viel Spaß.



Chloranisol



Guten Tag, neben den bereits genannten Möglichkeiten kann es sich auch um Chloranisol halten. Das ist ein Zersetzungsprodukt von Chlororganischen Holzschutzmitteln wie PCP. Es muss nicht gleich eine Belastung mit bedenklichen Holzschutzmitteln vorliegen, möglich wäre es jedoch.
Mit freundlichen grüßen Ulrich Arnold



Muff



Muffgeruch bei Fertig- oder Teilfertighäusern stammt häufig von Chloranisolen als Zerfallsprodukte. Deutlich wahrnehmbar sind die Gerüche oft im Dachraum, hinter Steckdosen oder auch im ganzen Haus. Schimmelbefälle gehen häufig einher.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Danke für die Antworten



Guten Abend an alle,

und erstmal vielen Dank für die Antworten. Dunstrohre sind oder waren im Gebäude bisher nicht verbaut. Der Orignalbau besaß zu DDR-Zeiten nach der Fertigstellung Holzfenster und hat jetzt neue Kunststofffenster. Der genannte Raum schien mir seltener genutzt zu werden. Das könnte sowohl Schimmel (wußte bisher nicht, das der auch riechen kann) als auch die Nichtwahrnehmung des Geruchs durch den Eigentümer erklären. Na ja, wer was verkaufen will, riecht ja nix, was den Preis senken könnte...

Allerdings könnten dann wohl auch wie bei einem Fertighaus Verfallsprodukte -Chloranisol- von PCP aus den Holzschutzmitteln für den Dachstuhl den Geruch auslösen - wenn ich das Posting richtig verstanden habe. Frage wäre, wie gefährlich diese Ausdünstungen sind. Den vorletzten Beitrag verstehe ich so, daß das nicht so dramatisch wohl ist?

Ich muß mir die Sache wohl doch nochmal gründlich überlegen und ggfs. einen Raumlufttest veranlassen, wie in dem Okal-Haus-Thread beschrieben. Da ansonsten gegenüber diesen Typbauten bisher keiner tiefergehende Bedenken geäußert hat, könnte sich das wohl doch lohnen.

Viele Grüße+nochmals vielen Dank

Stephan Herrmann



bedenklich



Guten Tag,
Holzschutzmittelaltlasten können sehr wohl bedenklich sein. Wenn Chloranisol vorhanden ist hat man neben vermutlich vorhandenen HSM-Altlasten das Problem, dass man diese Geruchsstoffe so gut wie gar nicht beseitigen kann. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold