Sperrgrund auf Kaminsteinen

29.09.2008



Hallo,

bei uns wurde ein alter Kamin abgerissen, der in der Zimmerecke stand. Zwei Seiten davon blieben als Ecke stehen.

Der Russ wurde zwar mit der Drahtbürste abgekratzt. Dennoch schlagen einige Steine nach dem Verputzen braun durch den Putz durch. Erstaunlicherweise sind es nicht alle, erstaunlicherweise sind die Flecken manchmal auch am nicht schwarzen Nachbarstein.

Was kann man dagegen machen? Vor der grossen, chemischen Keule habe ich Angst.

Die Verfärbung war schon nach wenigen Tagen sichtbar - kommt das zur Ruhe oder werden auch die anderen Bereiche noch nachfärben?



Russ



Oje, das kenn ich! 20x überstrichen und es drückt immer noch durch! Wir haben dann, da es nur eine kleine Fläche war, einen handelsüblichen Sperrgrund gestrichen.
Sonst hilft wahrscheinlich nur abklopfen bis man auf unverrusstes Mauerwerk stösst.

Viel Spass.......

Marc



Was schlägt da durch?



Hallo Marc,

ich befürchte, dass auch das Freiklopfen bis unter den Russ nicht reicht - es schlagen ja auch unverrußte Bereiche durch. Anscheinend ist von den Rauchgasen der letzten hundert Jahre manches in den Stein eingesogen, das mit dem feuchten Putz wieder raus kommt.

Die Steine selbst sahen eigentlich nach einem recht guten Zustand aus. Übermässig schlechtes Zeug scheint also nicht verheizt worden zu sein. Die letzten 30 Jahre hingen an dem Kamin die Gasetagenheizungen dran.

Welcher Sperrgrund wäre zu empfehlen?
Schellack (Kreidezeit)?
Wasserglas (Atrosil)?





Das Problem ist das eindiffundierte Öl das bei der Verbrennung freigesetzt wird und durch die Kapillare tief in den Stein zieht.
Ich würde beides einsetzen, zunächst Wasserglas und anschließend versiegeln.

gruß jens



Oder Isolierweiß...



...von Jaeger aus der Spraydose oder von der gleichen Firma Kronengrund. Erfahrung habe ich jedoch nur mit Isolierweiß. Hat bei mir perfekt funktioniert.

Gruß Patrick.



Übersicht



Bei der Recherche hier habe ich diverse Produkte gefunden:

* Kronengrund (Jäger) - ca. 15 EUR/Liter, 500 ml/qm
* Versotex (Gollnick) - ca. 10 EUR/Liter, 350 ml/qm
* Schelllack (Kreidezeit) - ca. 20 EUR-Liter, 350 ml/qm
* Wasserglas (Altrosil) - ca. 10 EUR/Liter, 300 ml/qm
* Isodeck (Caparol) - ca. 10 EUR/Liter, 125 ml/qm
* Aton Putzgrund (Knauf) - ca. 7 EUR/kg, 250 g/qm
* Naturharzsperrgrund (Leinos) - ca. 20 EUR/Liter, 100 ml/qm

... und am billigsten: Kuhmist : Sumpfkalk, 1:1

Hat jemand den Kuhmist-Versuch schon mal gewagt? Funktioniert das wohl?

Den Mengenangaben je qm traue ich kaum ueber den Weg. Stimmt das mit den Erfahrungen ueberein?



Nein...



...aber laß dich nicht davon abhalten, wegen einer Einsparung von zwischen 50 und 100 Euronen Kuhexkremente in deiner Immobilie an die Wand zu hauen.
Ich selbst würde den Invest vorziehen.

Gruß Patrick.



Kuhmist oder Sondermüll



Ehrlichgesagt ist mir das Vertrauen in die Spezialchemie abhanden gekommen. Selbst bei einer sog. Volldeklaration können da Stoffe reingepanscht werden, von deren Gefährlichkeit heute der Kunde nichts weiss - und oft auch nicht einmal der Hersteller.

Du futterst lieber den Salat, auf dem der Mist als Dünger lag?

Ich tendiere eher zu klassisch ungefährlichen Stoffen (Schellack?), hätte aber natürlich gerne auch ein wirksames Mittel.

Von daher kann irgend was mit brutal gefährlichen Inhaltsstoffen gesünder sein, weil es rasch ausdampft und dann "clean" ist, als etwas harmloseres, das noch 20 Jahre weiter ausdampft.



Naja,



Schellack hat sich als Absperrgrund bewährt, selbst bei den grossen Farbenherstellern wird Schellack in den diversen Absperrgründen eingesetzt.
MfG
dasMaurer



Kuhdung



Hallo,
Ein Lehmputzer hat mir neulich folgendes erzählt:
Er hatte einen Wasserschaden in einer Naturheilpraxis zu sanieren, Lehmputz teilweise erneuern und mit Lehmfarbe streichen.
Auch hier kamen die Wasserflecken immer wieder zum Vorschein.
Er schlug vor ,einen Sperrgrund aufzutragen.
Die Heilpraktikerin wollte das wegen der Lösungsmittel auf keinen Fall.
Hier kam dann die "Kuhdung- Kalk-Methode" zur Anwendung.
Und es hat gut funktioniert.
Allerdings war die Beschaffung von "warmen Kuhdung" etwas aufwändig.Er mußte auf einer großen Weide suchen.
Bei einem Stundenlohn von 38,-Euro wurde es dann ein teurer Sperrgrund.
Viele Grüße



Da



bekommt der Begriff "Scheissenteuer" ´nen ganz neuen Aspekt.
MfG
dasMaurer





Hätt der mal besser die Kuh direkt mit auf die Baustelle genommen und den Spritzbewurf gleich direkt vom Hersteller auftragen lassen!
Wäre sicher Billiger gekommen?!

Früher hat man sich aufgeregt wenn eine Handwerker in den Bau gesch... hat.
Heutzutage gibts dafür offenbar sogar Geld?!



Frisch, warm oder fassgezapft



Muss der Kuhdung tatsaechlich noch warm sein? Kaum vorstellbar, auf gruener Wiese.

Ich wuerde ihn mir wenn, dann gleich vom Bauern aus dem Kuhstall holen. Bis zur Verarbeitung waere er definitiv schon kalt, sonst muesste die Kuh gleich in dem Eimer mit Sumpfkalk scheissen.



Aufruf zur Schwarzarbeit



> Hätt der mal besser die Kuh direkt mit auf die Baustelle genommen und den Spritzbewurf gleich direkt vom Hersteller auftragen lassen!

Glaubst du, du könntest die richtige Versicherung für einen solchen Hilfsarbeiter herausfinden?

Selbst wenn du statt einer schwarz gefleckten eine braune Allgäuer mitbringst, wird der Zoll wohl sehr genau hinsehen, wenn er auf deiner Braustelle vorbei kommt ;-)



Und ich



hab´ geglaubt, ich hätte ´nen Sockenschuss.
Beruhigte Grüsse
dasMaurer
;-)))





Die Kuh wird als Marschverpflegung deklariert und geht so ohne weiteres durch jede Kontrolle.

Muss ja nicht jeder wissen dass das meine neue Putzmaschine is(Wettbewerber lesen hier nämlich auch mit!!).

gruß jens



Wenn ich denke...



...daß ein zwei Liter von Jaeger ausreichen würde, das Problem zu lösen, ohne Worte. Naja, wegen mir.
Wenigstens ist der daraus entstandene Wortwechsel lustig zu lesen. Ich hoffe mal, es geht am 18./19. so weiter, Kollegen. Kein Auge darf trocken bleiben.
@Jens, ne ganze Kuh als Marschverpflegung, komm du mir nochmal mit meinem Stallkaninchen als Überbrückung bis zum fertigen Spanferkel :-).

Gruß Patrick.





@Patrick
hältst du mich für nen Kannibalen?
Die Kuh befindet sich im Angestelltenverhältnis(Verputzer!) und ist daher vor fressattacken geschützt.

Laut Arbeitsrecht und Tarifvertrag is das aufessen der Angestellten untersagt!
Zumindest hier in NRW!
Wie´S bei euch in BaWü ausschaut möcht ich lieber nich fragen.
Hab Angst vor der Antwort!

gruß jens

Und nein, die Kuh wird nicht verliehen.




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