Mit Sumpfkalk auf HAGA Bio-Einbettmörtel




Hallo Zusammen

Wir haben auf unserer Bruchsteinmauer den ganzen Zementputz auf der Aussenseite entfernt. Auf diese Bruchsteinmauer haben wit mit Biotherm von Haga eine Isolationsschicht aufgebracht. Auf dem Biotherm haben wir nun mit dem Haga Bio-Einbettmörtel eine Netzeinbettung gemacht. Nun wollen wir mit Sumpfkalk von Baumit und 0-2 mm Sand die letzte Schicht von unserem Wandaufbau machen. Nun unsere Frage, funktioniert dies so und müssen wir den Untergrund noch speziell vorbereiten oder können wir direkt mit dem Sumpfkalk-Sandgemisch auf den Bio-Einbettmörtel aufputzen?



Dämmputz



Ihr solltet im System bleiben und ggf bei Haga nachfragen.

Allerdings hättet ihr im Außenbereich jeden üblichen Dämmputz verwenden können,
wobei der Lambda-Wert mindestens 50 % schlechter ist als der von Dämmplatten, wie zB Mineralschaum- oder Holzfaserdämmplatten,
die ich für solche Außendämmungen verwendet hätte.
Wie seid ihr auf diese Materialien gekommen?
Gibt’s Fotos vor dem Verputz?

Ist die Fassade durch Dachüberstände geschützt?

Andreas Teich





Hallo Andras Teich

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Wir haben bereits den Innenbereich mit Biotherm isoliert und danach mit dem Bio-Einbettmörtel den finish gemacht.
Im Aussenbereich können wir aber nicht beim Bio-Einbettmörtel fertig machen, da noch eine weitere Schicht darauf kommen sollte (Entweder Bio-Einettmörtel + Farbe oder z.b. Calkosit). Streichen wollen wir nicht und wir wünschen einene rein Sumpfkalkbasierte Endschicht. Daher wollen wir nur Sumpfkalk und Sand verweden. Die Fassade ist durch ein Dachüberstand geschützt im Westen wird diese aber trotzdem stark beregenet.



Mit Mercedes arbeiten....



...und dann mit VW fertigstellen, um es mal so bildlich zu definieren und zu sagen.
Sie haben mit einem sehr hochwertigen System begonnen und daraus resultierend kann ich ihnen hier auch nur empfehlen, dieses auch in dem System fertigzustellen.
Hat etwas mit Gewährleistungsansprüchen und Funktionalität zu tun.
Warum sprechen sie die Firma HAGA da nicht auch mal direkt an?





Das mit der Gewährleistung ist uns klar, dass wir diese dann nicht mehr haben. Früher wurden auch einige Gebäude nur mit Sumpfkalk/Sand verputzt. Das sollte ja auch heute noch funktionieren und dies wollen wir herausfinden. Die Frage ist nur, ob wir nun direkt auf den Einbettmörtel gehen können oder nicht.





Der von "Haga" empfohlene Aufbaus wird mit einem deckputz "Calkosit" und einem Kalkanstrich abgeschlossen.

Es spricht nichts dagegen den Deckputz auf der Baustelle aus Sand und Sumpfkalk zu mischen.

Die Kalkputzfassaden wurden dann auch noch mit verdünnter Sumpfkalkmilch in den frischen Putz gestrichen.

Der Anstrich bildet eine Verschleißschicht auf dem Putzsystem.



Gegenfrage



Haftbarkeit aufgrund von Oberflächenbeschaffenheit, durch das HAGA-System?
Ich habe mal einen Außenputz auf Altmauerwerk gemacht, aus feuchtem Kalkfertigmörtel, Molke und etwas zusätzlichem Weißkalk.
Ca. 1998 und war ihn mir jetzt vor ein paar Wochen mal anschauen.
Mängelfrei habe ich ihn vorgefunden und das sogar ohne jeglichen Anstrich seit dem!
Da war aber eben der Untergrund robust und mit vielen Fugen und Haftbereichen.





Vielen Dank für die Rückmeldungen. Ich denke, der Sumpfkalk/Sand Verputz sollte funktionieren. Die einzige Frage ist, ob dies auf dem Bio-Einbettmörtel direkt haftet oder ob noch etwas für die Haftung braucht. Haga empfielt nach der dem Bio-Einbettmörtel und vor dem Calcosit noch die HAGA Mineralputzgrundierung zu verwenden. Sollte ich diese evtl. auch noch vor dem Sumpfkalk/Sand gemisch verwenden?



Putzgrundierung



bei einem einheitlichen Putzgrund wie hier würde ich auf Grundierungen verzichten.
Untergrund anfeuchten und Putz vor schnellem Austrocknen schützen.
Silikatfarben würden länger halten-
da das Erdgeschoß gut erreichbar ist hält sich der Aufwand für das Nachstreichen aber in Grenzen.





Im Datenblatt wird es genauso empfohlen wie auch der Herr Teich sagt. Dort steht das auf Einbettmörtel oder Biotherm direkt mit einem Anstrich oder deckputz weiter beschichtet werden kann. Eine Grundierung ist entbehrlich.

Die Mineralgrundierung ist ein Dispersionssilikatanstrich und zur "Festigung" von Altuntergründen, zur Bearbeitung weniger geeigneter Untergründe und zum Ausgleich von Saugunterschieden vorgesehen.

Wie Udo schon angemerkt hat sollte die Grundputzlage nicht allzu glatt abezogen sein um eine gute Anfanshaftung zu erreichen. Da die Haftung zunächst erst mechanisch erfolgt und sich erst im langsamen Erhärtungsverlauf chemisch mit dem Untergrund vernetzt.



Es lebe die Werbung



Warum ein einfaches Problem nicht einfach lösen?
Mit Sand, Kalk, Zement wurde so ein Verputz seit altersher gemacht und funktioniert.
Aber da gibt es nicht diese wohlklingenden Namen wie Bio, Biotherm, Bio- Einbettmörtel, Calkosit...
Zementputz PIII als Vorspritz, Hydraulischer Kalkputz PII als Unter-, Ausgleichs- und deckputz und ein freskaler Kalk- bzw. Kalkkaseinanstrich klingt nicht so schön Bio.
Hält aber länger und ist billiger.



Außenputz



Dazu hier noch einmal die interessanten Infos und Schadensfälle von Dr. Erfurth

http://www.institut-erfurth.de/

Dann zu den Kalkputzinfos:
- Publikationen dann
- 2.Zeile: Kalk + Putz + andere

Aber vielleicht ist Haga doch viel besser als Solubel,
wobei die sich ja auch weiter entwickelt haben können.

Die Bezeichnung 'Bio' oä Phantasiebezeichnungen in Verbindung mit Putz finde ich etwas seltsam und sollen wohl nur höhere Renditen ermöglichen.
Bauchemische Bezeichnungen genügen eigentlich

Andreas Teich