Mischmauerwerk mit rotem Sandstein im Innenbereich - Problemlösung gesucht

17.06.2014 Mitglied



Liebe Community,
mit meinem 1. Beitrag hier erhoffe ich mir hilfreiche Antworten und/oder neue Ideen.
Im Innenbereich meines alten Hauses wurde vor vielen Jahrzehnten stellenweise roter Sandstein zusammen mit normalen Ziegeln vermauert. das äußerte sich an einigen wenigen Stellen in Salpeterausblühungen, der sich faktisch auf den Sandstein beschränkte, jedoch an allen Sandsteinbereichen in schalenartig abgelösten Putz. Ich habe jetzt schon ein wenig über die Problematik des Absandens von Sandstein gelesen, ich bin daher doch etwas ängstlich oder wenig zuversichtlich, auf diese Flächen dauerhaft haltenden Putz aufbringen zu können.
Alternativ würde ich vor die jetzt trockenen Wände eine Vorsatzschale setzen (Trockenbau oder Ytong*). Auf diese letzte Lösung würde ich gerne verzichten, wenn ich hier Tipps zum Verputzen finde, die eine Dauerhaftigkeit des Putzes versprechen.
Was müßte bei der Trockenbauvariante (zumindest bei Außenwänden) veachtet werden? Die Außenwände haben eine Dicke von etwas über 70 cm. Allein aus dem Grund wäre eine Vorsatzschale die letzte Option für mich. Welche erprobte Materialkombination sollte ich beim Putzen wählen? Wie ist der Untergrund vorzubereiten? Tiefgrund, Haftschlämme?

Danke



Sandsteinwand



Die Absandungen deuten auf Wasser- und damit Salztransport in der Wand hin. Das passiert z.B. wenn Kondensat an der Wand ausfällt und später abtrocknet oder die Wand von außen mit Spritzwasser beaufschlagt wird. Es ist auch ein Zeichen dafür das sehr weiche, poröse bzw. kapillar transportfähige Steine eingesetzt wurden; man nahm halt was billig und leicht zu bearbeiten war.
Einfach nur neu verputzen hilft da nicht, egal mit was.
Die Feuchtequellen müssen abgestellt werden.
Das wäre einmal der Spritzwassereintrag von außen, das geht am besten mit einer fachgerechten Sockelausbildung, einem Außenputz und einem ordentlichen Dachüberstand. Ohne so einen funktionierenden Wtterungsschutz sind alle anderen Maßnahmen zwecklos.
Der Kondensateintrag innen kann mit einer kapillaraktiven Innendämmung vermieden werden.
Eine klassische Vorsatzschale aus Trockenbau, also Gipskarton und dahinter Mineralwolle als Dämmung, funktioniert nur wenn sie vom warmen Innenraum mit einer Dampfsperre getrennt ist. Das umzusetzen ist technisch anspruchsvoll und gering fehlertolerant.
Ich empfehle Ihnen deshalb eine kapillaraktive Innendämmung einzusetzen. Dafür gibt es zwei Konstruktionsprinzipien, einmal hohlraumfrei aufzuklebende und dann trocken zu verschraubende Dämmplatten. Welches System bei Ihnen geeignet ist geht nur nach Abschätzung aller Faktoren und im Rahmen eines Sanierungskonzeptes. Man kann solche Maßnahmen nicht losgelöst vom Gesamtvorhaben betrachten.



Sandsteinwandsorgen



Hallo

um Ihnen was einigermassen adäquates anraten zu können habe ich noch zu wenig Input.

Haben Sie noch Fotos oder und Skizzen, die Sie uns posten können oder mir mailen?

Wenn Sie von "schalenartig abgelösten Putzschichten" sprechen und vom Absanden, kann es auch sein, dass dort eine zementäre Putzschicht versucht den Sandstein umzubringen … kommt relativ häufig vor, denn es gibt immer noch Bauleute, die auf derartige "Lösungen" setzen … 

Die 2 Innenschale würde ich Ihnen dringend abraten … und die fachterminalen Denkfallen (kapillaraktive Innendämmung… oder ähnlich "tollklingendes" Zeug) werden meist den Konstruktionen eher Schaden als nutzen … 

Gerade wieder einen derartigen Fall auf dem Tisch: so eine tolle "kapillaraktive Innendämmung" mit tollen "Kalkputzen" (in deren Werbeslogans das Wort Kalk recht häufig vorkommt - aber die bei genauem Hinsehen sich als banale KalkZementputze offenbaren müssen) … da ist die Wand abgesoffen und die Feuchtigkeit hat dann Hochzeit gefeiert mit dem EHS (Echten Hausschwamm) … Totalsanierungsfall … 
Muss ja nicht sein, denke ich mir immer … 

Wie von Georg erwähnt sollten dringend die URSACHEN diagnostiziert sein … dann kann man ein Sanierungskonzept aufbauen … 

Von einer Trockenwand würde ich auch absehen.

Florian Kurz





Wie ich im Eingangspostig schon schrieb "...würde ich vor die jetzt trockenen Wände eine Vorsatzschale setzen".
Nachkommende Feuchtigkeit würde ich von daher ausschließen.
Vor der üblichen Luftfeuchtigkeit werde ich den Sandstein jedoch kaum schützen können. Ist es unter diesen Voraussetzungen denn ganz normal möglich, einen beständigen Putz aufzubringen? Ich hätte jetzt einfach gedacht, daß das Absanden von Sandstein eine normale Form des Alterns ist und ich ohnehin damit rechnen muß.
Ich mache nachher mal ein paar hoffentlich aufschlußreiche Fotos. Vielen Dank bis zu diesem Punkt.



Sandstein



Der Sandstein in Ihrer Wand ist schon ein paar Millionen Jahre alt, soviel zum Thema "normale Form des Alterns".
Wenn der Feuchteeintrag von außen ausgeschlossen ist- gut. Dann bleibt noch Kondensatfeuchte. Womit wir wieder beim Thema diffusionsdichte Vorsatzschale wären. Neuverputz allein verhindert keine Kondensation und damit Salztransport, Gefügezerstörung, Abschalen...
Sehen Sie sich mein Foto oben an. Eine neuverputzte Sandstein- Außenwand nach ein paar Jahren. Ca. 70 cm dick, feuchtebelastet, salzbefrachtet,Teile der Steine kann man herausbröseln.





Nun ja, welche Optionen bleiben mir denn dann noch?
PVC-Fototapete vor der Wand auf druckiprägnierte Dachlattenkontruktion spannen?
Putz wäre mir persönlich am liebsten, weil ich mir schwer damit tue, eine so schöne, massive Wand mit Styropor, Gipskarton o.ä. zu ersticken.
Ich habe nun hier einige Dinge gelesen, die NICHT gehen. Was geht denn nun?
Leider hat das Bild nicht die Qualität, die vielleicht nötig wäre, um eine Aussage dazu machen zu können. Aber es ist eine Baustelle, kein Fotostudio ;-)



von dem, was man so sieht … 



Hallo

… würde ich die Wand einfach verputzen … 
Vornässen
Vorspritz mit solubel 0-4er LKM
Grundputz mit solubel 0-4er LKM
Oberputz mit solubel 0-1er (oder 0-2er) LKM
Kalkkaseinfarbe mehrfach

fertig … 

Florian Kurz





So werde ich es wohl versuchen. Im besten Fall hält's, im schlimmsten Fall muß ich mir dann (in hoffentlich erst ein paar Jahren) Gedanken über einen Plan B machen.
Eine gesonderte Verfestigung des Sandsteins mit einer Grundierung (Kieselsäureester o.ä.) ist nicht zwingend notwendig?