Mineralwolle, Wandheizungsschlangen, Transmissionsverluste

07.05.2015



Hallo zusammen,

ich wäre an einer Diskussion interessiert: Ich habe in den letzten 3 Jahren ein 100 Jahre altes Bauernhaus (Wohnhaus mit Stallung im EG und Heuboden im OG) saniert. Die Wände (Bruchstein, 60cm) sind innen mit ca. 32t Lehmputz verputzt, darin habe ich Wandheizungsschlangen, die gemeinsam mit FB im EG die Beheizung über einen HV sicherstellen. Dach ist bereits erneuert & gedämmt, Fenster & Türen sind neu.

Nun ist die Fassade dran: Der alte Putz, irgendein fieses kunststoffzeug als Oberputz, bröckelt ab. Ich habe allerdings durch die Wandheizung vor den ungedämmten Außenwänden gehörige Transmissionsverluste und heize den Garten, deshalb denke ich über eine Holzschalung nach. Geplanter Aufbau: Lärche-Stülpschalung, hinterlüftet, darunter 10cm Mineralwolle zwischen den Lagerhölzern.

Ich bin -weiß Gott- kein Fan von Mineralwolle. Aber bei Naturdämmstoffen wie Schafwolle, Holzfaserplatten, etc.ist mir neben dem Preis auch die Gefahr durch Insektenbefall etwas zu hoch.

Da ein WDVS für mich nicht in Frage kommt, Bliebe nur das Verputzen mit Kalk-Zement oder reinem Kalkputz und der Verzicht auf jegliche Dämmung. Müsste ich aber deutlich mehr Holz machen, auch wenn der Einspareffekt für mich derzeit absolut nicht greifbar ist, ja vielleicht sogar entfällt.

Das Haus liegt mitten im Wald, in einer Talmulde. Die solaren Gewinne schätze ich als nicht allzu hoch ein, sollte die Diskussion hierauf stoßen.

Bin noch unentschieden, freue mich aber auf Eure Meinungen dazu.
LG
Oliver



im Prinzip ja...



... aber wird das noch gut aussehen, wenn das ganze Haus (nicht nur die Stallung / Heuboden) mit Holz verkleidet ist ? Gerade wenn das Haus auch noch im Wald versteckt ist...

Bei der Mineralwolle wäre ich inzwischen ziemlich schmerzfrei. Würde ich mit Windpapier einpacken. Lässt sich auch ohne weiteres rückbauen.

Alternative: Es gibt auch WDVS mit mineralischen Putzaufbauten. Beispiel: Puravision von Greutol (CH), nicht sicher was es in DE vergleichbares gibt.



im Prinzip ja...



- sorry, wegen Serverfehler doppelt -



Die Optik...



...ist sicherlich ein Hindernis. Derzeit ist tatsächlich nur der Heuboden im OG mit Holz verschalt...danach sieht's wahrscheinlich mehr wie ein Gartenhaus aus. Aber irgendeinen Kompromiss muss ich wohl machen.



Außendämmung



Wir haben gerade 2 Gebäude mit einer Außendämmung und Holzverkleidung versehen.
Beide mit senkrechten Holz Doppel-T-Trägern, darauf Verputzbaren Holzfaserplatten.
Darauf Konterlattung und einmal Stülpschalung, einmal Rhombusbretter
Im Hohlraum jeweils Zellulosedämmung.

Bei beiden Gebäuden entsprechen die U-Werte der Wand jetzt Passivhausniveau.
Der Fenstereinbau sollte bei Außendämmung gut überlegt werden.

Über Mineralwolle freuen sich Insekten und Mäuse besonders-
Zellulose ist zu salzhaltig und daher keine Behausungsmöglichkeit.

Ich habe schon div Wespen- und Mäusenester auch in alter Mineralwolle gesehen ohne KI 40, also noch in der kratzigen, unangenehmen.

Die Träger gibt's ab. 16 cm Tiefe, Länge 13 m oder genau nach Zuschnittplan und Kosten nicht mehr als KVH, haben aber einen 3 fach besseren U-Wert.

Wer nur zB die Giebel mit Holz verkleiden will könnte die Holzfaserplatten verputzen.
Von BestWood/Schneider Holzwerke gibts auch vorgeputzte Holzfaserplatten, sodaß ein Arbeitsgang gespart wird und die Platten länger bewittert werden können.

Mach doch Bilder von deinem Haus und schreib Näheres zu deinem Wandaufbau ( ggf an meine angegebene Mailadresse)
Dann kann man sehen was optisch bei dir passen könnte.

Andreas Teich