Mineralwolle oder...?

09.05.2007



Hallo, nach stundenlangem Lesen hier und anderswo stellt sich für mich immer noch folgende Frage zur Dachdämmung:
Wir haben als kostengünstigen und "gut zum selbst mithelfen" Vorschlag bisher folgenden Aufbau geplant:
-Ziegel
-Traglattung
-Konterlattung
-Unterspannbahn
-160mm Mineralwolle
-Dampfsperre

Nun suche ich nach einer Lösung, v.a. den sommerlichen Wärmeschutz zu verbessern, ohne so sehr viel mehr Geld dafür ausgeben zu müssen.

folgende Fragen stellen sich mir:
- würde es Sinn machen, eine Unterdachplatte zu nehmen, statt der Unterspannbahn (oder braucht man die dann noch zusätzlich?) und dann mit Mineralwolle zu dämmen (Cellulose wäre auch toll, aber da man es nicht selber machen kann am Ende vielleicht doch wieder teurer, oder?)
-Wenn ja: wie dick sollten die Stoffe mindestens sein, damit man ökologisch kein schlechtes Gewissen haben muß und im Sommer oben arbeiten kann? (wie gesagt: es soll eine gute aber vor allem bezahlbare Lösung her!)
-wie dick müsste die Mineralwolleschicht sein, um an die sommerlichen Werte von Cellulose ranzukommen? Einmal mit Unterspannbahn und einmal mit Platte.
-Hat jemand noch eine bessere Idee?

Für Ratschläge und Anregungen bedanke ich mich schon mal im Voraus!
Anja



Hitzeschutz



Hallo Anja
Erfahrungen mit Cellulose habe ich keine. Mein sommerlicher Hitzeschutz besteht aus Luft. Kann man selber machen und kostet nix, ausser Raum. Sorge für einen möglist großen Raum zwischen Dachpfannen und Mineralwolle. In diesen Spalt wir die Wärme die die Dachfanne durch Sonneneistrahlung abgeben noch oben abgeleitet, bevor sie in die Dämmung eindringt und den Wohnraum erwärmt. Spreche hier aus eErfahrung, habe den Efekt durch zufall bei mir im Haus erzeugt. Klappte sogar letzten Sommer bestens.
Gruß Juergen



Hitzeschutz durch schwere Dämmstoffe



Hallo!, die Dämmung muß durch die aussenseitige Winddichtung, und innenseitig durch die Luftdichtung abgeschlossen werden .
Winddichtung erfolgt am besten über eine Holzfaser- Unterdeckplatte mit ca. 20 mm Stärke,-ab 20 Grad Dachneigung ohne zusätzliche Unterspannung. Damit ist gleichzeitig der Sparren überdämmt, die Platte hat ein Gewicht von ca. 8 kg/qm, WLG 050, Als Dämmstoff im Sparrenquerschnitt ist Zelluloseeinblasdämmung- trotz notwendigem Fachbetrieb, die preiswerteste und eine sichere Lösung, wenn es um Ökologie und die Werte: sommerlicher Wärmeschutz, Schallschutz geht. Im Winter ist sie vergleichbar mit Mineralwolle im Segment WLG 040, Preisorientierung : ca. 60 EUR/cbm fertig eingebaut zzgl. MWST. Als innenseitige Begrenzung der Zellulosedämmung wird eine Dampfbremse benötigt, die einen sd- Wert von ca. 2 m haben soll, abgestimmt auf die Unterdeckplatte. Mit dieser Konstruktion haben sie ein zwar etwas teureres Dach als von Ihnen vorgeschlagen, aber es ist wegen des deutlich höheren Flächengewichtes wesentlich besser im Sommer und beim Schallschutz. Und es ist fehlertoleranter, weil sie keine Dampfsperre, sondern nur eine leichte Dampfbremse benötigen, - immer vorausgesetzt beide sind fachgerecht verarbeitet.
viel Erfolg !



Danke!



Herr Weiß: wie viel Abstand haben Sie denn dazwischen? Und wie dick ist Ihre Mineralwolleschicht? Würden Sie sagen, daß reicht, um sich auch bei Sonne über Mittag oben wohl zu fühlen?

Herr Schmitz: ich habe mal irgendwo gelesen, daß Unterdachplatten nicht so dampfdiffusionsoffen sind (oder betraf das nur OSB-Platten???). Sehen Sie da ein Problem?
Und: mit welchem Argument würden Sie mich überzeugen, nicht die von Herrn Weiß vorgeschlagene Variante zu nehmen?
Bin gespannt!
Anja



Mineralwolle



Hallo Anja
Bei mir sind zwischen Dachlatten und Mineralwolle ca. 25 Zentimeter abstand. Es hat sich dadurch ergegen das ich in mein Haus einen zweiten Dachstuhl in den ersten gebaut habe.
Der original ist aus behauenen Baumstämmen mit 1,4 Meter lichter weite zwischen den Sparren. Aus statischen Gründen bin ich auf diese Variante gekommen. Der innere Dachstuhl hat nur Wand und Deckenverkleidung zu tragen und fällt denentsprechend zierlich aus. Er besteht aus 4x20cm Tannenholz mit einer lichten weite von 60cm. Auf diesem Dachstuhl liegt eine difusionsoffene Folie. Zwischen den Sparre liegen 20 cm Mineralwolle der WLG 040. Dann kommt eine Dampfsperre. Dann 18mm Lattung, Konterlattung und 10mm Gipsplatten. Meine Frau hat ihr Büro im Dachstuhl zu Südwest Seite. Bis jetzt hat sie sich nicht beklagt. Unser Schlaffzimmer liegt nach Südost und auch hier war es letzten Sommer angenehm kühl. Wir haben Tagsüber die Fenster geschlossen und Nachts auf.
Ich bin der Meinung das 10cm Luftraum vollkommen ausreichen würden.
Das Prinzip besteht darin, das die Wärme der "Flächenheizung" aus Sonne und Dachpfannen in diesem Raum nach oben steigt und über den Spitzboden entweicht.
Das System wird im Automobilbau seit Jahrzehnten von Land Rover angewandt. Das Tropendach. Hier wird eine zweite Dachhaut auf 2cm hohe Stelzen über die erste gestellt.
Im Hausbau kommt also die Wärme nicht an die Dämmung und somit nicht in den Wohnraumaum.
Wenn ich hingegen versuche die Wärme im Sommer über Speichermasse fern zu halten, werde ich mit 2cm dicker Holzfaser- unterdeckplatte sicherlich scheitern, bei ansonsten identischen Dämmwerten.
Im Vergleich Zellulose/Mineralwolle muß die Dämmung mit Zellulose dicker ausfallen, wegen der schlechteren WLG. Damit erhöhe ich nochmals das Flächengewicht und komme auf annähernd gleichdicke Wandaufbauten, nur teurer und schwerer,aber mit besserem Schallschutz.
Mit Masse kann ich vor Schall schützen aber nicht dämmen!
Um mit mit Masse temperaturen zu speichern, im Winter Wärme und im Sommer Kälte brauche ich Bunkerwände.
Gruß Juergen



Sehr nett,



...daß man hier so ausführliche Tips bekommt!
Werde beide Ansätze nochmal mit meinen Mitbewohnern besprechen,
danke!