Mineralwolle in der Decke zum Dachboden

26.07.2005



Hallo,

wir wollen ein saniertes Fachwerkhaus kaufen. Inzwischen haben wir auch diverse Aktenordner mit Unterlagen und Fotos zur Sanierung zum Durchstöbern bekommen, die wir selbstverständlich dann auch einem Gutachter vorlegen dürfen.

Vorab tauchte für uns jedoch eine generelle Frage zur Wärmedämmung, die wir für ein eventuelles KO-Kriterium halten.

Bei der Sanierung wurde der frühere 4m hohe unbewohnbare Speicherraum unter dem Dach horizontal geteilt.

Dh mittels einer neu eingezogenen Zwischendecke wurde ein bewohnbares Obergeschoss abgeteilt mit ca 2,50 Meter Deckenhöhe. Die damit ebenfalls eingezogenen Innenwände im neuen Obergeschoss sind Trockenbau, kein Fachwerk. Die beiden Giebelwände sind ausgemauertes Fachwerk, innen mit Lehm verputzt. Die Seitenwände liegen bereits unter den Dachbalken.

Darüber befindet sich dann eben noch ca. 1,50 Meter
spitz zulaufender, nicht isolierter Dachboden.

In diesem Zusammenhang sind wir darüber "gestolpert", dass zwecks Wärmeschutz nun die Decke zwischen dem neu geschaffenen bewohnbaren Obergeschoss und dem nicht ausgebauten und nicht isolierten Dachboden mit Mineralwolle gedämmt wurde.

Was ist davon zu halten? Ich meine gelesen zu haben, dass Mineralwolle als Dämmstoff in einem Lehmputzbau nichts zu suchen habe. Oder irre ich da, und das ist völlig normal?





Hallo Eric
Ich vermute mal das die Mineralwolle in diesem Bereich der Substanz zumindest nicht Schaden wird.
Bei aller vorsicht, wird man wohl kaum einen Altbau finden der 100% richtig Saniert wurde, und es gibt auch Zigtausendfach Mineralwollgedämmte Bauten die funktionieren.
Ich würde mich also nicht all zu verrückt machen, zumal wichtigere Bauteile (Giebelwände) ja vernünftig Saniert wurden.
Also immer die Kirche im Dorf ... und so :-)
Gruß
Hartmut



Wann?



Können Sie herausfinden, wann die nachträgliche Dämmung gemacht wurde? Wichtig ist, dass keine Fasern in die Raumluft gelangen können.



Wann!



Hallo Herr Stasch,

was wäre wenn Fasern in die Raumluft gelangten? Und kann man das feststellen?

Die Dämmung jedenfalls hat im Zuge der Kernsanierung im Jahre 2000 stattgefunden.

Auf der Materialrechnung der Fa. XXX - Fachwerkstatt für Baudenkmalpflege - habe ich die Positionen
"60 m2 Mineralwolle TW 60 (Zwischendämmung Ausgleichsl.DG)" und
"120 m2 Mineralwolle TW 80 (Zwischendämmung Ausgleichsl. DG) gefunden.

Ansonsten tauchen da nur die üblichen Verdächtigen im Fachwerkbau auf wie Rauhspund, Eichenbauholz, Holznägel etc. auf.

Auch wurden zB alle Lehmbauarbeiten an einen Fachbetrieb für Baubiologie vergeben, und auch die Architektin hat belegbar gute Fachwerkkenntnisse bzw. ist öffentlich bestellte Sachverständige.

Aber die Mineralwolle passt irgendwie nicht recht in meine laienhafte Vorstellung von "fachwerkverträglichen Materialien", weil ich einigen Fundstelle hier und andernorten im Netz entnommen habe, dass es da Probleme mit Schimmel etc. geben kann (nicht muss).

Vielleicht sehe ich das ja alles aber auch nur übertrieben mangels Erfahrung.



Mineralwolle



Bei älterer Mineralwolle besteht der begründete Verdacht, dass sie krebserzeugend ist. Bei den neueren (etwa seit 1998?) nicht mehr. Das Bindemittel ist häufig Formaldehydhaltig.
Die Mineralwolle schimmelt nur wenn was verkehrt gemacht wurde. Der Gehalt an Schimmelsporen in dem Material ist in dem fertigen Produkt auch nicht viel anders als in den Naturbaustoffen (richtige Lagerung vorausgesetzt).



Danke Herr Stasch,



Sie haben mir einen wertvollen Ansatz geliefert fürs Googeln, mit dem ich dann Stück für Stück weitergekommen bin.

Krebsverdächtige, weil nicht biolösliche Mineralwollefasern dürfen seit 01.06.2000 nicht mehr hergestellt oder verwendet werden. Sondern nur noch unverdächtige Fasern mit RAL-Gütesiegel.

Über Baufotos ist es mir gelungen, den Hersteller der Mineralwolle ("Wiegla") ausfinding zu machen. Da standen doch glatt zwei Rollen im Hintergrund und man kann ja heute alles scannen und vergrößern. Zwar konnte ich da das Gütesiegel nicht erkennen, war dann hoffentlich auf der abgewandten Seite. Aber der Hersteller versichert auf seiner Homepage, bereits seit 1999 nur noch ungefährliche Mineralwolle zu produzieren. Und da ich mal nicht davon ausgehe, dass der Fachbetrieb strafbewehrte Uraltbestände aus dem Restelager auf die Baustelle geliefert hat ...

... bleibt nur die Frage nach dem erhöhten Risiko einer Schimmelbildung durch die Verwendung von Mineralwolle. Hier verstehe ich aber die Beiträge von Herrn Hees und Herrn Stasch mal so, dass dies in einer Zwischendecke eher unproblematisch ist, weil es ja nicht unmittelbar den Luftfeuchtigkeitsaustausch der Lehm-Ziegel-Wände betrifft ... oder?



Glaswolle und Schimmel...



Hallo Herr Deters,

der Schimmel bildet sich nicht zwangsläufig, nur weil sie Glaswolle als Dämmung haben. Es ist also kein Problem der Glaswolle, eher ein generelles Problem bei Dämmstoffen bzw. bei Dämmung. Für die Schimmelbildung brauchen sie ausreichend Feuchtigkeit und eine Nahrungsgrundlage für die Pilze. Letzteres ist im Dach in aller Regel kein Problem, häufig ist die ausreichende Feuchtigkeit entscheidend. Die Feuchtigkeit kommt entweder von außen (Dach undicht) oder von innen, wenn warme und Feuchte Zimmerluft sich in der Dämmung abkühlt und dabei Tauwasser ausfällt. Also gilt es, die Dämmung - egal welches Material - trocken zu halten. Von außen sind dazu Dachziegel und Unterspannbahn / Dachschalung zuständig, von innen übernimmt eine Dampfbremsfolie diese Aufgabe. Eine solche Folie sollte luftdicht verklebt sein, so dass auch keine Glasfasern mehr aus der Dämmung in die Raumluft gelanden sollten. Wenn also bei der Sanierung die Dampfbremse ordentlich montiert wurde, brauchen sie sich über Schimmel in der Dämmung eigentlich keinen Kopf zu zerbrechen - selbst wenn die Dämmung aus Glaswolle ist.

Mit freundlichen Grüßen
Philip Mertens



Lange her aber WICHTIG !!!



Zu Ihrer Nachricht vom 26.07.05 (zufällig heute drauf gestossen!) - EGAL ob Haus gekauft oder nicht! - Für ein GESUNDES WOHNKKLIMA "Mineralwolle" auf jeden Fall raus aus dem Haus!!! - So wie es sich anhört handelt es sich auch nicht um übermässig viel m² - Also warum nicht in "EIGENARBEIT" austauschen gegen NACHWACHSENDE ROHSTOFFE (z.B. Stroh, Hanf, etc. - Vielleicht gibts sogar zusätzlich noch Geld vom Staat) - Egal was viele IN KLAMMER - EXPERTEN sagen, Gesundheit GEHT VOR - Und ich hoffe dass es irgendwann mal genügend Leute checken und der SCHALTER AUF DIE ÖKOLOGISCHE BASIS UMGELEGT WIRD - Für weitere Fragen, oder Anregungen stehe ich gerne zur Verfügung - mailen unter: www.info@architektur-natur.de oder einfach Telefon (07181) 4795-07 Gruss Micha B. aus W.