Fachwerkgiebel mit VWDS - Welche Innendämmung/Verkleidung

02.03.2010



Hallo,
wir waren so verrückt ein altes Gehöft zu kaufen und stecken nun mitten in den Sanierungsmaßnahmen.

Hier ein paar Eckdaten:
Baujahr unbekannt, wahrscheinlich mehr als 100 J., nicht unterkellt, bzw. 1 Gewölbekeller; EG u. 1.OG ca. 60cm Bruchstein, Dachgeschoß und Giebel Fachwerk, z.Tl. mit Bimsstein ausgemauert, z.Tl. nur von außen verbrettert;
Dachstuhl und Fachwerk noch gut erhalten, ca. 350 m² Wohnfläche
bisher erfolgte Sanierungsmaßen:
Heizungsaustausch (Öl gegen Wärmepumpe), neue Fenster und Haustüren, Isolierung von Fußboden, Dachgeschoß und oberster Geschoßdecke, Fassade VWDS (EG: 14 cm Mineralwolle mit min. Putz, OG: 14 cm Mineralwolle mit hinterlüfteter Vorhangfassade aus sibirischer Lärche); Fußbodenheizung im EG, in den beiden oberen Etagen soll eine Wandheizung angebracht werden.
Nun unsere Frage: Im Dachgeschoß haben wir die alten Verkleidungen (Gipskarton mit Styropor, Holzverkleidung) und die Dämmung (Styropor) abgerissen. Eine Dampfbremsfolie war nicht vorhanden. Nun müssen wir die rohe Giebelwand verkleiden bzw. dämmen. Sie besteht z.Zt. nur aus ca. 10-12cm starken Balken sowie Ausfachungen aus Bimsstein. Im Bereich des Kniestockes sind die Ausfachungen nicht ausgemauert, sondern waren nur von außen verbrettert. Muß nun noch eine Dämmung von innen angebracht werden,und wenn ja in welcher Stärke bzw. mit welchen Materialien? Es besteht die Möglichkeit, diese Wand mit einer Wandheizung zu belegen (anstatt die Schrägen). Ist eventuell auch ein Ständerwerk möglich oder sollte eine leichte Massivwand aufgemauert werden (reichlich Platz vorhanden)? Muß eine Dampfbremse eingebaut werden? Lt. Fachliteratur ist normalerweise bei diffusionsoffener Innendämmung, wie z.B. Leichtlehm ect.... eine Dampfbremse nicht erforderlich. Wie sieht es aber aus, wenn außen ein Vollwärmeschutz aus 14 cm Mineralwolle (035) angebracht ist, wird dann nicht die Feuchtigkeit auch nach außen hin, sprich in die MW abgegeben? Wie würde sich die Wandheizung (in Lehmputz) auswirken? Außerdem sollte es nach Möglichkeit kostengünstig und in Eigenleistung machbar sein.
Für Ihre Anregungen und Tipps danken wir Ihnen schon im voraus.

Viele Grüße aus dem verschneiten Frankenwald!



Tauwasser in der Mineralwolle



Hallo Bolebi, in der Mineralwolle schlägt sich immer Tauwasser nieder. Nicht nur dort, wo man den Taupunkt nach "Glaser" berechnet, sondern überall, je nach Außentemperatur und Witterungsverhältnissen. Wenn nun die Mineralwolle am Fachwerk anliegt, wird also das Fachwerk immer schön feucht gehalten werden und fängt irgendwann an zu gammeln.
Folglich:
Auf keinen Fall eine Fachwerk-Fassade mit Mineralwolle dämmen. Mineralwolle-Wärme-Dämm-Verbund-System ist was für Plattenbauten. Die darf man alle 20 Jahre sanieren und aus diesem Anlass dann die Miete erhöhen. Gruß Felix.



Giebeldämmung



Da die Wandstärke zum Dachboden hin springt,
besteht die Möglichkeit die Giebelwand innen zu verstärken. Das erhöht die Standsicherheit, die Dämmeigenschaften und den Schallschutz.
Als Material bieten sich Ziegel mit guten Dämmwerten oder Porotonsteine an. Wichtig ist eine hohlraumfreie Vermauerung.

Viele Grüße



Tauwasser in der Mineralwolle



Hallo Felix, vielen Dank für die schnelle Antwort!
Die Außendämmung ist bereits angebracht, man hat leider nicht allzuviele Möglichkeiten was das betrifft. Wir haben uns für Mineralwolle entschieden, da lt. Hersteller (Rockwool) die Platten diffusionsoffen sein sollen, außerdem dürfte von außen eigentlich keine Feuchtigkeit eindringen (Holzfassade, Hinterlüftung, Gewebe an der äußeren Seite der Platten). Meine Bedenken sind, daß Feuchtigkeit von innen nach außen wandert und dann nicht abtrocknen kann, da außen die Dämmung davorsitzt. Es handelt sich auch nur um eine relativ kleine Fläche (Giebel ca. 20 m²). Wie kann ich die Innenwand verkleiden bzw. dämmen ohne daß es Probleme gibt.
Viele Grüße
B.



Giebeldämmung



Hallo, daran hatten wir auch schon gedacht (evtl. auch Gasbeton?) Wie bekommt man das hohlraumfrei hin? Mit Schüttung? Schallschutz ist hier nicht ganz so wichtig, man hört höchstens ein paar Vögel zwitschern.
Viele Grüße
B.



Giebelvormauerung



Die Fuge wird beim Hochmauern mit Mörtel verfüllt.
Sie können alternativ auch Leichtlehmsteine verwenden.

Viele Grüße