Mindestbreite Deckleiste

31.08.2018 airbug


Guten Morgen zusammen,

Schon seit ein paar Monaten lesen wir gerne in diesem hochkarätigen Forum und bilden uns ohne eine handwerkliche Ausbildung damit für einfache Holz-Arbeiten weiter.
Heute haben wir mal eine Frage, deren Antwort wir nicht recherchieren konnten:
Ein Rat an uns Laien wäre toll:

An unserer kleinen Holzhütte muss die Fassade erneuert werden.
Boden Deckel Bekleidung, genauer gesagt Deckleisten Bekleidung soll es werden (breite Bodenbretter und schmale Deckleisten). Europ. Lärche. Ca 3m hoch. Mit Edelstahl Schrauben befestigt.

Nun möchten wir die Deckleisten genau wie oft traditionell verwendet recht schmal halten. Ratgeber schreiben: Mindestens 15mm Überlappung zum jew. Bodenbrett sowie Abstand zwischen je zwei Bodenbrettern, damit die Schraube der Deckleiste das Bodenbrett nicht fasst.
Das wäre dann zB 15 + 5 + 15 mm = 35mm breite Leiste.
So weit so gut.

Nun habe ich aber mehrfach schon Bauten gesehen deren schmale Leisten besonders im Fuß-/Spritzwasserbereich wegbiegen und Spalten in der Fassade hinterlassen.

Meine Frage nach viel Vorwort:

Welche Mindestbreite sollte eine Deckleiste haben, damit sie nicht verzieht?

Danke sehr

Gruss aus Hannover

Hendrik



Breite der Leisten



sind nicht allein ausschlaggebend.
Oft werden frische Hölzer verbaut und die haben leider? die Eigenschaft sich zu verziehen.
So frisch aus dem Baumarkt ist eben ggF suboptimal.
Ich habe hier Bretter für Decken und Verkleidungen zum Teil seit fast 8 Jahren liegen, die sind trocken und auch nicht so sehr verzogen, die Holzschrauben (verdrehte Bretter) werden eben aussortiert und zurecht geschnitten.
Noch konnte ich nicht lesen, welche Art von Holz ihr verbauen wollt.

Ich würde euch empfehlen, dass ihr euch Gedanken macht welchen Werkstoff ihr verbauen wollt. Dann kann man besser antworten.

Klaus



Europ Lärche



...soll es werden.

Vielen Dank für die Antwort Klaus.

Wir beziehen das Holz sägerauh 21mm stark von einem Holzhandel. Da hoffe ich auf bessere Restfeuchtewerte als aus dem Baumarkt.

Sind 35mm breite in dem Fall ausreichend?

Danke



Restfeuchte



die Restfeucht beim Kauf dürfte völlig schnurz sein. Wenn das Holz vollkommen trocken ist, wird es Feuchte aufnehmen wenn es aussen bewittert eingebaut wird. Wenn es zu feucht ist, wird es trocknen wenn es eingebaut ist. Da das Holz während seiner gesamten Lebensdauer ohnehin immer der Witterungsfeuchte folgen wird (und die wechselt bekanntermassen), wäre es meine Empfehlung, die Bretter eine Weile ungefähr dort abgedeckt und akkurat gestapelt, zu lagern wo sie später hin sollen. Der Einbau bei extremen Wetterlagen sollte vermieden werden.
Dass auf so einer Schalung das Wasser nach unten läuft und dort die Schäden als erstes auftreten, liegt in der Natur der Sache. Unten sollten die Bretter nicht rechtwinkelig, sondern auf Gehrung abgelängt werden (Tropfkante).
Lärche wäre auch meine Wahl. Bitte nur streichen, wenn es wirklich gute Gründe dafür gibt. Unbehandelt wird Lärche mit der Zeit silbergrau, das ist ein optimaler Oberflächenschutz. Die enthaltenen Gerbstoffe sind auch gegen Schädlinge vollkommen ausreichend, so lange das Holz trocken ist.

Gruß

GE

p.s.
bitte auch auf ausreichenden Abstand zum Boden achten, Spritzwasserbereich.



Restfeuchte



ist kein Problem?
Woher kommt es dann, dass sich Bretter und Leisten verziehen, wenn dies länger trocken in einem Gebäude gelagert werden?
Und warum muss man z.B. Brennholz zwei bis drei Jahre zwischen lagern, damit dieses trocknet? Weil es keine Restfeuchte gibt? :-?
Lärche ist ein gutes Holz und bestimmt eine gute Wahl.
Wie schnell müsst ihr das Holz verbauen?
Ich persönlich würde das Holz wegen der Feuchtigkeit bei der Anliefderung messen, geht so mit einem preiswerten Messgerät aus dem Baumarkt, und dann ggF ein halbes Jahr unter Dach lagern, dann seht ihr was das Produkt macht.

Viel Erfolg

Klaus



Breite



Schön dass die Holzwahl grundsätzlich ok ist. Lagern können wir das Holz nicht. Es muss direkt verarbeitet werden. Gestrichen wird es nicht - unbehandelt Rau dürfte hübsch wittern.
Aber vielleicht nochmal zur Frage:
Was würdet ihr als Minimalbreite wählen ?
35, 50, 70mm?

Danke sehr

H



restfeuchte



Leisten verziehen sich genau so, wenn sie im Dachboden über Jahre maximal getrocknet wurden und dann nach draußen gebracht werden. Holz arbeitet, in beide Richtungen.

und dann noch zum Unterschied zwischen möglichst maßhaltigen Latten und möglichst trockenem Feuerholz....

das wissen glaube ich alle auch ohne Erklärung.



die richtige Restfeuchte



Wer‘s genau wissen möchte:


http://www.holzfragen.de/seiten/ausgleichsfeuchte.html

Es ist je nach Zweck keinesfalls so, das möglichst trockenes Holz am besten ist (o.k. Brennholz ist was anderes. Das wir aber auch nicht trockener als die Schalung, kommt aber auch nicht an die Wand).



Deckleistenbreite



Unter ca 50 mm würde ich nicht gehen und 5 mm Abstand zwischen den Brettern finde ich etwas knapp, besonders falls die Schalung relativ trocken war.
Zudem ist es bei schmalen Fugen schwierig, die Verschraubung innerhalb der Fuge vorzunehmen.
Außerdem soll das Holz noch arbeiten können.

Die Holzfeuchte der Deckleisten kann 15% oder mehr betragen- sie werden ohnehin naß.
Wichtiger ist es, möglichst astfreies oder kleinastiges und gerade gewachsenes Holz zu nehmen. Lärche oder Douglasie ist geeignet.

Andreas Teich



Danke



Genau auf diese Aussagen hatte ich gehofft.

Tausend Dank


Hendrik