Fachwerk - Gefache ausmauern

26.12.2008



Hallo,

seit einiger Zeit sind wir nun stolze Besitzer eines Fachwerkhauses im Bereich von Olpe (NRW). Leider können wir dieses Haus z.Zt nicht selber bewohnen und wollen bzw. müssen es daher erst einmal vermieten.

Im Vorfeld möchte ich nun aber erst einmal einige Hinterlassenschaften des Vorbesitzers beseitigen. Im Flur verdeckte eine Vertäfelung aus Kiefernholz das dahinter befindliche Fachwerk. Dieses möchten wir hervorholen. Die Balken sollen dabei sichtbar bleiben und die Gefache Verputz werden.

Nachdem ich nun die Profilbretter entfernt habe, weiß ich auch warum sie sich vor dem Fachwerk befanden. Das Fachwerk genauer die Gefache wurden vom Vorbesitzer mehrheitlich mit allen, was sich irgendwie zum Mauern eignet, ausgefüllt. Eine ebene Fläche ist nicht gegeben. Abstemmen der Überhänge dürfte genauso viel Arbeit bedeuten, wie den ganzen Schei... rauszureißen und neu auszumauern.

Da nun mein Problem - womit kann man Gefache von Innenwänden (zwischen zwei Zimmern) ausmauern. Idealerweise mit Lehmziegeln und Lehmputz - ist mir auch bei dem Stöbern im Forum klar geworden.

Doch was gibt es für Alternativen, da ich nicht unbedingt damit rechnen kann einen Mieter zu finden, der weiß, wie man mit Lehmputz umgeht und mir dann die Tapeten drüber klatscht.

Für entsprechende Vorschläge wäre ich dankbar.

Gruß in die Runde und alle der Jahreszeit angemessenen Glückwünsche
Volker Petsch



Mit dem jeweiligen Mieter sprechen!



Der, den Sie als Mieter eventuell den Vorzug gebe, sollte von Ihnen entsprechend aufgeklärt werden.
Es würde vielleicht auch Sinn machen, wenn Sie den Mieter entsprechend suchen.
Viele Möglichkeiten sind da denkbar.

Grüße
Udo



mir wäre lehmputz



bei einer geplanten vermietung zu riskant. davon auszugehen, daß -selbst nach einer aufklärungskampagne- der mieter richtig damit umgeht, halte ich eher für einen unwahrscheinlichen glücksfall; das fängt schon an bei der wandfarbe, und geht dann weiter über reparaturen an den wänden (löcher etc.). ich bezweifle, daß die jeweilige kaution später ausreichen wird, um neu zu Verputzen und den leerstand derweilen abzudecken. auch halte ich es bei der momentanen situation auf dem immobilienmarkt für unwahrscheinlich, daß man sich den mieter nach solchen kriterien aussuchen wird können...es sei denn, das haus befindet sich im zentrum von hamburg, berlin, münchen etc., oder etwa am bodensee....
es gibt einfacher zu handhabende alternativen, die sicher auch nicht schlechter sind (kalkputz).
viel glück bei ihrem vorhaben, carmen



Vertraglich absichern



Hallo Volker Petsch,
das geringste Risiko besteht, wenn von einem Fachmann (möglichst mit entsprechenden Referenzen) nach alter Handwerkskunst mit Ziegel (oder Lehm) ausgefacht und darüber ein reiner Kalkputz gezogen wird.
Wenn dann noch im (notariellen) Mietvertrag die entsprechenden Punkte mit eingebunden werden, daß eben nur bestimmte Materialien benutzt werden dürfen (evtl. von ihnen bereitgestellt werden) bzw. vor einer Reparatur dies von ihnen schriftlich abgesegnet wird, brauchen Sie nur noch
einen Mieter, der auch deswegen gerne hier einzieht, weil es eben ein Fachwerkhaus ist.
Wichtig ist auch der Hinweis zum richtigen Heizen und Lüften.
Viel Glück für den richtigen Mieter
Bernhard Fürstberger



@ herrn fürstberger



grüß sie erstmal, herr fürstberger!
mit der vertraglichen absicherung (notariell ist m.e. nicht notwendig) ist oftmals garnichts gewonnen, Papier ist geduldig....das mietrecht ändert sich ständig mehr zugunsten des mieters. solche aussagen sollten zu denken geben: "unwirksam sind Klauseln, die vorgeben, es dürfe nicht – oder nicht ohne Zustimmung des Vermieters – von der „bisherigen Ausführungsart“ abgewichen werden. Hiervon erfasst werden dürften auch Klauseln, die eine bestimmte Ausführungsart vorgeben, z.B. Renovierung mit „Raufaser, weiß“ (könnte jetzt auch heißen: Lehmfarbe etc.....). Erfasst von der Unwirksamkeit werden dann auch Klauseln die eine zeitliche Vorgabe für die Durchführung von Schönheitsreparaturen machen....." usw.usw.
die sicher konfliktfreiere variante ist ein haus, das keine "sonderbehandlung" benötigt, oder der Vermieter hat wirklich das große glück, einen alternativ denkenden und auch praxiserfahrenen mieter zu finden.
meine persönlichen erfahrungen sprechen eher dagegen.
viele grüße, carmen



@ Carmen



Kleiner Widerspruch!
Ich stimme dem Bernhard hier aber mal zu.
Offene und verantwortungsvolle Mieter sind zwar selten, doch es gibt sie.
Meinem Partner hat eine Villa saniert und diese ist komplett mit Lehmputzen, Wandheizung etc. ausgebaut und modernisiert worden. Beheizt wird alles über ein BHKW mit Pflanzenöl.
Die Mieter sind informiert und bekommen die entsprechenden Informationen. Daraus ergibt sich dann die jeweilige Materialfindung und Bereitstellung.

Wo ein Wille ist, ist auch immer ein Weg.

Aufgeschlossene Grüße
Udo



@ udo



ich halte alle menschen für lernfähig, nicht zwingend aber für lernwillig. zu deinem beispiel kann ich nur sagen: großes glück gehabt (oder eine bestimmte zielgruppe erwischt).
solche mieter zu finden, muß man sich auch leisten können, oder das objekt muß entsprechende vorzüge haben, denen keiner widerstehen kann und daher bereit ist, umzudenken.
nochmals -diesmal an den fragesteller-: viel glück bei der richtigen entscheidung und bei der mietersuche, carmen



Vermietungsproblem



Hallo,

die bisherigen Ausführungen decken sich mit meinen Befürchtungen. Einen Mieter aufklären oder im vertraglich etwas vorschreiben - ist weder die Zeit noch das Papier wert. Auch gibt der Markt gerade im ländlichen Bereich es nicht her. Wer hier zu große Ansprüche/Anforderungen stellt, dessen Wohnung bleibt halt leer.

Also bitte nicht mehr über Mietrecht oder notarielle Verträge diskutieren. Es hilft mir an dieser Stelle wenig.

Ich möchte wissen, womit ich die Gefache alternativ zu Lehmziegel ausmauern kann und womit ich alternativ zu Lehmputz verputzen kann. Es muß doch außer Lehmziegel/Lehmputz noch etwas geben, das dem Fachwerk nicht schadet und auch einen unkundigen oder gleichgültigen Mieter verkraftet.

Ein Bekannter - ist in Bezug auf Fachwerk eher unbewandert - sprach von Ytong-Steinen. Ich weiß, dass die bei den Fachleuten weniger beliebt sind. Aber wäre dies hier ggf. doch eine Alternative? Wie gesagt - es handelt sich um eine Innenwand zwischen dem Flur der Wohnung und den angrenzenden Zimmern. Also beidseitig Wohnraum.

Klassischer Kalksandstein/Rotziegel und dergleichen (wie heißen die Steine aus diesem Zement-Granulat-Gemisch denn gerade mal wieder) mit Zementmörtel - so hab ich mir hier im Forum angelesen - geht nicht, weil zu starr und unflexible (Fachwerk muß arbeiten können und bewegt sich).

Gruß in die Runde
Volker



machen sie es doch wie früher!



schlagen sie das alte Mauerwerk raus und mauern sie es mit
bimssteinen unter benutzung eines kalkmörtels(welcher recht weich ist und die möglichen bewegungen mitmachen würde).
dann verputzen sie es auch noch mit Kalkmörtel und Streichen es weiß. eigendlich ist bei einer innenwand egal ob sie atmungsaktiv ist. wenn sie die Holzbalken freilassen
und den Putz etwas hervorheben wird der mieter nicht auf die idee kommen darüber zu tapezieren.
ist halt ein vorschlag. vielleicht kommt ja noch eine praktische idee die ohne die umerziehung der mieter umsetzbar ist.
viel erfolg



papier ist geduldig.....



nein, keine ratschläge für den mietvertrag! ich würde mit vollziegeln ausmauern (kein zementmörtel, dreikantleisten!) und mit Kalk verputzen und den mietern untersagen, das gebälk anzustreichen, sofern es sichtbar bleiben soll (das ließe sich ja evtl. noch formulieren und erreichen); putzgewebe nicht vergessen. gruß, carmen





Hallo Herr Petsch,
ich verstehe ihre Sorge gut. Mein Vorschläg wäre folgender.
Die bissherige Füllung entfernen, Balken säubern (bürsten o.ä.)anschließend an die Innenseiten der GefacheDachlatten anbringen. Darauf können von beiden Seiten Rigips Platten befestigt werden. Dazwischen eine Dämmung.Dieses "ersatzfach sollte etwas zurückspringen (vom Balken aus gesehen) Vorteil: alles kann leicht entfernt werden, ist einfach zu tapezieren und die Balken bleiben sichtbar. Der Mieter kann eigentlch nicht viel zerstören.
Funktioniert allerdings so nur bei Innenwänden.

Mit freundlichen Grüßen,
Sascha Göke (Wuppertal)

PS: Frohes neues Jahr.





Hallo Herr Petsch,
ich verstehe ihre Sorge gut. Mein Vorschlag wäre folgender.
Die bissherige Füllung entfernen, Balken säubern (bürsten o.ä.)anschließend an die Innenseiten der Gefache Dachlatten anbringen. Darauf können von beiden Seiten Rigips Platten befestigt werden. Dazwischen eine Dämmung.Dieses "Ersatzfach" sollte etwas zurückspringen (vom Balken aus gesehen) Vorteil: alles kann leicht entfernt werden, ist einfach zu tapezieren und die Balken bleiben sichtbar. Der Mieter kann eigentlch nicht viel zerstören.
Funktioniert allerdings so nur bei Innenwänden.

Mit freundlichen Grüßen,
Sascha Göke (Wuppertal)

PS: Frohes neues Jahr.



Fachwerk - Gefache ausmauern



Hallo Herr Petsch,

Sie schreiben von Stolz, Ästhetik, und Sorge...dann machen Sie es richtig - so, als würden Sie einziehen.
Wie ein gutes Mietverhältnis entstehen kann, ... vielleicht durch Kontaktpflege.

mit freundlichen Grüßen

Mladen Klepac



Voraussetzungen schaffen



Hallo Volker,
es ist doch schon paarmal geschrieben worden wie es am besten zu machen ist: Ziegel / Kalkmörtel / Kalkputz. Noch dazu, wenn Sie später mal selber einziehen wollen, sollte es doch gleich, gut und richtig gemacht werden.

Ich hoffe, es hilft an dieser Stelle doch:
Wenn kein Mietvertrag geschrieben wird, haben Sie nichts in der Hand - und Nichts, ist weniger als Wenig.
Schauen Sie doch erst einmal welche Mieter einziehen wollen, wer darin wielange wohnen darf, entscheiden doch vorrangig Sie.
MfG
Bernhard Fürstberger



2 mögliche Alterntiven



Hallo,

und erstmal danke für die bisherigen Ausführungen.

Wenn ich das so lese zeichnen sich für mich 2 mögliche Wege ab:

1. Anstelle einer Ausfachung einfach ein Sandwich aus Rigips und Dämmung (Pseudo-Ausfachung/Ersatzfach)

2. Ausmauern mit Ziegeln oder Bimsstein unter Verwendung von Kaltmörtel und Kalkputz.

Stellen sich mir natürlich gleich weitere Fragen.

Gut, soweit ich bis jetzt verstanden habe, beruht die Statik eines Fachwerkhauses wohl hauptsächlich auf den Balken. Aber kann man die Gefache wirklich einfach so ganz durch eine Pseudo-Ausfachung ersetzen?

Vorteil hierbei wäre natürlich, dass es zum einen schell zu realisieren ist und sich später auch leicht gegen eine Ausfachung aus Lehmziegeln und Lehmputz ersetzen läßt.

Was muss ich unter Ziegel verstehen? kann ich hier einen klassischen Kalksandstein verwenden?

Handelt es sich bei Bimsstein (nicht rein natürlich) um diese Steine aus dem Zement-Granulatgemisch?

Habe zwischenzeitlich hier im Forum gelesen, dass Ytong-Steine wohl zuviel Feuchtigkeit aufnehmen und damit die angrenzenden Balken schädigen können. Hab ich das so richtig verstanden? Und wenn ja, ist dies auch bei Innenwänden so problematisch?

Gruß in die Runde
Volker



Wer gut arbeiten will...,



...sollte "hin und wider" auch mit denken.
Also den Erfordernissen entsprechend Lösungen erarbeiten, die dann aber noch die gewisse Funktionalität und dann noch dazu die angesprochenen Erfordernisse des Fragestellers erfüllen.

Da würde mir hier eine entsprechende Lösung einfallen, die auch der vor-Ort-Situation sicherlich eine gute Lösung sein könnte.
Die angesprochene Variante mit dem Gipskartonausfachungen + Dämmung ist nicht die glücklichste, aber leider mittlerweile die gängigste!
Aus unserer Sicht würden wir ähnlich beginnen, aber statt der MiWo einen etwas festeren Dämmstoff wählen und beidseitig dann mit Heraklithplatten (umgangssprl.: Sauerkrautplattenarbeiten) arbeiten. Einen dünnen 2-lagigen Verputz mit gewebeeinlage und fertig.
Man sollte den Schallschutz schon mit in Betracht ziehen.
Die Hölzer, wie bereits in einem vorherigen Beitrag hier, bürsten und ölen. Aber bevor die Flächen verputzt werden.


@ Carmen

Mit den Andeutungen hinsichtlich "Glück gehabt mit den Mietern, bei sanierter Wohnung mit Lehmputzen etc.", können wir dazu nur bemerken, dass in unserer Region eine starke Abwanderung vorherrscht (nach Dresden und auch wesentlich weiter!!) und trotzdem durch die Mund zu Mund Propaganda eine regelrechte Nachfrage für diese Wohnungen entstand.
Ist natürlich kein Fachwerkhaus, sondern eine Villa, aber dies tut nicht's mit zur Sache.
Und auch die Auswahl der Mieter gestaltete sich sehr überraschend positiv, weil für derartige räumliche Vorzüge ein hohes Maß an Verständnis entgegengebracht wurde.
Wir sicherlich nicht in jeder Region gleich sein.
Da geben wir Dir wirklich Recht.

Wichtig ist aber trotzdem, mit dem zukünftigen Mieter die Lösungen u.U. angehen und ihn vielleicht daran mit beteiligen.

Grüße

Udo



Fachwerk - Gefache ausmauern



Ich möchte nocheinmal einen Anlauf nehmen.
Einige von Euch würxden ja alles mögliche einbauen was nur geht?!Auch Sie Herr Petsch?
Welches Baujahr ist den das Fachwerk Herr Petsch?
Es ist Ihres, Ihr Eigentum, alles was Sie tun und lassen ist die Geschichte Ihres Hauses, Ihres Fachwerkhauses.

Es gibt keine Alternativen, wie die Materialien zu wählen, die damals zur Verfügung standen.Nicht weil es so sein muss, sondern weil es am einfachsten ist.

Ein Gedanke wäre noch:was für Mieter wollen Sie den "anziehen"?aufs Land...
Eine Mietwohnung auf dem Lande ist eben eine Wohnung auf dem Land.

Mit freundlichen Grüßen
Mladen Klepac



ein stein, ins wasser geworfen,



zieht weite kreise...steuert die diskussion langsam, aber unaufhaltsam, auf § 14 (2) GG zu? die frage von herrn petsch war doch recht einfach und sehr engagiert, und ist fachlich mehrfach ausreichend beantwortet worden. ich hab langsam den eindruck, daß es mittlerweile schon um ganz andere inhalte geht.... gespannte grüße, carmen



ein stein, ins wasser geworfen,



"nachdenklich"!

Grüße

Mladen



Warum erst falsch und dann richtig machen?



Was für einen Vorteil soll denn diese Maßnahme haben, wenn man sich die Arbeit antut und / oder bezahlt, um dann, in ein paar Jahren, den ganzen Mist wieder heraus zu holen?
Mehr Kosten, mehr Aufwand, mehr Zeitverbrauch, mehr Nachteile, …

Kalksandstein (KS) besteht aus Kalk und (Quarz-) Sand. Diese werden mit Wasser gemischt und unter Dampfdruck verpresst.
Lehmziegel bestehen aus Lehm / Ton und Sand. Sie härten durch Lufttrocknung aus.
Mauerziegel bestehen aus Lehmziegel und werden durch erhitzen im Brennofen gehärtet.

Das Problem mit den Ytong / Hebel (Gasbetonsteinen) ist in diesem Falle nicht, dass sie so viel Feuchte aufnehmen - das macht der Lehmstein auch, u. a. darum ist er ja für ein
Fachwerk so prädestiniert. So problematisch wie bei Außenwänden ist es nicht, aber auch nicht ideal.

MfG
Bernhard Fürstberger



Ytong prädestiniert?!



@ Bernhard Fürstberger

Ytong sei prädestiniert für Fachwerk?
Das müssen Sie schon näher erläutern!
Und:
Mauerziegel bestehen aus Lehmziegel und werden durch erhitzen im Brennofen gehärtet.,
ist früher so gewesen, aber seit Jahrzehnten nicht mehr!!!!
Heute sind mauerziegel alles andere, aber eben keine Backsteine mehr.
Ca. 80% der am Markt existenten und erhältlichen "Ziegel" sind Gas gebrannt und somit fast versintert und dazu kommt noch, dass die Ziegelindustrie zur sogenannten Porosierung enorme Zuschläge an Sondermüll beimischt (Klärschlämme!! etc.).

Doch je weiter wir hier die Spirale drehen, desto mehr wird somit in Frage gestellt (...ein stein, ins wasser geworfen! C.R.) und die Feder wird irgend zu Bruch gehen.

Wichtig wäre zu definieren, was will Volker Petsch erreichen und wie könnte er es machen. Und dazu ist eigentlich in vollem Umfang geschrieben worden.
Nun ist Volker P. am Zug und muß sich entscheiden und loslegen.

In ein paar Jahren kann er dann berichten, wie es sich bewährt hat.

Viel Glück und frohes Schaffen,
Udo Mühle



Klarstellung wegen Ytong



Hallo Udo Mühle,
sorry, war nicht einwandfrei formuliert, aber danke der Nachfrage – bevor es ein Fragesteller ebenso (falsch) versteht.
Das prädestiniert war auf den Lehmstein bezogen.

Wenn meine anderen Antworten gelesen wurden, müsste aber klargewesen sein, dass ich den Ytong nicht zum ausfachen favorisiere.
Also noch mal zur Sicherheit:
in eine Fachwerkwand gehört LEHM!
Alles andere ist möglich, hat jedoch Nachteile (meist mehr als weniger).
O. k. ?

Die allgemein gebräuchlichen Mauerziegel sind (leider) so wie Sie es schreiben.
Der gute alte Backstein, in unseren Breitengraden Reichsformat-Ziegel, den ich mit Mauerziegel gemeint habe, ist ein HF- 2DF, Dichte 1100 kg/m³, unporosiert, wie er früher zum mauern verwendet wurde. Dieser wird aus dem luftgetrockneten Lehmziegel im Brennofen hergestellt. Erst bei sehr hohen Brenntemperaturen entsteht daraus dann der frostbeständige, extrem harte und nicht mehr diffusionsoffene Klinker.

Bin ebenso gespannt, wie es gemacht wurde – schade, dass so
wenig Fragesteller ihre Erfahrung zurückmelden.

MfG
Bernhard Fürstberger



Was will ich eigentlich ...



Hallo,

habe nun eine Woche in meinem Hause verbracht und komme erst heute erst wieder dazu hier im Forum zu lesen.

Ja, was will ich eigentlich?

Nun ich möchte in einem Fachwerkhaus, dessen Baujahr ich nicht kenne und welches schon älter als 150 - 200 Jahre sein soll, eine Wohnung zur Vermietung herrichten ohne dabei dem Haus noch mehr Leid zuzufügen, als es von dem Vorbesitzer erfahren hat. Dabei möchte ich halt eben nicht einfach alles einbauen, was der Markt so anbietet. Aber eine endgültige Lösung im Sinne von "Back to the Roots" kann ich derzeit nicht herbeiführen, wissentlich, dass man dann ggf. noch einmal ran muss.

Über die Geschichte des Hauses weiß ich an sich wenig, nur muss es sich vor dem Kauf durch den Vorbesitzer schon in einem schlechten Zustand befunden haben. Der Vorbesitzer hat mit Sicherheit sein Bestes gegeben und es nicht besser gewußt, aber
ein Fachwerkhaus rund herum in Rahmen eines Straßenbaus, auch im Bereich des Fachwerkes, anzuschütten zu lassen, kann nicht richtig sein
nach Belieben Balken anzusägen, in ihrem Querschnitt zu verändern oder zu entfernen, um z.B. Türen einzubauen, kann nicht gut sein
Fachwerkwände, egal ob Innen- oder Außenwände einfach mit Rigipsplatten zu benageln, kann nicht richtig sein

Es sind einige Balken schwer in Mitleidenschaft gezogen und verfault. Ob und inwieweit hier noch etwas zu retten ist, schaun wir mal ...

Ich habe in der jetzigen Parterre - dem ehemaligen 1.Obergeschoss damit begonnen die Wohnräume aufzuarbeiten. Ziel ist es diese Wohnräume vorerst zu vermieten.

Ich habe in den letzten Tagen viel Müll von den Wänden geholt und das hinter Profilbrettern, Spanplatten und Gipskarton-Platten verborgene Fachwerk hervorgeholt.

Ja, die Wände sind nicht gerade und stehen auch nicht alle im Lot - aber was solls, es sieht gut aus.

Die Gefache - es ist nicht so schlimm, wie es zuerst aussah - sind mit Steinen aus einen Zement- Granultgemisch so in der Größe eines KS-Steines ausgemauert. Die Gefache, welche mit einem Gemisch an Baumaterialien ausgefüllt waren, habe ich rausgekloppt.

Dabei hat es sich ergeben, dass genau die Gefache zu entfernen waren, welche sich in der Wand zwischen dem relativ dunklen Flur und dem angrenzenden Durchgangszimmer befanden. Werde diese auch nicht mehr ausmauern, sondern mit Glasscheiben schließen (oder gibt es da statische Bedenken).

Die anderen Gefache werde ich soweit bearbeiten, dass ich sie direkt verputzen kann. Würde hier, wenn ich das richtig verstanden habe einen Kalkputz mit Gittergewebe nehmen und den Putz mit einem Kellenschnitt vom Balken trennen.

Oder würde ich bei diesem Vorgehen einen nicht zu vertretenden Fehler machen?

Parallel haben wir damit begonnen das Haus soweit wie möglich wieder auszugraben - ist natürlich nicht gerade die richtige Jahreszeit. Aber muss sein.

Ich möchte mich noch einmal recht herzlich für die für mich sehr informative und lehrreiche Diskussion bedanken.
Es werden sich mir mit Sicherheit in den nächtsten Monaten noch eine Vielzahl an Fragen auftun. Ich würde mich freuen, wenn mir dann wieder so nett geholfen werden könnte.

Mit freundlichen Grüßen
Volker



Einiges zu tun



Hallo Volker,

ein leerstehendes Haus geht schnell zu Grunde.Hoffe Sie finden angenehme Mieter.
Über die Statik kann ich Ihnen keinen Rat geben.
Sie haben geschrieben, darf ich zitieren.

"Die anderen Gefache werde ich soweit bearbeiten, dass ich sie direkt verputzen kann. Würde hier, wenn ich das richtig verstanden habe einen Kalkputz mit Gittergewebe nehmen und den Putz mit einem Kellenschnitt vom Balken trennen."

Auf Gittergewebe könnten Sie verzichten, zumindest tun wir es.Es sei denn der Untergrund ist nicht entsprechend.Kellenschnitt führen wir nie aus und ich spreche auch von Fassaden.

Grüße
Mladen



Lösungsvorschlag



Fachwerkwand mit verglasten Feldern.

Viel Glück bei der Umsetzung,
Udo



Lösungsvorschlag: Detail



Der Einbau der Holzrahmen gefassten Glasfelder in die offenen Fachwerkfelder.

Grüße Udo



so hab ich mir das vorgestellt



@Udo

ja, so hab ich mir das vorgestellt. Wenn gleich auch die Eichenbalken in unserem Haus wesentlich dunkler sind.

Sind derzeit mit einer Kruste aus ??? überzogen, was sich mit einem Spachtel relativ leicht entfernen läßt. Mit einer Drahtbürste nachbearbeiten und schon hat man eine tiefrotbraune Farbe.

Andere Balken sind leider mit einer schwarzen Farbe gestrichen worden. Die Oberfläche dieser Balken wurde im Vorfeld auch mit einem Beil bearbeitet. Ich vermute mal das diese Kerben dafür dienen sollten einen Putz aufbringen zu können. Hier werde ich mal versuchen die Oberfläche etwas abzuschleifen, damit die Lackfarbe aufgebrochen wird und das Holz wieder atmen kann.

Anschließend wollte ich die Balken so belassen. Habe hier etwas von ölen gelesen. Handelt es sich dabei um Öl, wie man es von Teak-Möbeln kennt. Welches ist zu empfehlen?

Gruß
Volker



Balken ölen



Die Balkenhölzer am besten mit einer Bürstenwalze bearbeiten und oberflächenfertig herstellen. Mit einem guten Naturöl (auch farbig zu haben!), z.B. von NATURAL, anschließend ölen.

Die Bürstenwalzen kann man mit Nylon- Messing- oder Stahlwalzen betreiben. Muß man probieren.


Frohes Schaffen,
Udo Mühle