Regipsplaten an der Innenwand

09.02.2003



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben ein Mehrfamilienhaus vermietet, bei dem die Innenwände mit Regipsplatten ausgestattet sind, statt zu verputzen. Uns sagte der Architekt, dies wäre beßer als Innenputz, da die Luftschicht zwischen Mauerwerk und Regipsplatte zusätzlich isoliert. Bei einigen Mietern wird angeblich die Regipsplatte feucht. Bei anderen gibt es keinen Probleme. Ich vermute nun, daß die Mieter nicht genügend heizen und lüften, da das Problem auftrat, als die alten Holzfenster durch moderne Kunstsofffenster ersetzt wurden. Ich habe auch festgestellt, daß der Gasverbrauch für die Heizung um 1/3 zurückging und die Wärmemesser an den Heizkörpern wesentlich weniger Einheiten anzeigten.
Was kann man machen, daß die Feuchtigkeit verschwindet?
Haben die Regipsplatten in Bezug auf Feuchtigkeit Nachteile gegenüber einem Feinputz?

Mit freundlichen Grüßen

Seitz



Ihr Architekt.....



Da haben wir wieder den alten Hut, daß es eben immer noch die Auffassung gibt, daß Luftschichten im Baukörper angeblich wärmeisolierend sein sollen. Doch das Gegenteil ist der Fall, daß es in einem monolitischen Baukörper nie stehende Luft gibt, sondern immer zu einer Luftströmung kommt und somit eben die Wärme hinter dieser Beplankung abgelüftet wird und sich eben dadurch Kondensat ausbildet. Dazu noch "die wunderschönen Kunststofffenster" und somit ist eben immer der Mieter der schwarze Peter, weil er angeblich nun nicht richtig lüftet. Ich glaube, bei derartiger Thematik könnte man nun eben stundenlang philosophieren und einige Flaschen dabei lehren, man käme nie zu einem einheitlichen Nenner. Ihr Architekt müß ja auch nicht in dieser Wohnung leben und somit haben Sie ihm eben als Fachmann Glauben geschenkt. Der Hauptknackpunkt ist nun einmal die Symbiose einer gut einregulierter Heizanlage, dem richtigen Betreiben bzw. Nutzen dieser, dem Lüftungsverhalten und dann eben noch dieser "hervorragenden Gipsbauplatte, die den Rest der Feuchtigkeit aus der Raumluft zieht und zu einem barackenartigem Raumklima neigt. Fachliche Grüße aus der Oberlausitz, wo auch mit Gipskarton in den schönen Umgebindehäusern Frevel gebaut wird und so zu Bauschäden mit beigetragen wird!



Am Rande ...



Vor nicht ganz drei Monaten hat eine Mitarbeiterin von mir ein Gerichtsverfahren gewonnen, bei der es genau um diese Problematik ging. Der Einbau von "luftdichten" Kunststofffenstern und neuer Außenisolierung führte zu Schimmelbildung. Darauf erhielt Sie die Auflage vom Vermieter - Achtung, aufgepasst - regelmäßig 8 (in Worten: acht) mal am Tag zu lüften. Ich war so frei, ihr gerne zu bescheinigen, das ich nicht bereit bin, sie für Lüftungstätigkeiten von der Arbeit freizustellen ;-) Der Richter sah das genauso.



Ich hoffe, Herr Mühle,...



Sie meinten mit Flasche einen guten Roten (vorzugsweise italien. Anbaugebiete) und nicht den Architekten! ;-) So kritikwürdig und unzureichend die neue EnEv (Energieeinsparverordnung) auch sein mag, auf eins zielt sie ganz genau ab - auf eine ganzheitliche Behandlung des Objektes und nicht auf die Realisierung von Einzelmaßnahmen die sich anschl. zu Lasten anderer verbesserungswürdiger Punkte auswirkt. In Zeiten hochgedämmter Bauten müssen alle am Bau Beteiligten (auch schönmalende Architekten) endlich begreifen, wie schmal der Grat zwischen einem sinnvollen Energiesparmaßnahmenpaket und bauphysikalischen Mißgriffen geworden ist. Mir sind selten so viele Fälle von Schimmelbefall bekannt geworden wie im letzten halben Jahr und ich befürchte, das ist nur die Spitze des Eisbergs.



Mieter



Der Vermieter hat eine dem Mieter nutzbare, dem Vertrag gemäße Wohnung zu übergeben und die Nutzungsmöglichkeit zu gewährleisten. Es kann Ihm nicht zugemutet werden, Baumängel durch erhöhten Aufwand (Lüftungsregime) auszugleichen. In Ihrem Fall ist offensichtlich hinter der Gipskartonwand Feuchtigkeit kondensiert, die nicht abgeführt werden konnte. Wenn Sie neue Fenster einbauen, müssen Sie im gleichen Maße an die Wärmedämmung der Wände denken. Die Hinterlüftung kann bei einem Luftaustausch sein, wenn der nicht gewährleistet ist, hat sie zu unterbleiben.





...wie siehts aus...meine bescheidene meinung dazu...ließe sich dieses problem nicht mit der anbringung einer Dampfsperre direkt unter der Gipskartonplatte vermeiden...!?

mfg

-ludwig-



Rückantwort zu Ludwig



da haben wir es ja wieder, luftdicht Kiste (Kondomwohnung!!), im Sommer Neigung zum sogenannten "Barackenklima", Überdichtung unserer Gebäude eben und somit kein selbständiger Luftaustausch (Feuchtigkeitsverlust durch selbständige Luftzirkulation), sondern ein viel höheres Maß und Sachverständnis an die kontrollierte Wohnraumlüftung! Die wichtigsten Prämissen sind nun einmal die vernünftige Winddichtheit und die vernünftige Atmung der Wände in unseren Gebäuden. Grüße.



@udo



...soll das also heißen,das das einzigst sinnvolle ne Außendämmung wäre...?



nein



..es muss nicht immer Aussendämmung sein, in Ihrem Falle würde das Abnehmen der Gipskartonwände und der Verputz der Wände das Ende des Problems darstellen.



@peter



ich habe doch noch gar keine gipskartonwände...und dämmen muß ich...am besten von innen...nicht am besten...am praktischten,in meinem fall

mfg

-ludwig-