kleines altes haus

01.11.2002



hallo, auch ich habe eine Frage. Ich habe ein Haus direkt an der schweizer Grenze angeboten bekommen. Das Haus ist von 1470 und nur ca. 65qm groß, allerdings mit ausbaureserve. Kein Grundstück am Haus, allerdings könnte ich in der Nähe ein kleines schönes Grundstück dazu erwerben.
Das Haus liegt in einem Altstadtbereich und ist nicht freistehend. Die Rückseite bildet die ehemalige Stadtmauer. Das Haus selbst liegt romantisch in einer alten Römergasse mit Blick in die Schweiz.
Aber ich muß das Haus ohne zu besichtigen kaufen. Weil der Verkäufer das Haus seit etwa 6 Jahren vermietet hat. Anfang dieses Jahres ist der Mietvertrag (5 Jahresvertrag) ausgelaufen und wurde wieder auf 5 Jahre verlängert. Der Eigentümer hat dem Mieter eigentlich versprochen das Haus nicht zu verkaufen ist aber in eine Notsituation gekommen und muß sich trennen.
Das beste ist eigentlich der Preis 30 000,00 Euro. Der Eigentümer arbeitet wohl bei einer Bank und hat am Anfang des Jahres eine 5 Jährige Hypothek aufgenommen über 30 000,00. 5% Zins ca. 2,5% Tillgung monatlich 200,00 Euro Rstwert ca. 25 000,00 Euro nach Festschreibung.
Und das haus ist seit etwa 6 Jahren an den gleichen Mieter für 300,00 Euro monatlich vermietet. D. h. 100,00 Euro pro Monat Gewinn!!!
Und drei Monatsmieten im voraus!
Das bedeutet ich könnte es einfach mal so laufen lassen - dem Eigentümer wäre es eh am liebsten wenn die Verträge übernommen werden könnten.
Der Eigentümer war die letzten Jahre nicht mehr in dem Haus, da der Mieter auch für alle laufenden Kosten aufkommt. Er vermutet jedoch das das Hasu von Innen ungepflegt sein dürfte das der Mieter mit vielen Tieren dort lebt. Aber für den Preis oder?
Kann mir jemand helfen?



auf jeden fall besichtigen - ansonsten finger weg!!!



hallo wini,
eigentlich würde ich sagen, wenn ihnen das Gebäude und das grundstück in der nähe gefällt, und auch noch der preis passt, dann kann man weiter überlegen, jedoch auf gar keinen fall, ohne das objekt vorher besichtigt zu haben -und dies noch zusammen mit einem fachmann ihres vertrauens Architekt u. ggf. weitere fachleute (referenzen)-;

bezügl. der finanzierung: was sind das für verträge? sind sie legitim? -knebelverträge können rückwirkend annuliert werden- was ist, wenn der mieter auszieht? sind reparaturleistungen am haus auf den mieter festgeschrieben? gibt es einen reparaturstau? - sie schreiben ja schon, dass das haus von innen wahrscheinlich ungepflegt sein dürfte- sie sind dann der besitzer und für das objekt in jeglicher hinsicht verantwortlich -dass kann, wenn man so ein objekt nicht gesehen hat, ganz schön ins geld gehen;

also wir würden raten, "auf jeden fall besichtigen - ansonsten finger weg!!!"; wenn sie das objekt besichtigt haben, sollten sie sich ein konzept erstellen lassen, im hinblick auf reparaturstau, möglichen zerstörungsgrad, statik, baupysik und vieles mehr; eine Sanierung ist bestimmt möglich, sollte aber immer über einen sach- u. fachkundigen architekten oder planer führen;

also nochmals empfohlene vorgehensweise: - anschauen (mit fachmann), konzept erarbeiten (mit fachmann) und wenn dann immer noch alles passt, - kaufen;-))

hoffe ihnen etwas weitergeholfen zu haben;

grüsse aus würzburg



Hauskauf oder nicht?



Vertete die selbe Meinung wie unser Plattformmitglied Herr Greb und dazu könnte ich mich für Sie dann noch als Fachfirma für die eventuell anstehenden baulichen Maßnahmen, sofern eben der Kauf akzeptabel,anbieten, da ich mit vielen guten Kleinhandwerkern in diesem Sektor schon immer gut zusammenarbeite. Informieren Sie mich zurück und wir werden die Kiste schon schaukeln. MfG aus der wuderschönen Oberlausitz!





Hallo Wini,

ich persönlich wäre sehr vorsichtig. Wäre das so ein tolles Renditeobjekt, würde der Bankmensch es vermutlich nicht verkaufen, oder? Wenn er Schulden (Kredit) bei der Bank hat, kostet es normalerweise eine Strafe, wenn man das Geld auf einen Schlag zurückbezahlt. Egal. Ein anderer Punkt ist, der Mieter könnte trotz 5-Jahres Vertrag vorzeitig ausziehen (ich war auch schon Mieter mit so einem Vertrag). Bei wichtigen Gründen darf man das (Arbeitsstelle woanders, Familienzuwachs und das Haus wird zu klein...). Dann ist die Frage, ob ein neuer Mieter einfach so einzieht - oder ob man da erstmal gründlich (und das wird teuer) sanieren und renovieren muss, bevor man neu vermieten kann. Ein Fachwerkhaus muss man besonders pflegen (Balken streichen, Fenster streichen, ...) und wenn das längere Zeit keiner macht (so wie bei dem Haus, das wir gekauft haben), dann kanns ziemlich schnell ziemlich "alt" aussehen. Und das zahlen ja letztendlich Sie. Wenn, dann sollten Sie wirklich das Geld investieren und mit einem Fachmann dahin gehen und ich würde es auf keinen Fall "ungesehen" kaufen. Man kauft ja auch nicht irgendein Auto, ohne dass man es genau von unten und oben und innendrin angeschaut hat. Und ein kaputtes Haus ist mit Sicherheit eine größere Last auf den Schultern als ein kaputtes Auto zum Beispiel. Wie auch immer, viel Erfolg.

Grüße Annette



Ach so, noch was :-)



... noch was ist mir grade beim nochmaligen Durchlesen aufgefallen: Die 3 Monatsmieten im Voraus sind ja nur Kaution, die sind ja nicht für Sie ;-). Den Mieter müssten Sie so oder so mitübernehmen, da hätten Sie garkeine andere Wahl, er hat ja einen gültigen Mietvertrag und so einfach kämen Sie da garnicht raus, auch wenn Sie wollten... Prüfen Sie am besten noch, ob der Banker Sie nicht übers Ohr hauen will (mit solchen Aussagen...), ob er Ihnen vielleicht die Kontoauszüge zeigt, wo der Mieter die monatliche Zahlung auch immer pünktlich bezahlt, denn wenn nicht, haben Sie auch ein Problem... mir persönlich klingt das alles ziemlich dubios, aber vielleicht bin ich auch nur zu vorsichtig bei solchen Dingen, habe schon ziemlich viel erlebt :-)... Grüße Annette



Danke



Als erstes einmal vielen Dank an alle,
ich finde es echt klasse Euere Tips und Hilfe. So wies jetzt aussieht ist das Haus verkauft. Gesehen von Innen habs ichs noch nicht! Euere Tips sind mit Sicherheit richtig!
Was den Verkäufer betrifft ist es so: er hat seit Jahren wohl nebenher ordentlich Geld mit solchen Objekten verdient. Nun hat er mir einen Brief vom Finanzamt vorgelegt. Dabei wird er als "Gewerblicher" eingestuft. Und will sich nun auf jeden Fall von den Objekten in der unteren Preisklage abschieben. Um eine Strafe kommt er dabei trotzdem nicht rum.
Da er bei einer Bank arbeitet, konnte er wohl erreichen, dass in der Finanzierung vermerkt ist, dass keine Vorfälligkeitsentschädigung bei worzeitiger Kündigung fällig wird! Wußte auch nicht das es soetwas gibt.
Also nochmal Danke