Mangelhafte Innenisolierung Fachwerk ?

06.12.2010



Unsere Mieter haben eigenmächtig eine Innendämmung mit Holzlattung und Styropor (4-8 cm) vorgenommen "Dampfsperre" ist eine blaue Baumarktfolie, lose angetackert, und mit Rigips verkleidet. Wir haben Bedenken, dass das Fachwerk Schaden durch anfallendes Kondenswasser nimmt. Gibt es Richtlinien, DIN Normen oder ähnliches? Mieter sind zwischenzeitlich ausgezogen, und wollen die angeblich fachgerecht ausgeführten Arbeiten mit horrenden Summen vergütet haben.



Haben sie für die



Sanierungsarbeiten die Zustimmung erteilt??
Wenn nicht, dürfen die Mieter die unerlaubten Baumassnahmen gerne mitnehmen. Alternativ kann der Rückbau mit der Mietkaution verrechnet werden.
MfG
dasMaurer





+ der Kosten für das wieder herstellen des vorherigen Zustand.

Grüße aus Schönebeck



so isses



So isses. Rechtlich ohne Chance - Mieter, die die Wohnung umbauen und auch noch Geld dafür wollen - ausser, Sie haben das mit den Mietern vereinbart, natürlich.

stt



Das solche



Ausführungen nicht dem Stand der Technik entsprechen sollte spätestens klar sein wenn man mal hier durch das Forum blättert, oder sich in die Leteratur einliest.

Ich würde den Mieter auffordern die Innendämmung wieder zurück zu bauen das das Schadenrisiko solcher Konstruktionen sehr hoch ist.

Grüße aus Koblenz



Rückbau verlangen



hier sollten Sie Rückbau und Wiederherstellung verlangen und auch auf die Beseitigung etwaiger durch die Maßnahme entstandener Schäden bestehen. Wenn Sie nett sind können Sie den ehemaligen Mietern anbieten dies selbst zu entfernen oder die Maßnahme ganz durch Unternehmen ausführen zu lassen. Ein Gang zum Anwalt ist hier aber vorab unumgänglich.
Auf eine Prüfung der Maßnahme würde ich mich nicht einlassen, das bringt nichts und ist nicht justiziabel. Wenn Sie einen Gutachter beauftragen ist das ein Privatgutachten und ist das erste, was bei einer Verhandlung gekippt wird. Die Kosten des Gutachters bleiben bei dem, der ihn beauftragt.

Knackpunkt ist, dass die Mieter ohne Ihre Zustimmung etwas an der Mietsache baulich verändert haben. Dabei würde ich bleiben.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Dumm gelaufen



Von der Industrie angetrieben werden für die Ausführung von Innenwanddämmungen DIN-Normen für die ausführenden Handwerker als Grundlage ihres Handelns zugrundegelegt. Rechtlich und bauphysikalisch gesehen gibt es hier keine Schäden durch Kondensatbildung, da die Einbringung von Dampfsperren, sie sperren ja den Wasserdampf gegen Durchdringung der Wandkonstruktion ab, keine Tauwasserbildung im Wandquerschnitt zulassen. Dies kann durch eine Taupunktberechnung nach Glaser, Cond etc. rechnerisch nachgewiesen werden. Den praktischen Nachweiß kann man durch einen Blower-Door-Test ermitteln, der aber so ausgeführt werden muss, dass gewährleistet wird auch nur die Wandaufbauten auf Dampfdruckausgleich getestet werden, was sich hinsichtlich von Schwachpunkten in Decken, Dach etc. als sehr aufwendig erweisen wird.
Dies ist aber auch nicht das Problem. Der Taupunktdiskussion wird bei Innenwanddämmungen, vor allem bei Fachwerkkonstruktionen, wenn auch berechtigt, viel zu viel Bedeutung zugemessen, da selbst bei 120%tiger Einbringung einer Dampfsperre, also tauwasserfrei, folgende Problematik meist unberücksichtigt bleibt: "Schlagregenbelastung". Vor allem an Wetterseiten dringt bei Schlagregen vermehrt Wasser in die Wandkonstruktion ein. Im Vergleich zu den ernormen Mengen Wasser sind die paar cm³/m² und Heizperiode bei theoretisch 20°C Innentemperatur und -10°C Außentemperatur über 90 Tage anfallendes Tauwasser, bei dieser Konstruktion ja sowieso nicht gegeben, echt lächerlich. Da eine Abtrocknung einer historischen Außenwandkonstruktion bis zu 3/4 des Jahres über die Innenseite erfolgt, Stichwort kapillarer Feuchtigkeitstransport, da die Abtrocknung sich stets zur warmen Seite orientiert, ist diese bauphysikalisch durch das Dämmmaterial und durch die Dampfsperre nicht möglich. Als Folge kommt es zu starken Auffeuchtungen der Gefache und der Ständerkonstruktion mit der Garantie für rasantes Abnehmen der Dämmwirkung und einem Holzschädlingsbefall wie holzzerstörende Pilze, Nagekäferbefall und/oder Schadsalzausblühungen, Schimmel innerhalb der Wandkonstruktion. Wollen sie also das Traggerüst ihres Fachwerkhauses, also die Ständerwerkkonstruktion mittelfristig bewahren sollten die extrem bauschädlichen Materialien auf der Innenseite, koste es was es wolle, entfernt werden.
Im anbetracht ihrer Mieter, diese habens ja nur gut gemeint, würde ich eine behutsame, fachgerechte Innenwanddämmung oder besser noch eine Modernisierung der Heiztechnik in Erwägung ziehen, da der Heizenergiebedarf von unmodernisierten Fachwerkgefügen einen enormen Kostenaufwand darstellt. Alternativ kann man auch die Heizkosten auf die Mieteinahmen umlegen. Da bekommen ihre Mieter dann jedoch wohl Geld von ihnen, dass sie in ihrem Gebäude wohnen dürfen. Also bauschädliche Materialien entfernen, fachgerecht modernisieren und mit den Mieteinnahmen die Investition finanzieren bis es schließlich nach einigen, mehreren, vielen Jahren Armortisationszeit zu Ertägen in ihrem Geldbeutel kommt.

Na dann viel Vergnügen bei der Entscheidungsfindung.



Innendämmung Fachwerk - Folgeschäden



Experten behaupten, dass in den letzten Jahrzehnten mehr Fachwerkhäuser zerstört worden sind als in den Jahrhunderten zuvor durch Feuer oder Krieg.

Ursache dieser Bauteilzerstörungen sind unsachgemäße Modernisierungen und Sanierungen.

Fachwerkhäuser wurden von unseren Vorfahren nach Standards gebaut, die verallgemeinert als Diffusionsoffen bezeichnet werden kann.

Der zuvor beschriebene Innenwandaufbau des Fachwerk und zusätzlicher Styropor - Innendämmung und Dampfsperre ist als äußerst kritisch und Bauteilschädigend zu bewerten.

Da hier Gefache vorhanden sind, kann über die DIN EN ISO 6946 eine Bauteilberechnung durchgeführt werden – Anteil Fachwerk und Anteil Gefach.

Massive Feuchteschäden sind den Grenzflächen zu erwarten, da hier der Wärmefluss extrem hoch ist.
Dies wird bei jeder Innendämmung vergessen.
Grenzflächen sind die Anschlussbereiche Wand-Decke, Wand-Boden, Wand-Wandanschlüsse.

Der Taupunkt verschiebt sich

Feuchte Ansammlungen sind vorprogrammiert!!!

Folgeschäden bestehen bei über 20% Bauteilfeuchtigkeit (Pilze, Fäulnis, Schimmel usw.)
(Bei einer Konvektionsheizung besteht zu 100% die Gefahr.)


Da hier keine vorhergehenden Bauteilberechnungen durchgeführt wurden, ist mein Rat.
Ziehen Sie umgehend einen Sachverständigen hinzu, um die Gefahr einer Bauwerksschädigung abzuwenden.


Mein Tipp:
Keine Kunststoffe oder Mineralfaser für die Innenwanddämmung.
Achten Sie auf die Feuchtigkeitsdurchlässigkeit, die Diffusionsoffenheit des Dämmstoffes. Verwenden Sie Holzfaserplatten, Hanfplatten und andere natürliche Dämmstoffe.

Peter Grolms Reselw - Ganzheitliche GebäudeEnergieBeratung www.reselw.de