illegaler Dachausbau, und nun?

15.09.2009



Wir haben im März letzten Jahres ein ca 300J altes Fachwerkhaus, nebst Ladenlokal, Werkstatt und Hinterhäuschen gekauft. Nun zu unserem Problem: im Speicher des Vorderhauses leben zwei Personen mittleren ALters mit starken Alkoholproblemen. (...ja, kein halbegs intelligenter Mensch hätte dieses Ensamble gekauft)
Der eine der beiden hat eine gesetzliche Betreuung. Nach Ablauf der Eigenbedarfskündigung, bekamen wir einen anwaltlichen Schrieb: es sei den Herren nicht zuzumuten in eine neue Bleibe umzusiedeln. Nach ewigen hin-und-her, wieder Auszug unsererseits, Angeboten an die Betreuerin etc. war gestern mein Architekt da und meinte nur: "Den Speicher hat im Leben kein Bauamt abgenommen...nach Schwelm bist du die in drei Wochen quitt" (Super, aber was ist dann mit mir, hätte ich das nicht eigentlich vor dem Kauf klären müssen. Möchte mich ungern vor Gericht wiederfinden)
Heute habe ich trotzdem einen Termin im hiesigen Bauamt um die Akten einzusehen.
Hat jemand Erfahrung damit?





Hallo Katrin,

nach der Akteneinsicht bist Du darüber im Klaren was hier als Nutzung eingetragen ist. Wenn hier kein Wohnraum eingetragen ist, Du diesen aber später selbst nutzen möchtest bleibt Dir nichts anderes übrig als die Kiste zu legalisieren. Bauantrag, Umnutzung etc. – je nach dem. Finde unbedingt heraus, seit wann der Gebäudeteil bereits bewohnt wird.

Pokern
Wenn Du keinen Druck aufbaust, wirst Du die Leute nicht so einfach aus dem Haus bekommen. Die Betreuungen sind häufig ehrenamtlich und die Betreuer suchen oft einen konzilianten Weg aus aufkommenden Problemen.
Nach Ablauf der Kündigungsfrist steht Dir der Weg zur Räumungsklage offen. Nimm Dir einen Anwalt, der dem gegnerischen Anwalt unmissverständlich klar macht, dass Du diesen Weg gehen wirst – mit Berliner Räumung und dem ganzen Programm. Lass den Anwalt die Rechtmäßigkeit Deiner Eigenbedarfskündigung unbedingt überprüfen!
Es ist nicht mehr ganz so schwierig wie früher und viele Gericht erkennen inzwischen eher an, dass es möglicherweise zwar den Herren nicht zuzumuten sei in eine neue Bleibe zu ziehen, es aber Euch genauso wenig zuzumuten ist auf Euer Eigentum zu verzichten und noch dazu zu finanzieren. Druck lässt sich im übrigen steigern.
Das ist jetzt keine Rechtsberatung sondern basiert auf leidlichen Eigenerfahrungen: Nicht nachlassen, nicht aufgeben: Sie werden gehen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornamyer





Du kannst, wenn es zum Disput mit dem Bauamt kommt, immer behaupten, Du seiest davon ausgegangen, dass alles legal sei - gemäss Treu und Glauben. Es dürfte ja ersichtlich sein, dass der fragliche Bau vor dem Kauf errichtet worden ist.



Ja, die liebe Bauakte



Hallo

Also wir haben diesen Fehler auch nur einmal gemacht, und die Bauakte erst nach dem Kauf eingesehen.
Nun schauen wir immer als erstes in die Bauakte und schauen mal bei der Unteren Bauaufsicht auf einen Kaffee vorbei.

Dann weißt du was Sache ist, und wo vielleicht eine Lösung mit dem Bauamt gesucht werden muss.

Geht natürlich auch im nach hinein , aber macht die Sache nicht einfacher.

Mit der Kündigung einfach hartnäckig bleiben.
Da wird notfalls von Amtswegen auch eine Ersatzwohnung zugewiesen.
Nur wollen die erst mal immer den einfachen Weg versuchen,
ob nicht alles so bleiben kann.
Macht eben weniger Arbeit.
Da findet sich aber sicherlich eine Lösung.
Grundsätzlich wollen die Betreuer größeren Problemen schon aus dem Weg gehen.....

Grüße, Juergen



ja die Baubehörde...



...waren zwar sehr nett, befürchten aber, dass das Archiv nichts mehr hergibt, da es im Krieg weitesgehend vernichtet wurde.
Also scheint auch dieser Weg mehr als schwierig.
Unser Anwalt macht uns wenig Hoffnung, da ein BGH-Urteil auch das Urinieren in den Flur, als unabdingbares Symtom einer psychischen Erkrankung deklariert. Die Betreuerin sitzt in einer großen Kanzelei, die egal wie wir pokern gewinnen wird, zumindest finanziell.
Werden ab morgen die Treppe schleifen...
Danke euch, schön das Forum gefunden zu haben.





Das ist alles nicht nett, aber:

Bei maroden Bauteilen kann man auf Gefahr im Verzug begutachten Lassen

Vorher mit der Baubehörde abklären ob eine Genehmigung schwierig ist, dann illegalen Wohnraum räumen lassen. Man kann/wird da eine Behördenauflage kriegen

Wasserleitung reparieren, dass kann dauern.

Elektrohauptzuleitung erneuernm, Gefahr im Verzug, Handwercker reingeflext. Das kann dauern.

Bausprieß in die Fensterscheibe gefallen. Notabdichtung, Angebote von Glasern einholen ...

Polizei, Gesundheitsamt, Tierschutzbund – da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Mache der Frau Arbeit.
In den Flur urinierne => Anzeige
Lärmbelästigung => Anzeige
Sachbeschädigung => Anzeige
Sie erhält da kein Geld.
Auch nicht über die Kanzlei, Sie würde ja als Betreuerin sich selbst beauftragen, das gibt Ärger.

Habe Erfahrung aus Zwangsversteigerung
Gruß Gerd



Scharfer Hund?



Möglicherweise ist das ja schon ewig bewohnt. Wenn man alles erneut genehmigen müsste von dem es keine Akten mehr gibt ...
Fahre unbeirrt mit der Sanierung fort (wo es geht) und halte die sanierten Bereiche für Deine Mieter unzugänglich.
Wenn Dein Anwalt Dir jetzt schon wenig Hoffnung macht solltest Du Dich nach einem "schärferen Hund" umsehen. Die findet man auf Empfehlung.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Sanierungslärm...



...danke für die Tipps. Ist es nicht aaber so, dass ich schnellstmöglich Mängel beheben muss, als Vermieterin?
Wir haben auch schon über eine Dichtigkeitsprüfung der Gasleitung nachgedacht...
Es ist unglaublich, oben gibt es links und rechts der Treppe je ein Zimmer mit je einem Waschbecken + Zweiplatten-Kocher. Toilette unten an der Stiege. Aber es gibt keinen Anlass, die Herren, die mindestens einmal wöchentlich einen Hechtsprung machen, umzusiedeln. Ich finde es völlig widersinnig, jetzt den Ekelvermieter zu spielen.
Aber bleibt wohl nichts anderes übrig...



Mal ganz naiv gefragt -



was habt Ihr in D denn für Gesetze? Bei uns kann man einen Mietvertrag ganz einfach fristgerecht kündigen, es sei denn, man hätte beim Herrichten der Wohnung Unterstützung bekommen und sei dafür gewisse Verpflichtungen eingegangen.
Die Hütte gehört mir, die Herren Mieter benehmen sich nicht so, wie es üblich und zu erwarten ist, ausserdem hab ich Eigenbedarf - das wars dann auch schon.

Ich finde Mieterschutz eine feine Sache, weil Wohneigentum nicht ungehemmter Spekulation dienen soll, aber als Mieter hat man auch gewisse Verpflichtungen, z.B. pünktliches Bezahlen der Miete und sorgsamen Umgang mit der Mietsache. So dürfte es auch bei euch im Gesetz stehen.

Schönen Gruss aus der Schweiz,
Jens



@ jens



glückliche confoederatio helvetica! solch schlichte regelungen kann man sich dort sozialpolitisch halt leisten ;-)
beneidenswert - wie auch das dortige steuerrecht .....
grüße in´s benachbarte und zum feindbild avancierte ausland! carmen



Hi Carmen.



Schweiz und Feindbild, da muß man ja schon sehr "anti" drauf sein.

Schweiz is geil!

Gruß...J. (Nordhessen)



Moin Katrin,



da ihr die Jungs "mitgekauft" habt, dürfte der Preis gestimmt haben, oder? D.h. ein paar Euros in die Hand zu nehmen, bzw. etwas Zeit mitzubringen, bis ihr wieder "Herr im Haus" seid war quasi schon eingepreist. Und Fakt bleibt zunächst, dass die Jungs eine neue Bleibe brauchen. Hier könnte ein "warmer Handschlag" die billigere Lösung sein.
Mit dem Bauamt ein soziales Problem lösen zu wollen, halte ich für nicht sinnig. Die können nicht überall wegschauen und die verordneten Maßnahmen deutlich teurer werden....... im Bestand rumpuhlen tun die auch nur, wenn man sie ruft.
Dadurch dass ihr wieder ausgezogen seid, habt ihr der "Gegenseite" natürlich auch "mangelnde Standfestigkeit" demonstriert.......und euch gegen den "harten Weg" entschieden.
Vielleicht hilft euch zunächst ein Gespräch mit jemand von einer örtlichen Sozialstation o.ä. weiter, die kennen die Situation bei euch in der Gegend und evtl. ähnliche Fälle. Anwälte halte ich mittlerweile für bedingt brauchbar, weil sie am Elend immer verdienen.........

Grüsse, Boris



na schönen Dank



Hallo Ihr lieben Vermieter und Tipgeber,
wir wurden als Mieter, Familie mit Kleinkind,auch schon einmal mitverkauft und alle hier gegebenen Tips hat unser neuer Vermieter auch berücksichtigt und rücksichtslos angewand. Um es freudlich auszudücken, kann ich beim lesen solcher Tips garnicht genug essen um entsprechend kotzen zukönnen.
Immer schön nach dem Motto " Wir leben ökologisch wertvoll, sind betroffen wenn ein Haus leidet und die Käfer werden biologisch wertvoll um die Ecke gebracht."
Schon einmal darüber nach gedacht, das Eure Mieter das Spiegelbild der Gesellschaft sind.
Mietern Heizmögichkeiten, die Möglichkeit der Körperreinigung, die Möglichkeit sich Essen zu zubereiten und die anderen schönen Dinge die vorgeschlagen wurden anzuwenden, heisst nichts anderes, sich unsozial und Menschen verachtend zu verhalten.

Für mich ist dieses Forum gestorben und ich werde es auch lobend weiter empfehlen.

Uwe





@Uwe:
In jeder Gesellschaft gibt es Spielregeln, und an die hat man sich zu halten, wenn die Sache einigermassen funktionieren soll.
Eine Regel unserer Gesellschaft ist, dass sich jeder seinen Fähigkeiten entsprechend anstrengen soll. Die Masche "ich bin arm und krank und kann nix dafür und die anderen müssen" ist echt zum Kotzen. Es gibt zweifellos Leute, welche schlechtere Karten haben als andere, aber die benehmen sich bloss deswegen nicht so.
So wie ich Fridolins ersten Beitrag verstanden habe, wären seine Mieter nicht sein Hauptproblem, wenn sie sich anständig benehmen würden.
Dass jemand mit der Miete im Rückstand ist und gesundheitliche Probleme hat, kann ich nachvollziehen; dass aber alles versaut wird und der Vermieter das auch noch toll zu finden hat, von wegen sozial und benachteiligt und Auszug ist unzumutbar, geht mir (und wohl auch noch anderen hier) eindeutig zu weit.

Wenn Du gleich ganze Foren von deiner Liste streichst, weil Dir die Meinungen gewisser Teilnehmer nicht passen, hast Du auch ein Problem. Das Forum wirds verkraften. Aber versuch doch mal, Dich in die Lage der anderen zu versetzen. Die Welt ist nicht immer so wie wir es gerne hätten!



Der warme Hand



...wir haben auf Eigenbedarf gekündigt...nach Ablauf der Frist hat der Anwalt der gegenseite einen Formfehler gefunden, unsere Begründung wäre nicht umfangreich genug. (70m² für fünf Personen reichen nicht) Haben wir erneut formvollendet gekündigt, sowie das Verhalten der Mieter abgemahnt. Daraufhin wurden wir belehrt, das Erbrechen aus dem Fenster und urinieren in den Hausflur, sowie überlautes WDR4 hören bei geöffneten Türen zum Gemeinsamen Hausflur unabdingbare Symptome einer psychischen Störung sind.
Wir haben Geld geboten-schriftlich.
Hilfe beim Umzug-schriftlich.
Bisher ohne Erfolg.
So wie es ausieht wird die Betreuerin als nächstes die Suicid-keule herausholen.
Unser Anwalt sieht wenig Erfolg für eine Räumung.
Ich brauche aber das ganze Haus um meine Projektstelle aufbauen zu können und meine Praxis zu eröffnen.
Praxen, bei denen aus dem ersten Stock gek*** wird wirken wenig seriös...und Geld ist endlich.



na schönen Dank



Hallo Jens,
ich denke schon das sich Fridolin die Sache mit der Kündigung seiner zwei Problemmieter einfacher vorgestellt hat, sonach dem System die zwei Besoffski sind hier zügig raus.Es wird ja nicht so sein, daß die Jungs nicht zusehen waren oder auf ganz lieb gemacht haben. Jetzt auf unglücklicher und unverstandener Hausbesitzer machen rührt mich wirklich nicht zu Tränen.
So wie ich die Sache sehe, hätte man die Probleme vor einem Kauf erkennen können, selbst gemachtes Elend.
Bei einer Betreuung wird in der Regel die Miete pünklichst gezahlt, schon weil die Betreuer keinen Stress wollen.
Falls Du einmal das Glück hast einen Sanierungsentmieter als Vermieter zuhaben wirst Du vielleicht etwas anders über unser Vermieter feindliches Mietrecht denken. Ich spreche aus eigener Erfahrung, alleine kannn man sowas durch stehen mit Frau und Kind sieht die Sache anders aus.
Morgens kein Wasser, Abends kein Wasser, kein Abwasser, kein Gas, daußen 11 Grad unter Null ist nicht wirklich witzig.

Uwe





Wahrscheinlich hat hier der Gesetzgeber wieder mal das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.
Mein Herz schlägt nicht für Immobilienspekulanten, aber war es Absicht bei Einführung des Mieterschutzes, dass physisch kranke Personen Vorrang haben vor jemandem, der sich ein Haus kauft, um darin selbst zu wohnen und eine Existenz aufzubauen?
Wenn es im Interesse der Allgemeinheit ist, dann gehören solche Leute in ein Heim oder wenigstens in ein Gebäude der öffentlichen Hand.

Wenn sich das herumspricht, wird es einfach: Wenn man Dir kündigt, fang an in den Flur zu pinkeln, statt eine andere Bleibe zu suchen.

"So wie ich die Sache sehe, hätte man die Probleme vor einem Kauf erkennen können, selbst gemachtes Elend."
Das ist ja das Problem: Liegenschaften mit solchen Mietern werden unverkäuflich - wenn ich als Hausbesitzer unter solchen Gesetzen eine solche Hütte hätte, würde ich auch krank und wäre nicht mehr fähig, irgendwas zu unterhalten oder zu reparieren.
Das Spiel heisst wohl "Schwarzer Peter". Ist in niemandes Interesse.



na toll



Dann stecken wir alle Leute die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen in Heime oder gleich Lager.
Wo fangen wir an? Physisch Kranke oder Behinderte allgemein und wo hören wir dann wieder auf bei Schwulen?
Kommt mir irgendwie bekannt vor, hatten wir schon mal.
Aber jeder kann dann bedenkenlos sein Traumhaus kaufen und damit machen was er will.
Menschen mit Suchtproblemen sind in erster Linie psychisch krank und der größte Teil ihres Verhaltens ist Ergebnis der Sucht, da sind mit der Zeit Teile des Gehirns im wahrsten Sinne versoffen.
uwe



Lieber UWE



..zu Ihrer Beruhigung. Ich arbeite in der Jugendhilfe, habe keinerlei Probleme mit homosexuellen Juden asiatischer Herkunft, auch wenn diese suchtkrank und vorbestraft sind. Es sei denn, sie bedrohen meine Kinder, kotzen auf mein Auto und pinkeln an meine Wohnungstür. Ich würde nur schrecklich gerne mein Haus wirtschaftlich nutzen können und der ansonsten reguläre Amtsweg ist in diesem Falle ausgeschlossen, nicht wegen der zugegebenermaßen unerfreulichen Herren, sondern wegen einer amtlichen Betreuerin, die entgegen der Meinung der zuständigen Sozialarbeiter und des Pflegedienstes ohne bisherigen Ortstermin entschieden hat, die Herren könnten nicht in eine Wohnung drei Häuser weiter, mit Badezimmer und Zentralheizung ziehen, weil sie im Speicher schon länger leben und besser weiterhin die Treppe runterstürzen. Ich hatte niemals vor irgendjemanden rauszumobben, aber ein gütlicher Weg ist leider scheinbar ausgeschlossen, es sei denn, Sie möchtest sich als Mittler anbieten.
Ich würde Ihnen das Haus mit allen Nebengebäuden auch sofort verkaufen, damit es im moralischen Sinne optimal weiterführen können. Doch denke ich angesichts der nun offenkundigen erheblichen Mängel haben auch Sie eher wenig Interesse.
Ihre Katrin



@Katrin,



ich finde, die Betreuerin muß sich die Sache vor Ort ansehen, da die Jungs ja mit ihren Hechtsprüngen wenigstens selbstgefährdet sind. Lass deinen Anwalt mal hochoffiziell darauf hinweisen. Vielleicht reagiert sie darauf, weil sie schiss kriegt, irgendwann mal für irgendwas verantwortlich gemacht zu werden.
Frag auch mal bei der Behörde oder dem Träger nach, der sie als Betreuerin eingesetzt hat, ob das nicht ihre Pflicht wäre.

Gruß...J.



@ katrin/Fridolin:



1. bin voll und ganz dafür, dass diese Vasallen aus dem Haus müssen und zwar aus folgendem Grund: Auch solche Personen müssen sozialisiert werden. Das geht nur, wenn sie die Normen und Regeln einer Gesellschaft beachten bzw. lernen, dies zu tun und wenn es sein muss auch mit Zwang. Diese oder ähnliche Ziele müssten übrigens auch in dem sog. Entwicklungsplan beim Amt stehen. Solche Menschen müssen ja in irgendeiner Art eine Perspektive für ihr Leben haben, ein Ziel. Jedenfalls kenne ich das so bei amtlich betreuten Personen. Derzeit bewegen diese Herren sich doch außerhalb jeder Norm. (Das wäre meine grobe Argumentationskette vor Gericht). Und ich habe auf keinen Fall den Eindruck, dass du einer dieser Maschdrahtzaunleuten bist, die nach Sand im Getriebe suchen und selbstverständlich auch finden, dazu hast Du schon viel zu lange gewartet und erduldet.

2. Wieso steckst Du noch in der Denkphase "tu ich´s oder tu ich´s nicht", nämlich klagen vor Gericht?

Ich vermute mal, in irgendeiner Form hast Du auch berufliche Kontakte mit dieser -amtlichen Betreuerin- und befürchtest Nachteile im beruflichen Alltag. Oder sind´s die finanziellen Risiken einer Klage, man weiß ja: Auf hoher See und bei Gericht kann alles passieren.

Es ist viel geschrieben worden über andere Ämter einschalten usw. Aber das Problem ist dieser Hemmschuh ´amtliche Betreuerin´. Da würde ich ansetzen: Lass Dich mal von einem Fachanwalt für Verwaltungsrecht beraten. Themen: pflichtgemäßes Ermessen, Abwägung aller Umstände. Ich würd vorher mal nen Termin mit deren Chef vereinbaren. Gibts vielleicht persönliche Animositäten? Vielleicht sollte auch mal der Betreuer wechseln..., das kann nämlich beantragt werden (wäre aber die harte Keule, aber durchaus in Erwägung zu ziehen

Ich war in fast der gleichen Lage, habe im JA gearbeitet und musste mein Kind in Betreuung geben. Das Amt meinte, ein völlig überzogene Maßnahme zu wollen, die ich gar nicht wollte. Gewissenskonflikt bis zum get no, sind ja immerhin Kollegen... Im Ergebnis habe ich die Maßnahme erst mal beantragt, bin dann aber sofort nach Bescheiderteilung vors Verwaltungsgericht gezogen, habe dort nicht gewonnen. Der Richter hat aber einen sehr sehr deutlichen Hinweis gegeben, dass ich zu beteiligen sei. Die Kollegen haben verstanden, die von mir beantragte Maßnahme läuft seit einiger Zeit.

Jeder im öffentlichen Dienst arbeitet nach Gesetz, die Verwaltung hat allgemeine Verwaltungsvorschriften zu beachten, wenn sie dies nicht tut, bekommen sie Ärger. Und genau das würde diese Betreuerin von mir bekommen, wenn ich in Deiner Lage wäre.

Schöne Grüße und viel Erfolg, sind ja nun schon 2 Monate vergangen seit Einstellung der Frage