Wärmedämmung mit Schilf

21.12.2005



Hallo und guten Tag,
Hatte die Frage schon in der Rubrik Lehmbau gestellt und bin nicht sicher ob das richtig war.Es geht um folgendes!
Möchte in unserem alten Bauernhaus das zweigeschossig und 100 Jahre alt ist,im ersten Stock die Außenwände(50cm dicke Sandstein)mit 5cm starken Schilfmatten innen isolieren,anschließend Lehm.-o.Kalkputz.Könnte ich auch 2x5cm
Schilfmatten aufeinander verwenden.10cm hätten ja einen besseren K-Wert!Wer kann mir zu diesem Thema mehr sagen oder Tipps geben.



Alternativen



Leider ist eine so pauschale Definition nicht möglich. Wir können Ihnen aber anbieten, diese Variante einmal rechnen zu lassen, um nicht Gefahr zu laufen, daß Ihnen der angedachte Aufbau weggammelt.
Wir würden aber trotzdem einen Aufbau mit in Lehm gelegten Holzweichfaserplatten vorziehen.

Setzen Sie sich damit einfach einmal über die Feiertage auseinander und vielleicht kontaktieren Sie uns dazu einfach tzurück.

Vorweihnachtliche Grüße
Jens



Wie



mein Vorredner schon sagt ist die Variante mit Weichholzfaserplatten bei 10 cm Dämmstärke vorzuziehen, die die Kapilarität bei dieser Platte besser ist.

Abzuwägen ist das auch die Kosten höher sind.
Bei einer Innendämmung macht auch die Kombination mit Wandheizung sind, da durch eine gleichmäßige Oberflächentemperierung durch Strahlungswärme die Wärmebrücken reduziert werden.

Viele Grüße aus Koblenz Gerd Meurer



Innendämmung sparen-Fußleistenheizung oder Temperierung



Hallo in die schöne Pfalz,
bei einer 50cm dicken Sandsteinand würde ich -zwingend in Kombination mit einer intelligent geplanten Fußleistenheizung-auf eine Innendämmung verzichten. Alternativ käme eine Haustemperierung in Frage (Hüllflächen-Heizsystem)Ich spreche hier aus praktischer Projekterfahrung an hunderten von vergleichbaren Altbauprojekten. Falls Sie jedoch eine Konvektionsheizung einbauen wollen (oder sich für einen Wandheizung entscheiden), empfehle ich eine max. 5 cm dicke Schilfplatten-Innendämmung, preß ins Lehmmörtelbett gelegt.
Vergessen Sie bei Ihrem hochhygroskopischen Sandgestein die üblichen K-Wert-möchte-gern-Betrachtungen. Ihre Wand hat eine sehr gute Wärmespeicherkapazität.
Auch wenn es Holzweichfaserplatten-Wandheizkollegen nerven sollte: meine praktischen Erfahrungen mit Heizleisten und ungedämmten Natursteinaußenwänden sind mir das beste Beispiel für sinnvolle Kosten-Aufwandverhältnisse am Altbau.
herzliche Grüße:
Klaus Schillberg, www.texbis.de



Ich bin kein



Holzweichfaserplatten-Wandheizkollege!!

Auch ich habe sehr viel Erfahrung mit Innendämmung. Ich empfehle keine pauschalen Wandaufbauten!!

Wer Heizleisten empfiehlt ist noch nicht in der Niedertemperaturtechnik angekommen.

Gerd Meurer



@ Gerd Meurer



Dieser Meinung schließen wir uns ebenfalls an, denn jeder Baukörper sollte präzise durch eine Begutachtung analysiert werden, um daraus die jeweilige Lösung zu schöpfen. Und diese wiederum sollte dann aber noch als Wärmedurchgangsberechnung zum Tauwasserausfall komentiert werden.

Weihnachtliche Grüße
Jens und sein Team



@ gerd Meurer-Heizleisten auch mit Niedertemperatur



Viele Heizleistenhersteller haben mittlerweile ausgereifte Konzepte, die auch mit Niedertemperatur funktionieren.
Intelligente Lehm-Grundöfen mit integrierten Warmassersystemen dienen als preiswerte Energieträger.
Übrigens ist es seit Jahren Standard, unserer Kundschaft einen Bauphysik-Service mit individueller K-Wert und Dampfdiffusionsberechnung zu bieten. Das gilt auch für "pauschale Wandkonstruktionsempfehlungen".
Fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünscht:
Klaus Schillberg



@ Klaus Schillberg



Im Prinzip kommt aus jeder Heizung was raus, auch bei Niedertemperarturtechnik!
Eine Sockelheizleiste liefert bei 45°C ca. 100 W/m . Eine Wandheizung bringt bei gleichem Vorlauf ca. 400W/ m, dann allerdings auf 2 m Höhe.
Wenn jetzt ein monlitische Bruchsteinwand vorliegt, der wie Sie vorschlagen ohne Dämmung ausgebildet wird beträgt der Wärmebedarf bei 2 Aussenwänder ca. 140 W/m² Grundfläche + -. Bei Niedertemperaturtechnik dürfte es mir jetzt unmöglich sein den Raum warmzukriegen oder?



@gerd Meurer-Thema Heizleisten



Die Heizleiste bringt Ihre Wärmeleistung auch auf 2mtr Höhe. Das Prinzip sei so kurz erklärt: vor der Außenwand stellt sich nach ca 10 Minuten Heizen ein Warmluftschleier (ähnlich dem Prinzip vom Kaufhaus-Eingang im Winter mit Wärmeschleuse). Die Energie reicht bei richtiger Heizleistenauslegung für eine Wärmeschleierhöhe von max. 2m. (Deshalb sind Heizleisten gerade für sehr hohe Räume sehr gut geeignet) Danach wird die Heizenergie per Wärmestrahlung in den Raum abgestrahlt.
Man kann Heizleisten sowohl mit 60 Grad als auch mit 35 Grad Vorlauf fahren. Bei 35 Grad Vorlauf werden die Lamellen partiel verdoppelt oder verdreifacht, je nach Grundrißsituation. Ich hatte über 10 Jahre mein Büro in einem ungedämmten Sandsteinschloß mit Raumhöhe von 3,20 mtr und Außenwand K-Wert von 1,1 W/qm x K sowie einfach verglasten Fenstern. Dank einer intelligent ausgelegten Fußleistenheizung, teils gekoppelt mit Raumtemperierung (also ein 22er Kupferrohr entlang des Wandsockels), wurden die Räume sehr angenehm und vor allem preiswert beheizt. Die Besucher haben immer gefragt, wo denn hier die Heizung versteckt ist.
Im KG des Windecker Schlosses gibts einen 200qm großes Gewölbekeller-Restaurant (Rock-Folkmusik-Kneipe). Dort besteht der Fußboden aus 1000 Jahre alten Sandsteinplatten, einfach in Lehm gelegt, alles nicht gedämmt!!!. Die Heizleisten verlaufen entlang der Außenwände, versteckt unter Sitzbänken. Wärmeschlitze in der Holzbank-Verkleidung leiten die Wärme nach oben.Auch hier suchen die Gäste immer wieder nach der Heizung. Sie wundern sich,daß gerade die Füße immer angenehm warm sind.
Einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünscht Dir
Klaus Schillberg



Im



Prinzip ist es doch Haarspalterei was wir hier betreiben!!

Ich mag keine Heizleisten, Sie keine Wandheizung.
Ich habe zu beiden Seiten praktische Erfahrungen, Sie offensichlich auch.
Es seinen mir aben noch einige Fragen erlaubt.

Warum soll der Wanrluftschleier max. 2m hoch sein?????

Ich kenne keinen Heizleistenhersteller der wie Sie sagen bei 35°C Vorlauf sich traut, einen Raum mit einer ungedämmten Natursteinwand zu beheizen und dafür auch Gewährleistung bietet.

Viele Grüße Gerd Meurer