Kaputte VIA Fliesen

06.05.2013



Hallo,

Ich war am WE bei nem Kunden dessen Flur Fliesen locker und kaputt waren.
Da ich die Fliesen nicht verlegt habe aber den Schaden beheben soll, möchte ich nicht den gleichen Fehler machen wie mein Vorgänger. Die Fakten: Flur 2 Jahre alt, Bodenheizung, Schnellkleber wurde verwandt. Meine Mutmaßungen zur Ursache: 1. die Topfzeit des Klebers wurde überschritten (scheidet eigentlich aus da ja alles locker ist) 2. die Bodenheizung war beim Verlegen an (der Bauherr meint sie war aus) 3. möglicherweise waren die Via Fliesen beim Verlegen nicht genügend getrocknet
Der Bauherr berichtet das es mit Haarrissen angefangen hat und nach ner Weile die Fliesen dann zerbrechen.
Was meint Ihr? Hatte jemand einen ähnlichen Schaden?
Danke schon mal R.Welzel



Aufbau?



Hallo,

wie ist denn der Bodenaufbau von Untergrund und Fußbodenheizung.
Mir würde spontan einfallen "Schrumpfen" des Untergrunds aufgrund von Trocknungsprozessen, d.h. zu frühes Verlegen.
Ansonsten auf Nummer sicher gehen und Entkopplungsmatte verkleben.

Gruß



Mal...



bei VIA nachgefragt? Auch wenn's nur Zementfliesen sind, sowas darf nicht vorkommen.

Gibt es ein Aufheizprotokoll des Heizestrichs, ist dokumentiert, ob er belegreif war?

Grüße

Thomas



Die



Möglichkeiten von Schäden sind da vielfältig. Wir arbeiten seit vielen Jahren mit diesen Böden.

Ich vermute eher Verlegfehler als Materialfehler.

-Untergrund hatte beim Verlegen zu hohe Restfgeuchte.

- Fliesen wurde zu früh geölt, Feuchtigkeit de3s Klebers und oder Untergrund konnte nicht richtig abtrocknen, dafür sprichen die Haarrisse.

Wie sieht es mit der Verfugung aus. Sind diese mit Trasszement vollständig verfüllt.

Wer hat die Fliesen gelegt?

Grüße



auch Kaputte VIA Fliesen



ich habe (als Bauherr) eine ähnlichen Schaden.
Heizestich, knapp 3 Monate Trocknungszeit beheizt.
Die ersten Fliesen haben sich nach etwa 2 Wochen gelöst, nach 6 Monaten waren etwa die Hälfte locker, insgesamt sind etwa 20% gerissen oder gebrochen.

Ursache:

Unzureichende Dehnungsfugen, nicht in Buttering / Floating Verfahren verlegt.

Lt. VIA Verlegeanleitung sind die Fliesen hohlraumfrei zu verlegen, das ist bei uns nicht geschehen. Sobald die Fliese auch nur minimal in Bewegung gerät wird sie Risse bekommen und zerbrechen.

Die Fliesen sind ausgesprochen feuchtigkeitsempfindlich (Schüsseln), deswegen werden sie im Werk sehr aufwändig getrocknet, darüber gibt's ein Messprotokoll. Meine neuen Fliesen liegen verpackt im Keller 50-60% rel LF, VIA sagt das ist ok.
Wegen des Feuchtigkeitsproblems soll auch nur ein Schnellkleber mit kristalliner Wasserbindung verwendet werden, daher sollte das zu frühe Ölen eigentlich keine Rolle spielen. Korrekt verlegt, gibt's eigentlich kein überschüssiges Wasser. ein wenig warten wird aber sicher nicht schaden.

Historisch hat man die Fliesen übrigens vor dem Verlegen gewässert, nass auf einen frischen Untergrund verlegt und dann mit feuchtem Sand abgedeckt. Das hat anscheinend besser funktioniert.
Ich hatte neulich einen Fliesenleger vor Ort, der sich speziell mit diesem Material beschäftigt. Der hat mir gesagt, dass er mehr VIA-Böden repariert als neu verlegt.

good Luck

GE

p.s.

zu bedenken ist, dass die Dekorfliesen nur auf Bestellung hergestellt werden, so dass die Farben variieren können.
Die Lieferzeit beträgt wegen der Trocknung 18-20 Wochen !!



Wer das alles...



umgehen will, wähle statt Zementfliesen solche aus Feinsteinzeug.

Grüße

Thomas



Gilt all das auch ...



... für die Terrazzo-Fliesen des gleichen Herstellers?

Beste Grüße,

Peter



Danke,



schön fürs Antworten.
Untergrund ist beheizter schwimmender Zementestrich.
Ein Aufheizprotokoll und ein Meßprotokoll der ermittelten Restfeuchte wurde mir nicht vorgelegt.
Im Buttering Floating Verfahren wurde mit Sicherheit nicht verlegt, der Kleber haftet komplett an dem Estrich.
Die Fugen sind nur oberflächlich zu.

R.Welzel



Schau doch...



...mal hier:

http://www.golem-baukeramik.de/de/jugendstilfliesen/bodenfliesen/feinsteinzeug_mehrfarbig/index.html

Durchgebranntes Material, strapazierfähig und langlebig.

Grüße

Thomas



ja aber ...



200-300 Euro für den qm sind auch schon eine Hausnummer ...



Sicher,



dafür schaufelt man das Ganze aber auch nicht nach 2 Jahren 'raus.

Ich habe in meinem Haus im EG direkt hinter der Haustür aus dem Baujahr 1902 Feinsteinzeugfliesen, die noch nahezu wie kurz nach der Verlegung aussehen. Da sind nun 110 Jahre lang 6 Parteien drübergeschlurft. Zement wäre schon lange tot, zumindest aber bis unter die dünne durchgefärbte Schicht abgetreten.

Grüße

Thomas



Außerdem



hat z.B. die Manufaktur Zahna bezahlbarere Steinzeugfliesen nach historischen Vorbildern. Gegen schlampige Verlegung ist allerdings kein Kraut gewachsen, ich sehe hier ziemlich oft nachgeklebte historische Steinzeugfliesen, die schon nach wenigen Jahren wieder wackeln.





Zahna haben wir nebenan in der Diele: völlig problemlos. Billiger ist das Material nicht, das Verlegen aber schon. Der VIA Spezialist möchte für das Verlegen von Zementfliesen 140€ /qm haben (ohne Material), Zahna kostet den normalen Preis.
Das Ergebnis ist weit weniger heikel.

Bei Golem würde ich definitiv nix kaufen, die Preise sind absurd!
Hochglanzbroschüren, ein Geschäft zwischen Mode und Schmuck in einer der teuersten Lagen von Berlin, das zahlt man alles mit!

Heute würde ich meine Frau überreden auf Zementfliesen zu verzichten !

Gruß

G



Optisch



sind Feinsteinzeugfliesen nicht zu vergleichen, auch der Herstellunsprozess unterscheidet sich wesentlich.

Werden die Zementfließen oder auch die Terazzofliesen richtig verlegt und das verfugen und das Einhalten der Trocknungszeiten gehört auch dazu, enstehen wunderbare Räume.

Anbei eine Foto eines Kunden von uns der das Material im Buttering / Floating Verfahren verlegt hat und mit einem kristallinen Kleben geklebt hat. Auch wurden die Trocknungszeiten beachtet.

Grüße



Dann doch noch mal die Frage ...



ob sich Terrazzo-Fliesen so unkompliziert wie Feinsteinzeug oder so anspruchsvoll wie Zementfliesen beim Verlegen verhalten. Weiss da jemend was?

Danke, Peter



@ Gerd



Im Feinsteinzeug sind, genau wie bei Zementfliesen, reiche Dekore möglich. Optisch und damit gestalterisch sehe ich keinerlei Unterschiede.

Grüße

Thomas



@Thomas



Beim Feinsteinzeug handelt es sich um ein vollkommen durchgesintertes Produkt.

Wer beide Produkte nebeneinander legt wird den Unterschied festellen, ich will es ja gar nicht bewerten!

Gerüße



Das ist. unstrittig,



eine Mischverlegung wird wohl kaum sinnvoll sein.
Ich bin von einer kompletten Neuverlegung ausgegangen. Und da es der Flur ist, würde ich Feinsteinzeug den Vorzug geben. Ob's nun Golem oder Zahna (oder ein dritter Hersteller?) ist, wird wohl nebensächlich sein.

Grüße

Thomas



Es ist



schon alles geasgt, aber noch nicht von jedem!



Zu



den Terrazzofliesen:
im Hauptgebäude der Uni Wien wurden in den letzten Jahren teils alte, teils neue Terrazzofliesen (ca. 30 mm stark) auf den Gängen verlegt. Der Untergrund waren in allen Fällen Spanplatten (typischer Doppelboden), bei der Fliesenverlegung gab es zwei Varianten. Einmal wurde eine Folie ausgelegt und darauf die Fliesen klassisch ins Mörtelbett verlegt, im anderen Fall wurden die Fliesen mit modernen Klebern auf Entkopplungsmatten verlegt. In beiden Fällen reißen fröhlich Fugen auf und Fliesen klimpern vor sich hin. Ganz einfach dürfte das also nicht sein, allerdings sind die Spanplatten als Untergrund wohl eine heftige Herausforderung.