Tragfähigkeit Wackerdecke

20.08.2010



In unserem Haus befindet sich eine ca 30qm Wackerdecke (5x6m).
Diese liegt auf 8 Querliegenden sowie in Raummitte einem Längsliegenden Stahlträger.Die Träger lagern auf jeder Seite
auf einer Massivwand (50cm).
Unter dieser Decke befinden sich zwei Räume deren Wände in Leichtbauweise entstanden.
Frage, genügt die Tragfähikeit der Decke zu Wohnzwecken (ich möchte keinen Panzer darauf stellen :) ?
Vielen Dank bereits jetzt für die Antworten
Jürgen



Wackerdecke?



Hallo Jürgen, meinst du eine Kappendecke - Stahlträger mit leichter Wölbung ausgemauert? Die hält schon was aus! Für eine Abschätzung der Tragfähigkeit brauchst du zuerst mal die genauen Maße der Stahlträger ... anhand derer kannst du die genaue Profilbezeichnung (z.B. IPE 200) und somit das Widerstands- und das Trägheitsmoment aus Tabellen herausfinden. Dann brauchst du noch das genaue Eigengewicht der Decke mit Aufbau. Die Nutzlast für Wohnräume beträgt 2 KN/m². Dann rechnest du die Biegemomente der Deckenträger aus und die auf das Mittelauflager (den Unterzug) entfallende Auflagerkraft. Diese mußt du dann als Linienlast für die Berechnung des Unterzuges ansetzen und die Ergebnisse mit der zulässigen Biegespannung für Stahl 240N/mm²/1.1=218N/mm² vergleichen. Erfahrungsgemäß ist dann das scgwächste Glied der Unterzug (der längsliegende Stahlträger), die gemauerten Gewölbekappen und die 50cm-Wand werden nicht das Problem sein ...
Gruß, Niko



Danke



erstmal für deine Antwort,ich habe mich jetzt etwas schlauer gemacht.
Eine "Wackerdecke" ist ein System aus
Stahlbetonbalken mit Hohlsteinen, die
dazwischengehängt werden, die wurde nach dem deutschen Hersteller benannt.
Im Allgemeinen spricht man von einer Hourdis-Decke.
Als obere Schicht wurden zusätzlich 10cm Beton aufgebracht.
Nochmals Danke für deine Antwort, vielleicht helfen die Ergänzungen um noch weitere Antworten zu bekommen.
Jürgen



Wackerdecke mit darunter liegenden Stahlträgern



Das kenne ich schon - aber normalerweise sind dann diese Stahlbeton-Balken in Verbindung mit der darüberliegenden Betonplatte die Tragelemente und es sind keine zusätzlichen Querträger erforderlich. Liegen diese Querträger (8 Stück) direkt unter den Stahlbetonbalken? Vielleicht kannst du mal eine Skizze (Querschnitt) einscannen und die hier hochladen ...



Danke



für die Antwort, ich habe nochmals nachgeschaut, es müssten 8 Träger sein, der Längsträger ist der Unterzug (ich hoffe man nennt das so).
Auf der Decke befindet sich eine 12 cm starke Betonschicht, wie tief diese bis zu den Steinen ist kann ich leider nicht sagen.Den Unterzug musste ich im Zimmer meines Sohnes verschalen, der Kasten misst 22x15 cm.
Hoffentlich bringt dir die Zeichnung was, bin nicht gerade der geborene Bauzeichner ;)
Gruss Jürgen



OK



Also ich würde vorschlagen wir gehen mal systematisch vor:
* Bauteil 1: Decke, Zweifeldträger, Stützweiten 2*3m?
* Bauteil 2: Unterzug, Stüzweite 5m?
----------------------------------------------------
Bauteil 1: Stimmt das so wie ich es skizziert habe - es handelt sich nicht um Stahlbetonträger sondern um Stahlträger? Um die Tragfähigkeit der Stahlträger abschätzen zu können brauchen wir mindestens deren Breite, Höhe, Flanschdicke und Stegbreite sowie den Trägerabstand.



Habe



versucht möglichst viele Infos zusammenzutragen.
War nicht ganz einfach weil sich unter der Decke Wohnräume befinden und die Stahlträger dadurch auch nicht mehr zu sehen sind.Nur ein Stück des Unterzuges ist noch erkennbar.Von diesem sind die Maße auf der Zeichnung.Augenblicklich befindet sich ausser der bereits erwähnten 12 cm dicken Betonschicht nichts.Geplant sind Trittschalldämmung und Verlegeplatten b,z,w Trockenestrichplatten.Die Träger laufen übrigens auf die ganze Länge b.z.w Breite durch (Masse in der Fragestellung von mir im ersten Beitrag).Gruss und schönen Sonntag, Jürgen



Ein weiterer Schritt ...



Hallo Jürgen, das ist schon mal gut!
Bauteil 1: Wenn wir irgendwann mal zu einem stichhaltigen Ergebnis kommen wollen ,wird dir aber nichts anderes übrig bleiben als früher oder später Hammer und Meißel in die Hand zu nehmen ;-) ... eilt ja nicht
Bauteil 2: Das ist kein gängiges Stahlbau-Profil, aber anhand deiner Maße kann man schon mal sagen, daß das Widerstandsmoment etwa 339cm³ beträgt - daraus ergibt sich ein aufnehmbares Biegemoment von 74KNm. Die aufnehmbare Querkraft beträgt 239KN.
Jetzt ist es wirklich wichtig, sich zu vergewissern, ob der Unterzug noch irgendwo abgestützt ist. Die Stützen verstecken sich meistens in der Leichtbau-Wand. Und ... ist der Unterzug nun 5 oder 6 Meter lang?
Gruß, Niko



Diese



Antworten fallen mir etwas leichter, Länge Unterzug 5 Meter.
Es gibt keinerlei zusätzliche Abstützungen.
Danke und Gruss Jürgen



Ein Ergebnis



Hallo - du hast meinen sportlichen Ehrgeiz geweckt!

Bauteil 2: Vom Unterzug her gesehen darf bei einer Nutzung des darübergelegenen Raumes als Wohnraum (nicht als Panzer-Depot) das Gesamtgewicht der Decke den Wert von 2.45KN/m² (entspricht 245kg/m²) nicht überschreiten!

Ob die Mauerwerks-Auflager und Bauteil 1 das aushalten kann ich nicht beurteilen - Alle Angaben ohne Gewähr!

Gruß, Niko (Schönen Sonntag und danke für die Fingerübungen)

PS: Durchbiegungsbeschränkungen wurden nicht berücksichtigt



Hallo Nico



und Dankeschön für deine Ausführungen.
Freut mich natürlich schon das du dir die Mühe machst in deiner Freizeit kostenfrei Berechnungen durchzuführen.
Besten Dank nochmals für deine Mühe (auch die Fingerübungen)
;)
Gruss Jürgen



Oh



jeh vor lauter Begeisterung hätte ich fast ne Frage vergessen,
Wir möchten in dem Raum unser Wohnzimmer unterbringen, schweren Herzens werden wir auf das Panzerdepot verzichten :)
Glaubst du das dies (ohne Gewähr versteht sich) machbar ist ?
Gruss und nochmals Danke für deine Mühe.
Jürgen



Gewicht der Decke



10cm Beton wiegen etwa 245kg/m² !

Das heißt, du bzw. dein Sohn sollte sich schon mal mit dem Gedanken an eine neue Stütze anfreunden ...

Andere Möglichkeit: Abfangträger an Stelle der Stütze - Aber .. das müßte dann mit 6 Meter Spannweite ein Riesen-Oschi sein

Andere Möglichkeit: Entfernung des Betons - Aber das wäre sehr schlecht für den Schallschutz. Außerdem erhöht er vermutlich die Tragfähigkeit von Bauteil 1 ...

Andere Möglichkeit: Auswechslung des Trägers gegen einen stärkeren.

Gruß, Niko



So



jetzt wollte ichs ganz genau wissen.
Ergebnis, die von mir geschilderte 12cm Betonschicht enthält die Träger sowie die Leichtbausteine.Ich habe die Oberkante einenes Trägers freigelegt, die Betonschicht bis zum Träger max. 1cm.Zu den Steinen selbst dürften es dann ca. 5-6 cm sein.Was ich eben bislang gesehen habe war das Profil der Decke (die mussten die Sache ja auch irgendwie einschalen).
Im Raum darunter verläuft noch eine 15cm Trockenbauwand.Eine direkte Stütze für den Unterzug ist aber nicht erkennbar (habe ein Loch gebohrt).Bin mir nicht sicher ob ichs erwähnt habe, die Auflager sämtlicher Träger sind gemauerte Steinwände.Wie sieht die Sachlage nun aus ?
Wie viel Luft haben wir noch (Deckenlast) ?
Wäre nett wenn du dich nochmals der Sache annehmen würdest.
Gruss Jürgen



Du



entwickelst dich noch zu einem hervorragenden Bauzeichner ;-)
* Ich glaube ungesehen, daß keine Stütze vorhanden ist - wie oben schon angesprochen ist aber für den Ausbau eine Stütze erforderlich falls das Deckengewicht mit Fußbodenaufbau u.s.w. 245kg/m² überschreiten sollte. Wenn diese in Feldmitte angeordnet wird kann man gleich mal die 4-fache Last draufpacken. (Vorschlag des Statikers)
* Wie hoch das Gewicht jetzt ist und ob man eventuell doch gerade noch so ohne Stütze auskommt müßte man halt noch genauer untersuchen (genauer Deckenschnitt) - wenn du mal in Feldmitte aufklopfst müßte eigentlich nach 1 cm Beton die Oberkante eines der Einhängesteine zum Vorschein kommen. Eine Schalung braucht man für eine Einhängedecke nicht.
* Der Deckenträger-Abstand ist nach deiner Skizze 62.5cm?



Oh



jeh :( habe eigentlich mit einer erfreulicheren Antwort gerechnet.
Das mit dem Trägerabstand müsste deinen Berechnungen zu folge stimmen, ich kann die Abstände augenblicklich leider nicht genauer messen.Von unten ist die Decke verschalt und auf der Oberseite befindet sich ein 1cm starker Betonglattstrich (meinte das die Schalung genau dafür eingesetzt wurde).
Um mir nicht unten den Raum zu verhunzen den ich mir oben schaffe bliebe nur die eine Möglichkeit, eine Stütze in die bereits vorhandene Trockenbauwand einzusetzen.Ob das was bringt und wie groß diese dimensioniert sein müsste wirst du bestimmt besser beurteilen können.Für mich wäre neben dem Punkt natürlich wichtig zu wissen wo wir eigentlich mit der Deckenlast augenblicklich liegen.In der Feldmitte habe ich den Meissel noch nicht angesetzt da sonst in kürze die Nachbarschaft kommt und mich fragt ob mein Sendemast verbogen ist :)
Würde mich freuen wenn du uns weiterhelfen kannst.
Gruss Jürgen





Lieber Nico,

haftest Du auch für Deine Online Statik?
Meinst Du nicht das sollte sich mal ein Statiker vor Ort ansehen?



Grüße aus Schönebeck



AW



Ah - gut daß sich mal jemand anderes einklinkt und einen konstruktiven Beitrag bringt - ich hatte schon so ein Gefühl, daß mir das allmählich zu heiß wird. Das ganze ist natürlich rein unverbindlich - eine "freie Meinungsäußerung", wie es in den Forumsregeln heißt - das habe ich auch weiter oben schon mal durchleuchten lassen. Ich meine auch, daß sich das mal ein Statiker vor Ort ansehen sollte - besonders da wir an einem Punkt angelangt sind, an dem verantwortliche Aussagen fällig werden und es in Arbeit ausartet...

Gruß, Niko (und eine schöne Arbeitswoche)



Hallo



Nico, wollte dich nicht mit Arbeit überladen.
Das du für deine Meinung und Beispiele nicht haftest steht außer Frage.
Schade das die zwei letzten Fragen somit unbeantwortet bleiben.
Es ging hier auch nicht um ein Gutachten sondern einfach nur
darum uns ein grobes Bild der Lage mittzuteilen.
danke für deine Mühe und Gruss
Jürgen



Hallo



Nico, wollte mich nochmals kurz melden, da wir die beiden letzten Werte zur Meinungsfindung bräuchten wären wir natürlich auch bereit diese ganze Sache über dein Statiker Geschäft abzuwickeln.
Das du auch im Rahmen dessen aus der Ferne nur unverbindliche Aussagen treffen kannst ist uns durchaus bewusst, eine Ortsbegehung durch einen hier ansässigen Statiker wird uns zur Ersteinschätzung aber auch nicht mehr bringen.Er findet nicht mehr Informationen vor wie die die ich bereits hier offengelegt habe.Wäre schön nochmals eine kurze Nachricht von dir zu bekommen.Gruss Jürgen



Wackersteine



Moin,

wieviel wiegt denn jetzt deine Decke?

Gruß, Niko mit k



Tja,



Niko (mit k) wüsste ich auch gerne.
Gruß Jürgen