Mehrere Fragen zur Sanierung

11.07.2020 HerrBenny

Mehrere Fragen zur Sanierung

Hallo zusammen,

wir haben ein Haus Bj. 1860 gekauft, das wir gerade mehr oder weniger in Handarbeit sanieren.
Es wurde komplett entkernt, Heizung, Strom, Wasser: alles draußen! Das Dach inkl. Gebälk ist komplett erneuert (was unser Budget ordentlich geschröpft hat...).

Die Grundmauern bestehen aus ~40cm Bruchstein.
Außen mit Riemchen (?) verblendet an einer Seite vollständig, an zwei Seiten zur Hälfte.
Zur hälfte unterkellert (Gewölbe), zur Hälfte direkt "im Boden".
Wo das Haus in der Erde steht, wurde freigebuddelt und 1k-Bitumen aufgestrichen.
Innen ist der Boden durchgehend betoniert (vor ca. 1 Jahr).
Zwischen den Deckenbalken ist das Lehm-Stroh-Gemisch.

Erstes Thema: Die Bruchsteinmauern wurden innen freigelegt und dann mit Mauer- und Putzmörtel verfugt und "hauchdünn" drüberverputzt (nur verfugen geht leider nicht).
Frage: Die Liebste will noch eine etwas "glattere" Putzschicht dünn drauf haben, die auch gestrichen werden soll. Was nehmen wir da am besten? Gibt es Putz o.ä., der mit dem Quast oder Pinsel aufgetragen werden kann und bei dem man trotzdem nicht jeden Pinselstrich sieht und der auch nicht "krümelt"?

Zweites Thema: Zwischen den Balken gibt es zwei Stellen, an denen die Lehm-Stroh-Mischung nicht mehr vorhanden ist.
Frage: womit fülle ich am besten auf? (ist nah an der Außenmauer, Trittschall nebensächlich)

Drittes Thema: Geheizt werden soll hauptsächlich mit Holz, wir hätten gerne einen doppelwandigen Edelstahlkamin, der nicht ummauert werden soll.
Frage: Gibt es eine Möglichkeit, ihn zwischen den Deckenbalken nach oben zu führen, ohne einen zusätzlichen Wechseln einzuziehen?

Vorerst soll's das gewesen sein...

Danke vorab
Benny



Antwort-Fragen



1. Thema: Welche Situation ist im Bild gezeigt, die, welche noch überputzt werden soll ?
2. Thema: Da ginge z.B. eine Hanf-Lehm-Trockenschüttung. Rieselschutzpapier nicht vergessen.
3. Thema: Ist die Decke schon geschlossen ? Dort wo der Durchbruch für den Schornstein gemacht werden soll, müssen natürlich die Schalbretter abgefangen werden, die Schüttung auch. Zudem kommt es drauf an, wieweit die Balken auseinander liegen. Und nicht zuletzt braucht Ihr in der Regel zu euren Ausführungsvorstellungen das ok vom zuständigen Schornsteinfeger, der das u.U. auch nach der Umsetzung abnehmen will. Bei uns wollte er eine 10 cm Manschette um den Kamin aus 1000Grad beständiger Steinwolle.



Danke!


Danke!

Hallo Pope und vielen Dank für die Antworten.

zu 1: gezeigt sind die Bruchsteine, verfugt und leicht überputzt mit Mauermörtel (Kalk-Zement), leider recht grob

zu 2: danke, klingt passend

zu 3: danke, zwischen den Deckenbalken ist bereits offen (siehe Bild); Ich kläre das mit dem Schornsteinfeger

Gruß
Benny



Sanierungsfragen



ok, unter dünn verputzt stelle ich mir nun zwar etwas anderes vor. Da kannst Du eine Kalkschlämpe aus 3 Raumteilen Sand und 1 Raumteil Kalkhydrat ( oder NHL 2,5) herstellen und das zu einer yoghurtartigen Schlämpe verdünnen, die Steine nässen, dann mit dem Quast auftragen, etwas anziehen lassen und mit der Venezianerkelle glätten, wenn Ihr den Quaststrich nicht wollt.
Bezüglich des Schornsteins: Vermute ich richtig, dass der Schornstein genau dort durchgehen soll, wo jetzt der Deckenbalken liegt? Wenn dem so ist, werdet Ihr um einen Wechsel nicht umhinkommen.



Danke erneut



Danke für den Tipp m.d. Kalkschlämpe; jedoch weiß ich nicht, wie die Venezianerkelle da bei der doch sehr groben Struktur der Steine was glätten soll.

Der Schornstein soll zwischen Poroton-Wand und Balken durchgeführt werden, ich hatte einen Wechsel befürchtet. Naja, halb so wild.

Danke
Benny



Bruchsteinwand verputzen



ich habe noch keine Vorstellung, wie Ihr die Wand mal haben wollt. Soll sie nun glatt und gerade sein, wie üblicherweise eine verputzte Wand sein soll, dann sollte ein Dünnputz richtiggehend aufgezogen werden. Wolltet Ihr das selbst machen oder machen lassen? Die andere und von mir oben beschriebene Variante, schließt die Fugen und die Steine und läßt eine struktierte Oberfläche zurück, bei der man noch sieht, dass es unter der Schlämpe Bruchsteine sind. Mal googeln nach Pinselputz. Nur das eben das Glätten mit der Kelle die Bürstenstriche glättet.



Ah, jetzt...



...hab ich das Missverständnis...

Die Wand soll nicht (!) glatt verputzt werden.
Sie soll im Grunde aussehen, als sei sie nur verfugt. Nur eben wie gestrichen.

Da die Steine nicht durchgehend in ähnlich gutem Zustand sind, hat meine Frau den Mörtel nicht nur in die Fugen sondern auch über die Steine dünn verteilt.

Das bedeutet, der Vorschlag mit der Schlämpe sollte zum erwünschten Erfolg fuhren.