Mauerwerksanierung / Einfugen von Kalkmauerwerk (Feldbrand)

06.06.2021 Müller1842


Hallo zusammen,

ich möchte eine mit Kalkmörtel gemauertes Feldbrandsteinmauerwerk einer Windmühle sanieren, d.h. neu verfugen. In den letzten 60 Jahren wurde die Wetterseite mehrfach neu verfugt (in Zement, mit Traßzement, mit Traßzement und Kalk usw.). Es hat alles nicht sonderlich gehalten. Die Sonne brennt da schon ziemlich und Regen kommt meißtens horizontal von vorne inkl. Durchschlag bei langen Regenperioden.

Der Untergrund besteht eindeutig aus reinem Kalk-Mauerwerk. Ausgefugt sind ist der Mörtel teilweise versteinert, teilweise auch sandig. Ich vermute - weiß es aber nicht 100% - dass die Zementfuge zu dicht war und sich der Kalkstein wieder aufgelöst hat. Offene Fugen hatten dahinter i.d.R. festen Mauermörtel.

Ziel ist einerseits sicher eine langlebige Fuge zu erhalten. Andererseits haben Windmühlen aufgrund ihrer häufig freien Lage, erheblichen Schlagregenbelastung und konischen Form (ablaufendes Wasser) teilweise erhebliche Feuchtigekeitsprobleme im Vollmauerwerk. D.h. von der richtigen Fuge erhoffe ich mir auch noch ein trockeneres Inneres.

In NL empfielt man teilweise "natürlichen hydraulischen Kalk" und Mörtel im Mischungsverhältnis 2:1.
Der deutsche Denkmalschutz hat in den letzten Jahrzeiten zig verschiedene Meinungen vertreten - und nichts hat sich bewährt.

Wie sind hier die Erfahrungen / Empfehlungen? Welches Material soll ich verwenden? Welche Mischung, ggf. inkl. reinem Trass? Oder auch mit einem Anteil Luftkalk? Oder einem Anteil Zement?

Viele Grüße

Hubert



Fugenmörtel



Hallo Hubert,
deine Beschreibung verwundert mich. Ich frage mich wieso die diversen Reparaturen nicht gehalten haben.
Sonne und Regen hats ja überall, mal mehr mal weniger, aber das kann/sollte eigentlich nicht die Ursache sein, dass ein Mörtel nicht hält. Wo steht denn die Windmühle? Am, oder in der Nähe des Meeres? Sprich, ist die Luft stark salzhaltig? Dass vielleicht deswegen bis jetzt nichts dauerhaft gehalten hat? Ehrlich gesagt, eine Antwort habe ich momentan nicht.
Aber schau mal hier: https://www.tubag.de/produkte/trass-und-restaurierungssysteme.html
Vielleicht findest du darunter einen passenden Mörtel. Da ist auch NHL-Mörtel ("natürlichen hydraulischen Kalk") dabei.
Zumindest kannst du da; https://www.tubag.de/service/beratung/beratungshotline.html konkret anfragen.

Gruß,
KH





Es könnten Mängel bei der Materialauswahl und Verarbeitung vorgelegen haben. Fehlt es beispielsweise am kraftschlüssigen Verbund von Mörtel und Ziegelkante, sind Risse durch Schwund oder Spannung vorhanden, so kann Wasser eindringen und Durchfeuchtung, Ausblühungen oder Frostsprengung tragen dann zur zeitigen Verwitterung bei.

Der Einsatz von Zementmörtel ist hier nicht vorteilhaft. Auch sind Trasszemente oder werksgemischte Trassmörtel mit Portlandzement von zweifelhaften Nutzen.

Bauzeitlich wird hier wohl ein Kalkmörtel mit Trass angewendet worden sein. Da kann man sich mal auf die Suche am Objekt machen, das dürfte auch mit Blick auf die Sieblinie entsprechenden Aufschluss bringen.

Auch könnten Kalk-Bindemittelsysteme mit hohem Belitegehalt (C2S), aus gebrannten Kalkmergel, wie sogenannter Romanzement, der mit natürlich hydraulischem Kalk (NHL) abgemischt wird, Verwendung finden.

Wie gesagt wird besonders auf die einwandfreie Ausführung zu achten sein.