Freilegen von Fachwerk

03.06.2007



Ich möchte im Erdgeschoß eine Fachwerkwand freilegen, das hatte ich bereits in der ersten Etage gemacht (problemlos). Jetz habe ich festgestellt, das die Wände im Erdgeschoß doppelt so stark sind. Im OG war nur der Lehmputz drauf, hingegen im EG ist jede Seite zusätzlich gemauert. Jetzt mache ich mir Gedanken ob das Mauerwerk tragend ist oder ob ich es entfernen kann. Das Haus ist ca 100 Jahre alt und besteht aus KG,EG,1.OG,2.OG und DG.





Sehr geehrter Herr Paluch,
so einfach läßt sich das auf diesem Wege nicht beurteilen.
Ist das Mauerwerk wirklich nur ein Blendmauerwerk und hat es keinerlei statische Funktion? Ich gehe mal davon aus, werde mich jedoch hüten hier irgendwelche Empfehlungen zu geben.
Wichtig ist in jedem Fall, daß die Fachwerkkonstruktion vollständig und tragfägig ist. Einen ähnlichen Fall habe ich bei einer derzeitigen Schadensuntersuchung. Die Fachwerkkonstruktion ist zum großen Teil verrottet und ist nur noch in Verbindung mit dem vorgesetztem Blendmauerwerk bedingt tragfähig. Kleinste Eingriffe würden zum Einsturz führen. Also, bitte einen Fachplaner, Statiker oder Zimmermann, die sich wirklich mit FW-Häusern auskennen, einschalten. Zur einfacheren Beurteilung könnten Sie allerdings schon einmal den Putz an neuralgischen Punkten (Schwelle, Ständer) entfernen.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Kibies

P.S.: Mir ist nicht ganz klar, ob das Mauerwerk an der Innen- oder Aussenseite ist. Aus welchem Material ist das Mauerwerk? Haben Sie aussen Sichtfachwerk? Aus welchem Material sind die Ausfachungen?



Vielen Dank!



Ich werde in jedem Fall einen Fachmann hinzu ziehen und Ihnen dann mitteilen was sich ergeben hat. Bei der Wand handelt es sich um eine innen liegende Wand!
Weiterhin habe ich jetzt eine Wand entdeckt, die mit 4 cm starken Ytongsteinen vorgemauert ist. Sicherlich kann ich dabei von ausgehen das es sich um eine Vorsatzwand handelt. Oder?





Hallo

Oft sind Fachwerkhäuser im EG komplett gemauert, ich kann mir fast nicht vorstellen das jemand sein Fachwerk im innern vorne und hinten vermauert. Nicht wegen der Optik sondern das nimmt doch Platzweg und kostet Material.
Nachdenkliche Grüße
Dorothée





Guten Tag,
wo sind denn FW-Häuser "im EG komplett gemauert"?
Handelt es sich hierbei um eine regionale Eigenart, sind dort die FW-Häuser völlig schadensfrei?
Ich habe außerdem schon Probleme, Ihre Antwort inhaltlich zu erfassen!
Grundlegend halte ich es für sehr problematisch, mit Pauschalisierungen hier auf diesem Wege, ohne das Gebäude zu kennen, zu antworten. Ihre Antwort, würde man sie falsch verstehen, mündet zwangsläufig in die Empfehlung, "Abreissen ohne nachzuschauen".
Mit freundlichen Grüßen

Bernd Kibies





@Bernd Kibies

tut mir leid da haben Sie mich komplett falsch verstanden. Hier in der Gegend sind häufig auf ein gemauertes Erdgeschoss Fachwerkwände im OG gestellt worden. Wenn man jetzt im EG die Mauern einreißt weil man dahinter Fachwerk vermutet (Weil, wie beschrieben im OG Fachwerkwände sind) dann stürzt das ganze zusammen.
Da er schreibt das die Wände unten doppelt so dick sind und auf beiden Seiten gemauert aussehen, nahm ich an das es sich um gemauerte Innenwände handelt und wenn man die einfach wegnimmt, haben die Deckenbalken wahrscheinlich auch kein Auflager mehr. Ich kann mir halt nicht vorstellen das jemand erst Fachwerkwände baut, dann links und rechts davon eine Mauer hochzieht und dann das Ganze verputzt. Wenn man eine Fachwerkwand Verputzen will geht das sicher auch einfacher.
Es tut mir leid wenn ich mich unverständlich ausgedrückt habe. Wo allerdings steht, dass ich empfehle alles abzureißen (Tue ich nämlich nicht!), kann ich nicht nachvollziehen.
Trotzdem mit Gruß
Dorothée





Sehr geehrte Frau Ziller,
ich habe nicht geschrieben, daß Sie sagen, "alles ist abzureißen".
Ich meinte, wenn man Sie falschen verstehen würde, mündet es zwangsläufig in diese Empfehlung. Das ist schon etwas anderes.
Da ich Sie wohl komplett mißverstanden habe, vielleicht wg. mangelnder Auffassungsgabe, hatte ich nur die Befürchtung, Herr Paluch würde sich nun an die Arbeit machen.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies