Wand - Stabilität Mauerwerk

07.03.2007



Hallo Leute,

vielleicht kann mir ja wer weiterhelfen. Ich plane ein altes Haus (ca. 150 Jahre alt) zu restaurieren.
Die Außenwände sind ca. 40-50cm stark und bestehen aus Normalformatsteinen (Klinkern) und z.T. aus Natursteinen.
Die Decken sind aus Holz, und die Tragenden Balken zw. EG und OG sind in die Wände eingespitzt.

Um einen vernünftigen Fußbodenaufbau (mit Estrich, wegen Trittschall)zu erstellen, müßten die Deckenbalken verstärkt werden, sowohl im Feld-, als auch im Auflagerbereich.

Meine Frage ist nun, wieviel kann ich so einem alten Mauerwerk zumuten? Wie dauerhaft sind die Steine und der Mörtel? Wie hoch ist in etwa die zulässige Druckfestigkeit?

Wenn ich die Deckenköpfe verstärke, muss ich auch größere Balkenauflager erstellen und in diesem Bereich aufspitzen.
Wie große Löcher kann man solch einer Wand zumuten?
Hat hier jemand vielleicht Erfahrung damit?

Mit bestem Dank im Voraus für hilfreiche Antworten!

Schöne Grüße
Morti



Wand- Stabilität Mauerwerk



Hallo Morti,
Deine Fragen kann Dir nur ein Statiker bzw. Planer vor Ort nach Untersuchung des Mauerwerkes und der Decken beantworten.
Ich denke aber das es nicht so sehr um die Tragfähigkeit im Allgemeinen geht.
Solche Konstruktionen sind stabil bemessen und weisen große Tragfähigkeitsreserven auf, wenn sie nicht vorgeschädigt sind oder ohne Sachverstand "modernisiert" wurden.
Für eine Zustandsanalyse und für die Detailplanung ist trotzdem ein Fachmann vor Ort unumgänglich.
So kannst du z.B. mit der Angabe der zulässigen Druckfestigkeit von Mauerwerk nicht viel anfangen, wenn noch nicht einmal klar ist, um was für Mauerwerk es sich handelt und welche Schlankheiten, Spannungsspitzen usw. vorhanden sind. Ansonsten gibt es Fachliteratur über alte Bauvorschriften, in denen man die damaligen Bemessungsgrundlagen findet und nachvollziehen kann. Das setzt natürlich voraus, das man sich damals auch an die Vorgaben beim Bau gehalten hat.
Das ist übrigens ein grundsätzliches Problem, das sich durch die Generationen zieht.
Deshalb nimm Dir einen Fachmann und bastele nicht selber an tragenden Teilen herum. Dein Nachfolger in vielleicht 100 Jahren, der wieder einmal das Haus umbaut und saniert, wird sich dann darauf verlassen können, das Du Deine Arbeit nach den heute gültigen Regeln der Technik erbracht hast. Die kann er nachvollziehen und ist, wie Du hoffentlich heute, vor den statischen und konstruktiven Eigenkreationen des Vorgängers sicher.

Viele Grüße

Georg Böttcher



Jetzt habe ich doch



tatsächlich auf die selbe Frage nur mit einer anderen Überschrift geantwortet! Morti; da hast du mich aber sauber reingelegt! Ich muss besser aufpassen, dass mir sowas nicht nochmal passiert!

Gruß Marko



---Forenreferenz-----------
Hallo Morten. -
Also mit Restaurieren hat das eher weniger zu tun. Zu einem restaurierten 150 Jahre alten Haus gehören Dielen und kein Estrich. Sanieren passt da besser! Aber genug der Wortglauberei!

Holzbalken und Estrich halte ich für Unsinn aber wenn es denn sein soll! Auf alle Fälle brauchst du einen Architekten / Statiker vor Ort. Alles andere grenzt an Hellseherei und lässt sich im Forum wohl kaum fachgerecht beantworten.

Zum Erreichen eines guten Trittschallschutzes gibt es auch andere Möglichkeiten als Estrich. Da können dich die Fachläute vor Ort bestimmt beraten. Auch hier im Forum gibt es dazu schon einige Beiträge. Einfach mal nach "Trittschall" usw. suchen. Das Revi-Handbuch(mal googlen und runterladen) gibt auch ein paar Tipps.

Gruß Marko mehr ...
----------------------------------