Bruchstein/ Mischmauerwerk

07.08.2007



Unser eben erworbenes Feirenhaus in der Slowakei wollen wir möglichst traditionell renovieren.
Ich habe hier schon viele Anregungen gefunden, brauche aber noch mal speziellen rat.
Insbesondere zur Rettung der Fassade.
Das Haus ist mit NAturbruchsteinen gebaut (22 m lange Außenwand, ca. 4 m hoch) Die Seitengiebel und um die Fenster wurden mit normalen roten Ziegeln gemauert. Die voerdere Fassade ist verputzt und es gibt ein paar stuckartige Verzierungen, hinten wurde nur groß mit einem Spritzbewurf? verputzt, der aber inzwischen fast komplett abfällt. (das ganze dürfte zum letzten MAl vor 50- 70 Jahren gemacht worden sein. Das Haus selbst ist mindesten 100 Jahre alt.
Meines erachtens wurde hier reiner Kalkmörtel oder auch Lehmmörtel (das kann ich nicht erkennen) verwendet und auch der Putz scheint KAlkmörtel zu sein. An einer Stelle wurde mit Zement bespritzt, der eine sehr harte Schicht bildet, aber auch nicht wirklich mit dem Mauerwerk verbunden ist. In den Zimmern dahiner gibt es innen auch Ausblühungen.
Meine Frage ist eigentlich: 1. Die vordere Fassade - wie kann ich den Verputz retten und die schönen Ornamente?
2. Hintere Fassade: Ist es sinnvoll die NAtursteine offen zu lassen und nur zu verfugen (nicht verputzen), und dann evt. auch mit wildem Wein/ Efeu bewachsen zu lassen. Oder ist es wichtig, da es dort auch sehr kalt wird und wir nur sporadisch dort sind und heizen, die Wand zu Isolieren (und wenn, wie?). Die Seiten des HAuses müssen auf jeden Fall verputzt werden, da dort Ziegel und Stein aufeinandertreffen - was nehme ich da?



Verputz Bruchsteinmauerwerk



Sie sollten den defekten Verputz (nach dem foto zu urteilen Kalkputz wieder erneuern lassen; Bruchsteinmauerwerk ist nicht für steinsichtige Ausführung geeignet. Halten Sie sich mit der Putzstruktur und der Oberfläche an historische Vorbilder der Gegend.
Zur Strassenfront kann ich nichts sagen, da ich den Zustand nicht kenne. Auch hier gilt: Fachmann/ Fachplaner aus der Gegend einschalten!

Viele Grüße
Georg Böttcher



KAlkputz



Vielen Dank für die schnelle Antwort. Was genau ist Kalkputz, und was mache ich mit den Fugen darunter, die komplett rausbröseln (sind auch etliche Insekten ansässig, die dort ihre Larven abgelegt haben)? Muss ich vorher auskratzen und neuverfugen oder reicht es, wie mir ein Nachbar sagte einfach draufspritzen und dann verputzen?
Die meisten historischen Vorbilder sind leider in dieser Gegend in ähnlichem Zustand wie unser Haus, alles andere wird mehr oder weniger kaputt saniert mit Styropordämmung oder im besten Fall Glaswolle (was uns auch die befragte Firma aufdrängen wollte) Die "Selbstbauer" verputzen mit Zement (wie bei uns ja auch schon teilweise geschehen. Im Baumarkt riet man uns zu einem Sanierputz. Ich habe mir in den historischen Freilicht-Museen alles genau angeschaut und wie sie schon sagten, ist alles warscheinlich mit KAlkmörtel verputzt. Allerding wird ein ca. 1m hoher Bruchsteinsockel unten freigelassen oder auch mit einem Anstrich versehen. Evt. wegen Schnee?



Bruchsteinmauerwerk verputzen



das mit dem Sockel ist normal,
in dem Bereich wurde das Mauerwerk mit besser bearbeiteten, eng gefugten Werksteinen gesetzt und sollte auch nicht verputzt werden. Eine Nachfugung mit einem geeigneten Saniermörtel ist bei Bedarf ratsam, keinen reinen Zementmörtel verwenden!
Tja, was ist ein Kalkputz? 3 bis 4 Teile scharfer bzw. gewaschener Sand der Körnung 0-4 und Weißkalkhydrat (Luftkalk) in Pulverform. Es gibt auch fertigen Kalkputz als werkgemischten Trockenmörtel, ist teurer.
Auch Sumpfkalk ist geeignet, ist aber teurer und nicht für diesen Fall unbedingt erforderlich.
Die Verarbeitung sollten Sie einem Fachmann überlassen, wenn Sie selber nicht putzen können.
Vielleicht laden Sie ein paar Bekannte ein nach dem Motto Arbeit für Kost und Logis?
Ansonsten wenden Sie sich an örtliche Bauunternehmer.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Dämmung möglich



Jetzt stellt sich doch noch die Frage, ob es sinnvoll und möglich ist die Außenwand zu dämmen, da es doch sehr kalt in diesem Gebiet wird und wir nur sporadisch heizen werden, wenn wir da sind.
Was ist da empfehlenswert (Mineralwolle ?) und was mache ich mit der Wand darunter, trotzdem Kalkputz erst erneuern?
Wir wollen möglichst viel selbst machen.



Bruchstein/Mischmauerwerk



Eine Außendämmung für eine massive Bruchsteinwand in einem Ferienhaus ist unnötig und kontraproduktiv.
Wenn Sie mal im Winter Urlaub machen wollen, benutzen sie einen guten Kamin oder besser Kaminofen und legen Sie ordentlich Holz nach. Das heizt schnell auf und schafft eine gemütliche Athmosphäre.
Die riesigen Speichermassen der dicken Wände müssen erst einmal auf Temperatur gebracht werden, eine Außendämmung nützt Ihnen dazu nicht viel.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Dämmun BRuchsteinmauer



Das freut mich zu hören - innerlich widerstrebte es mir auch irgendwas darauf zu kleben, was da vorher nicht war.
dann werde ich mich wohl mal ans verputzen machen und der Kaminofen ist schon bestellt. Der originale "pec" ist leider im Sozialismus gegen häßlich Öfen ausgetauscht worden, aber ein ansäßiger Kachelofenbauer hat sich schon ein Bild gemacht und schöne Vorschläge für einen Kaminofen entworfen. Allerdings müssen wir noch den Kamin erneuern (bröckelt vor sich hin). Bis dahin heißts "dicke Pullover anzíehen".