Stallausbau/Innendämmung

21.01.2008



Hallo,
wir wollen unseren Stall ausbauen. Nach Möglichkeit wollen wir das Mauerwerk nach Aussen sichtbar belassen. Es handelt sich um ein 38er Ziegelmauerwerk. Wir würden gerne auf den Niedrigenergiestandard kommen. Ist es sinnvoll die Innendämmung diffusionsoffen zu gestalten damit das Tauwasser weg diffudieren kann, oder sollten wir lieber ein geschlossenes System mit Dampfbremse wählen?

freundlichen Gruss und Dank im Vorraus!
B.Nohl



Innendämmung



Unbedingt einen Spezialisten herbeiziehen! Bei Innendämmungen kann man viel falsch machen, was sich dann in Bauschäden äussert. Ohne Dampfbremse wird es wohl nicht gehen, weil das aussen liegende Mauerwerk, da nicht gegen aussen isoliert, so kalt wird, dass der von innen nach aussen diffundierende Wassserdampf in der Isolation kondensiert, mit allen üblen Folgen. Das gleiche tut auch in der Mauer aufsteigende Feuchtigkeit. Wie man diese Dampfbremse luftdicht an Balken und anderen Bauteilen, die sichtbar bleiben sollen, anschliesst, kann man nur vor Ort beantworten, dann gibts sicher Wärmebrücken (z.B. eingemauerte Stahlträger).
Innendämmungen sind prinzipiell kompliziert und das Rauminnenklima wird schlechter, da man auf die träge thermische Masse des Mauerwerks verzichtet. Ausserdem sieht man dann von der alten Bausubstanz nichts mehr, und man verliert Nutzfläche. Ob sich der Minergie-Standard mit vertretbarem Aufwand überhaupt erreichen lässt, wäre festzustellen, die Ansprüche sind hoch.



Stallausbau



Hallo Herr Paulsen,

ich gebe ihnen absolut recht. Außerdem sollte berücksichtigt werden, dass es sich um einen Stall handelt und evtl. bauschädliche Salze im Mauerwerk eingelagert sind.

Gruß Jürgen





Guten Tag,
Kontakt zu Fachleuten aus Köln und Umgebung stelle ich gerne her. Falls Sie Interesse haben, mailen Sie mich einfach an.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies



Stallausbau



Genehmigungsfähig ?
Sonst kann es ein böses Erwachen geben.
38er Mauerwerk ist im Prinzip geeignet, allerdings, weil als früherer Stall (Gülle) fast immer salzbelastet, auch ein großes Problem. Die Knackpunkte sind:
- Salzbelastung selbst und aus Kristallisation entstandene Zerstörungen von Mauerwerkspartien: Mauerwerkspartien austauschen
- fehlende Sperren horizontal wie vertikal lassen weiterhin Feuchte eintreten: Sperren einbauen
- Salzeinlagerungen in Mauerwerk und Mörtel, die an die Oberfläche treten.

Bevor diese grundlegenden Probleme nicht gelöst sind, und sie sind auf Dauer eigentlich nicht lösbar, kann man nicht an die Innendämmung gehen.
Warum nicht ?
Weil unter einer fest eingebauten Schicht aus Dämmstoffen (Lehm, Holzweichfaser, Calziumsilikat oder was auch immer) unerwünschte Prozesse ablaufen.
Wenn man verputzt, wird man einen mehrlagigen, sehr dicken Wärmedämmputz mit verschiedenen Funktionsschichten konstruieren müssen, der zwar teuer ist, aber auch nur maximal 5 bis 10 Jahre in den belasteten Bereichen hält.

Also Niedrigenerige im Stall ? Ich würde mir ein wirtschaftlicheres Konzept überlegen.

Grüße vom Niederrhein



dankeschön



Hallo meine Herren,
ich bendanke mich für die nützlichen Tipps.

freundlichen Gruss, B.Nohl