Nasses Mauerwerk und Hanglage-müssen wir eine Regendrainage legen?

02.08.2009



Bei unserem Haus handelt es sich um eine 100jährige kleine Dorfgrundschule. Die Schule ist in U-Form gebaut, wobei das umgebene Grundstück genau "in" das "U" hinein leicht abfällt. Alle Außenwände des Hauses sind trocken, nur in dem "U" ist Feuchtigkeit, teilweise ist innen an den Wänden Salz. Aufällig ist auch, dass die Außenwände im "U" irgendwann mal in Erdgeschosshöhe neu verputzt wurden, vermutlich mit Zementputz(?). Die Schule ist nur wenig unterkellert, aber genau in den Kellerräumen, die an der inneren "U"-Wand liegen, sind die Wände richtig tropfnass. Erschwerend kommt hinzu, dass in einer Ecke des "U" eine kleine Klärgube liegt, die bis vor kurzem noch bis obenhin voll war. Der Boden scheint außerdem sehr lehmhaltig zu sein.
Jetzt wissen wir nicht, wie wir vorgehen sollen. Drainage?-habe ich jetzt mehrfach gehört und gelesen , dass eine Drainage bei nicht-unterkellerten nicht sein muss.
Oder einfach nur ein Kiesbett?
Über Hilfe und Anregungen bin ich sehr dankbar.



Woher kommt das Wasser?



Ich gehe davon aus, dass Sie Dachrinnen, Regenfallrohre und deren weiterführende Grundleitungen bereits nachgesehen und für gut befunden haben.

Ist es Wasser, das durch die Mauern dringt, oder "nur" Kondenswasser? Aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk ist es wohl nicht alleine, denn dann tropft es gewöhnlich nicht.

Eine Drainage ist sehr gut, wenn sie richtig angelegt wird, sonst schlechter als gar keine.

Unternehmen Sie erst etwas, wenn feststeht, was die Ursache des Problems ist.
Deshalb: Lassen Sie das doch mal vor Ort durch eine altbauerfahrene sachkundige Person begucken. Das ist vorteilhaft jemand, der nicht davon lebt, Produkte zur Kellerentfeuchtung usw. zu verkaufen.



Nasses Mauerwerk und Hanglage



Vielen Dank für so eine schnelle Reaktion...

Dachrinnen, Regenfallrohre und deren weiterführende Grundleitungen haben wir schon geprüft und schadhafte Stellen ausgebessert. Die Schäden waren aber so gering, dass sie sehr unwahrscheinlich die Problemursache sind.
Unserer Meinung nach ist es teilweise Wasser, welches durch die Mauer dringt. Stellenweise zeigt sich das an der Salzbildung und in einem Raum ist Salpeter. Die tropfnassen Wände im Keller könnten vielleicht auch eine andere Ursache haben, bloß welche?
Wenn wir uns für eine Regendrainage entscheiden, wo finde ich eine gute Anleitung? Bin bisher im Netz nicht wirklich fündig geworden. Es fängt schon damit an, dass sich über die Grabentiefe gestritten wird oder über die verschiedenen zu verwendenen Steingrößen.
An einer altbauerfahrenen sachkundigen Person mangelt es uns ja eben leider, deswegen stelle ich hier die Fragen.



Nasses Mauerwerk und Hanglage



Übrigens habe ich noch vergessen zu erwähnen, dass bei den vier Essen nur noch eine mit Reinigungsklappe ausgestattet ist. Alle Schornsteine sind nicht regengeschützt und wurden ewig nicht gereinigt. Auch hier war der Dreck, den wir rausholten teilweise richtig nass. Jetzt sind erst einmal die Essen unten aufgemacht und Lüften hoffentlich schön durch.



Feuchte Wände



Wenn Sie neben der Hanglage noch bindigen Boden anstehen haben, werden Sie wohl um eine Dränung nach DIN 18195 nicht herumkommen.
Hohlen Sie sich dafür aber einen Fachmann bzw. eine richtige Fachfirma, die so was professionell inklusive senkrechter Abdichtung ausführt.
Bei Abdichtung und im Trockenbau laufen zu viele Möchtegern- Spezialisten durch die Gegend.

Viele Grüße





Wenn die Kellermauern noch kalt sind und bei einer entsprechenden Wetterlage (warmfeuchte Luft) gelüftet wird, können die Kellermauern sehr wohl durch Kondensation tropfnass werden. Dieser Effekt ist typischerweise grossflächig. Bei Wasser, das durch die Mauer dringt, kommt es typischerweise nicht zur Salzbildung, weil dieses ja mit dem abfliessenden Wasser mitgenommen wird. Hier "fliesst" oder tropft es stelenweise; es handelt sich bei zufliessendem Wasser um eine Art unwillkommener Quelle hinter dem Mauerwerk. Aufsteigende Feuchte im Mauerwerk hingegen verdunstet an der Maueroberfläche, und das mitgenommene Salz bleibt liegen und "blüht aus".
Durch Zement- und andere undurchlässige Putze kann man das Problem nach oben verlagern, aber nicht lösen.
Also bitte beobachten Sie, ob Sie irgendeinen Zusammenhang mit Wetterereignissen oder Lüftungsverhalten oder sonst etwas feststellen. Der Experte, den Sie beiziehen sollten, wird Sie das auch fragen.
Wie man so einen findet? Im Branchenverzeichnis, oder dann eine Anfrage bei der Architektenkammer. Experten, welche von Gutachten freiberuflich leben müssen, haben ein Interesse daran, gefunden zu werden.