Feuchtigkeit und fehlendes Fundament

04.05.2006



Hallo an alle,

wir haben ein ca. 120 Jahre altes Haus aus Bruchsteinmauerwerk. Das Haus ist im wahrsten Sinne auf Sand gebaut. Ein Kellergeschoss ist nicht vorhanden. Im Erdgeschoss, respektive Keller, gibt es seit geraumer Zeit Feuchtigkeitsschäden an den Wänden (Schimmel). Der Boden besteht im Wohnbereich aus Dielen, die direkt auf Sand liegen, und im sogenannten "Keller" aus Beton.

Beim Entfernen des Dielenbodens haben wir nun an einer Aussenwand festgestellt, dass das Mauerwerk kein! Fundament aufweist und praktisch auf Sand steht. Des Weiteren weist die Aussenwand im unteren Anschlussbereich zum Boden Risse auf, durch die wohl auch Wasser unter die Aussenwand dringt.

Das Haus wurde mit Bruchsteinmauerk und Sandsteinen erbaut. Was können wir tun? Muss ein Fundament eingebaut werden oder besteht die Gefahr von Setzrissen? Wie kriegen wir die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk?

Unser Haus liegt tiefer wie der angrenzende Hof, der mit Betonplatten versehen ist. Uns wurde mehrfach zu einer Drainage geraten. Gibt es noch eine andere Möglichkeit?

Freundliche Grüße

Claudia



"Keller" aus Beton? gibt es eine



Betonbodenplatte? wie soll ich das verstehen?
Bei Ihrem geschilderten Fundamentlosen Mauerwerk zeigen sich früher oder später Setzrisse in der Wand. Das muß nicht unbedingt schlimm sein. (ich habe unzählige fundamentlose Mauerwerke mit keinen oder sehr geringen Setzschäden gesehen). Schlimmer ist die Schimmel-Situation.
Falls im EG eine Betonplatte da ist, wird darunter die Feuchte (Erdfeuchte, evtl. Druckwasser?)kapillar ins Mauerwerk geleitet. Deshalb würd ich die Betonplatte entfernen, und auf grober,kapillar brechender Schotterschicht einen wärmedämmenden Kork-Kalkestrich Dicke ca 12-15cm einbauen. Falls es sich um drückendes Wasser handelt,würde ich einen Innendrainage (unten geschlossenes Rohr, oben gelocht), umlaufend innen entlang der Außenwände einbauen. Als weitere Sicherheitsmaßnahme gegen Wandfeuchteschäden würde ich entlang der Außenwände eine Fußleistenheizung oder warmwasserführende Temperierungsrohre einbauen.Dabei werden Ihre Heizkosten dank effizienter Strahlungswärme erheblich gesenkt.
Bitte im EG dann nur mit fungizid wirkenden Kalkputzen arbeiten. Grundsätzlich rate ich vorab zu einer vor-Ort-Beratung durch eine/n altbausanierungserfahrenen Fachmann/Fachfrau.



Kein Wunder



wenn der höher liegende Außenbereich mit Betonplatten regelrecht versiegelt wurde, möglichst noch mit einem Gefälle zum Haus hin.

Unser Anbau steht auch ohne Fundament direkt auf dem Lehmboden und hat keine Feuchteprobleme wo das Wasser vom Haus weglaufen kann. Auf der Westseite ist der angrenzende offene Gartenboden stark verdichtet, es gibt ein Gefälle zu Haus. Dort konnte die Feuchtigkeit ins Mauerwerk wandern. Nachdem wir in diesem Bereich eine Drainage eingebaut hatten, war die Mauer in kürzester Zeit trocken.

Ich würde zunächst die Betonplatten außen entfernen damit das Wasser wieder im Boden versickern kann. Mit einer Kiesschicht bekommt man auch einen festen Untergrund hin.

Grüße
Ulrike