Fundamentaufbau, altes Haus, Fragen über Fragen.

27.04.2004



Hallo,
ich saniere ein 1890 gebautes Haus, kein eigentliches Fundament, sondern die Mauern ragen nur 80cm in den Boden rein. Die Mauern sind 1.5 Ziegel dick. (ca. 35cm) Nun habe ich in mühevoller "Klein"-Arbeit die Erde aus den einzelnen Zimmern rausgeschaufelt und habe nun 60 cm Platz, um ein gute isoliertes und stabiles Fundament aufzubauen. Ich dachte an 30-40 cm verdichteten Füllboden, dann irgendeine Isolierung (Styropor oder so) und dann Fließbeton. Was haltet Ihr davon?

Wie kann ich vermeiden, daß die Feuchtigkeit an den Rändern (Fundament/Wand) hochkriecht????


Gruß Ulrich



Fundament



2 verschiedene Dinge Fundament und Sohle:
Das Fundament ist offensichtlich vorhanden. 80 cm tief (frostfrei) aus Mauerwerk. Hier werden die Lasten ins Erdreich geleitet, und das funktioniert sowohl mit Mauerwerk, wie auch mit Beton. Ist das Mauerwerk in Ordnung ist hier aus statischer Sicht nicht mit Schwierigkeiten zu rechnen. Ein anderes Problem an gleicher Stelle ist aber aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk. Die beste Lösung ist hier eine bituminöse Schicht im Mauerwerk. Mauerwerk ein Stück (max 1m) breit ausstemmen, Bitumenbahn einlegen und wieder vermauern. Dann der nächste Meter. Bitumenpappe jeweils mindesten 15 cm überdecken. Ziemlich viel Arbeit aber es lohnt die Mühe. Die Bitumenpappe am Besten in der Höhe mit der Oberkante der geplanten Roh-Sohle einbauen und nach innen 10 cm überstehen lassen.
Sohle: Der Fußboden zwischen den Wänden. 20-25 cm kapillarbrechende Schicht oder dicker (Kies oder Kalkschotter) einbauen. Darüber eine PE-Folie (damit Wasser aus der Betonsohle nicht in die Kiespackung läuft). Darüber 12-15 cm Beton. Nach Austrocknung Bitumen-Abdichtung aufbringen und mit der Bitumenpappe aus den Wänden verkleben. Darauf Dämmung und gewünschter Fußbodenaufbau. Dämmung aus Styrodur, Jakodur oder am besten foamglas unter der Sohle ist möglich.
Bei der Dämmung EnEv und DIN 4108 beachten. Bei Arbeiten am Fundament im Zweifelsfalle Statiker zu Rate ziehen.



betonboden ins alte haus



Hallo,
zum nachlesen hier im forum,zurzeit auf seite5/kellerwände trockenlegen,seite 3/ neue bodenplatte..
mi freundlichen Grüssen
Klepac Mladen



Bevor man sich die Arbeit macht..



..sollte man erst mal nachschauen, ob da überhaupt Feuchtigkeit aufsteigt. Wie sieht den der Boden und das Gelände aus? Wir haben z.B. eine Hanglag mit schwerem Lehm, da ist weit und breit nichts mit steigender Feuchtigkeit. Ergo schade um die Arbeit. Nicht zuletzt können (nicht müssen) derartige Arbeiten zu neuen Setzungserscheinungen im Mauerwerk führen.
Ob man bei einer Sanierung eines alten Haues die EnEV in allen Einzelheiten berücksichtigt, mag jeder für sich selbst entscheiden ;-).
Kapillarbrechende Schicht (16/32) am besten Schotter, der verdichtet besser als Kies kann auf keinen Fall schaden.



Bevor...



Stimmt alles, bis auf die Bemerkung zur EnEV, denn die EnEV ist Gesetz und nicht Privatsache und es gibt durchaus Situationen, wo mir ein derartiger Gestzesverstoß erhebliche Schwierigkeiten bereiten kann.

Fred Heim



Vielen Dank schon mal-hier weitere Info´s!



Der Boden ist ein reiner Sandboden, das Haus steht auf Usedom. Der Grundwasserspiegel liegt nur 2.5m unterhalb des Fundamentes. Das Haus wurde 2 Jahre nicht benutzt. Der Boden, den ich rausgeschaufelt habe ist ansich verhältnismäßig trocken und auch das Mauerwerk ist dem Alter des Hauses entsprechend in sehr gutem Zustand. Nur die Balken, die halt einfach auf dem Füllmaterial (Erde) lagen sind halt total hin und die Dielen waren furchtbar morsch und stichig! Ich habe vor das gesammte Haus mit einer Fußbodenheizung auszustatten ( EG=150qm) und bis auf Bad und Küche (hier Kacheln bzw. Terakottafliesen) mit Eichendielen zu bedecken!
Nun ja, jetzt weiß ich halt nicht wirklich so weiter. Nun muß ich für die Sohle die Bestellung des Füllmaterials aufgeben, Kalkschotter müßte von weit her angeliefert werden(ca. 50m3), Kies läßt sich im Vergleich zu dem Füllboden (ungewaschener Kies-Sand-Mix, direkt aus der Wand) schlechter verdämmen und ist teurer (doppelt so viel wie Füllboden) aber hat bessere kapillarbrechende Eigenschaften (glaube ich jedenfalls). Tja und dann kommt die nächste Unsicherheit: Folie oder Styropor oder beides??? Styropor wie dick???? Danach Beton, klar, aber welche Stärke und welche Eigenschaften??? Die Wände, ich habe den Putz überall runtergeholt (kam mir z.T. einfach entgegen) wollte ich einfach verputzen, oder aber mit Gipskarton. Da bin ich mir noch nicht so sicher, je nachdem wie ich mich beim Verputzen anstelle! Die Mauern sind übrigens auf Lücke gemauert. Ich weiß nicht, ob das der richtige Ausdruck ist, also wenn in der Wand ein Hohlraum bestehen bleibt. Nun stellt sich auch noch die Frage, ob ich da Iso-Material einblasen sollte. Nun ja, Fragen über Fragen.

Gruß Ulrich