Sparmauerwerk dämmen

02.01.2008



Halo, findet sich irgendwo eine Art Übersicht über die früher gebräuchlichen Sparmauerwerksverbände? Mit diesen Informationen möchte ich im Vorfeld herausfinden, welche Struktur meine Außenwände haben um ggf. eine Kerndämmung einbringen zu können, ohne gleich alles aufbohren zu müssen.

mfg Hans



Sparmauerwerk



gibts eigentlich nicht. Ich vermute mal, dass es sich um Hohlschichtmauerwerk handelt. Und ich kann nur davon abraten, diese Hohlschicht mit Dämmstoff zu füllen, da das Praktisch eine Kerndämmung bedeutet und die dafür erforderlichen Sperren gegen Kondenswasser nicht eingebaut werden können. Böse Falle, da dieser Fehler eigentlich nicht wieder rückgängig zu machen ist. Wenn Dämmung, dann optimalerweise von aussen.
MfG
dasMaurer



Hohlschichtmauerwerk dämmen.



Es kommt ganz auf das Baujahr an. Bevor die ingenieurmäßige Berechnung von Verblendmauerwerk mit VA-Mauerwerksankern sich verbreitete (ab 1970er Jahre etwa), waren Hohlmauern üblich, bei denen die Außenschale mit 5 bis 7 Köpfen pro Quadratmeter in das Hintermauerwerk eingebunden waren. Diese Köpfe stellen in jedem Fall Kältebrücken dar, die durch Kerndämmung nicht auszuschalten sind. Abgesehen von möglicher Schädlichkeit wäre eine Kerndämmung unter diesen Umständen auch höchst ineffektiv.

Grüße vom Niederrhein



zu Sparmauerwerk



Hallo,
Es handelt sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude (keine Außendämmung möglich), dass angefangen 1864 mehrmals um- und angebaut wurde. Die Außenmauern sind 60 cm (EG) und 55 cm (1. Etage) dick. Bei der letzten Sanierung 2000 wurde fesgestellt, dass diese Mauern nicht massiv sind. Die Verbindung zwischen Außen- und Innenschicht erfolgt mittels Ziegeln. Eine detaillierte Dokumentation existiert nicht, Feuchteschäden sind bislang an keiner Stelle zu erkennen.
Bislang war ich der Meinung, Kondenswasser bildet sich in derartigen Strukturen durch die Konvektion innerhalb der Luftschicht an der Innenseite der Außenwand, und eine Unterbindung der Konvektion (hier: Dämmschüttung) sei eher vorteilhaft. Wo liegt mein Denkfehler ???

mfg Hans



Bei eventuell anfallendem Kondenswasser in der Hohlschicht



verteilt sich das auf die gesamte Aussenfläche und wird durch das Mauerwerk nach aussen abgetragen. Bei Dämmung entsteht das Kondenswasser im Dämmstoff und läuft nach unten und wird auf Dauer zu einer Durchfeuchtung des Sockelbereichs führen, deshalb auch bei Neubauten die Z-Folie.
MfG
dasMaurer
PS: bei dem Baujahr und der Wandstärke könnte es sich auch um Altberliner Akkordmauerwerk handeln. Innen- und Aussenschale gemauert, den Hohlraum vollgeschmissen und die letzte Schicht vor Feierabend wieder Korrekt im Verband gesetzt. Wie´s drin aussieht, kann man sich dann vorstellen ;-))).