Aussendämmung bei nicht feuchtigkeitisoliertem Bruchsteinmauerwerk

22.12.2005 Hein



Im Laufe der nächsten Jahre möchte ich unser Haus Bj. 1922 mit einer Aussenisolierung versehen. Es besteht bis zum EG aus Bruchstein und geht dann in ein Mansardendach über. Im Bereich des Dachstuhls sehe ich kaum Probleme. Was mache ich allerdings mit dem Bruchsteinmauerwerk? Vertikale oder horizontale Isolierung gegen Feuchtigkeit besitzt das Mauerwerk nicht - und der Keller ist trocken. Ich möchte hier auch nichts verändern und bin froh, dass ich die hässlichen Kacheln aus den 70ern im Sockelbereich los bin. Die Wand kann jetzt wieder atmen. Kann mir eine hinterlüftete Fassade (z.B. Lattung mit Dämmatten 8-10cm, 2cm Luftspalt und Faserbetonplatten mit Putz - Holzverblendung passt nicht zum Stil) helfen?

Über Erfahrungen mit Isolierungen würde ich mich freuen. Danke!

Thomas



Hallo Thomas um was geht es genau? Du schreibst der Keller ist trocken...



Was meinst Du mit Isolieren? Abdichten oder
Wärmedämmen?
Und was meinst Du mit - jetzt kann die Wand wieder atmen?



Warum



sollte man was gegen Feuchtigkeit tun die noch nicht da ist?
Wichtiger ist ist bei der Dämmung Materialien auszuwählen die eine Austrocknung der Wand nicht behindern.

Viele Grüße Gerd Meurer





Lieber Thomas,

zuerst musst Du mal klären was Du eigentlich willst
- Isolieren (was ?)
- Abdichten (gegen Wettereinflüsse ?)
- Absperren (gegen Feuchtigkeit, die gar nicht da ist?)
- dämmen (gegen Wärmeverlust)
- Investieren (um Dein Haus schöner zu machen?)

Alles birgt bei einem Haus aus Bruchsteinmauerwerk grosse Gefahren, die sich in einer Fernberatung zwar grundsätzlich darstellen lassen (siehe hierzu die vielen früheren Beiträge im Forum), für Dein Haus im Besonderen aber nicht.

Daher mein Rat: Hol Dir einen kompetenten Fachmann/ Fachfrau ins Haus. Das Honorar wird kostengünsig investiert sein, da bin ich mir sicher.

Viel Erfolg,
jh





Hallo zusammen,

ich möchte mit der Wärmedämmung 2 Fleigen mit einer Klappe schlagen:
1. Wärmedämmung: Der Taupunkt liegt nahe der Oberfläche, was man am Kondenswasser merkt, wenn das Sofa mal zu nahe an die Wand rückt. Nebenbei möchte ich natürlich auch Heizkosten sparen.
2. Fassadenerneuerung: Die Fassade ist zwar dicht, benötigt aber mehr als nur einen Anstrich. Ich möchte aber Mineralputz als Aussenhaut erhalten - Holz passt nicht zu diesem Hausstil finde ich.

Der Sockelbericht war mit Fliesen im Mörtelbett verkleidet, die die Feuchtigkeit etwa 10 cm oberhalb austreten ließen. Man konnte das an der abplatzenden Farbe und dem bröselnden Putz erkennen. Die Schicht ließ sich teilweise mit einem Nageleisen! (2 Hübe auf 7 Meter Länge) einfach umlegen und die Wand dahinter wirkte muffig. Jetzt sind die Fugen mit Kalk-Zement-Mörtel unter Zusatz von 1/4 Trass vermörtelt und nicht weiter behandelt. Ich habe keine Ausblühungen, Auswaschungen oder bröselnden Putz mehr. Über diese Fläche kann nach meiner Ansicht die Feuchtigkeit aus dem Erdreich wieder austreten und muß nicht höher in der Wand aufsteigen - z.B. in den Bereich, den ich isolieren möchte.

Der Tip eines Architekten - "Nimm 10 ca Styropor, das atmet genug." kam mir suspekt vor. Dass ein so hydrophobes Material den Wasseraustausch nicht behindern soll, erscheint mir suspekt. Ich möchte dass die Wand abtrocknet, wie Gerd Meurer anmerkte.

Danke für die Anmerkungen

Gruß und viel Bauspaß in 2006

Thomas