Sichtmauerwerk mit Kalkmörtel (Tipps und Tricks)

24.04.2008



Hallo an die Maurerprofis!

Ich möchte mich an das Mauern mit Kalkmörtel heranwagen, da ich eine Ladung alte dunkle, schwere Backsteine aus einem Abbruchhaus bekommen habe (keine Klinker). Entstehen soll der Sockel und die Seitenwände für einen Lehmofen.

Habe selbst bislang nur mit Vormauermörtel auf Zementbasis gearbeitet. Eine richtig gute Anleitung für das Vermauern von Kalkmörtel habe ich bislang im web nicht gefunden, die mir bekannten Maurer schwören auf Zement- oder gerade noch Kalkzementmörtel.

Gibt es Besonderheiten beim Mauern (Wartezeiten bei weiteren Steinlagen etc.)?

Kann man die Fugen im gleichen Zuge bearbeiten (Abziehen mit abgebrochenem Holzstab)?

Wie lange muß ein Längsgewölbe im Unterbau zwischen den beiden 24 iger Außenwänden (ca 60 cm breit)abbinden, bis man es waagerecht mit vermauerten Bruchziegelsteinen (als Grundplatte für den Lehmofen) auffüllen kann oder mauert man dieses besser mit Zementmörtel?

Eventuell kann jemand einem Amateur helfen.


Gruss Eckard



Mauern mit Kalk



Was soll daran so schwer sein?
Mörtel anrühren, Steine bei Bedarf vornässen, loslegen.
Ein Segmentgewölbe, das Schub gibt, sollte erst gesetzt werden, wenn die Mauern genügend fest sind. Bei Kalk dauert das einige Wochen; daher ist hydraulischer Kalk dafür bequemer. Ich habe für den Unterbau meines Ofens auch Abbruchziegel, aber Trasszement verwandt, ebenso für ein Segmentgewölbe als Ofenboden.
Ein paar Empfehlungen von mir:
Ich habe ein Tonnengewölbe mit Lehmmörtel als Brennraum gesetzt, auch die Rückwand.
Darüber bzw. darumherum habe ich eine zweite Gewölbeschale in Trassmörtel einschl. rückwand mit einem 4 cm- Luftspalt zwischen beiden Gewölben gesetzt.
Durch die Hitze kann das innere Gewölbe reißen; die äußere Schale dient mir als Wetterschutz und zur Verbesserung der Wärmespeicherfähigkeit.
Als Boden habe ich die Oberseite des Segmentgewölbes mit Sand aufgefüllt; darauf kamen spezielle Tonplatten für Pizzaöfen. Die Fugen habe ich knirsch gesetzt und zum Rand hin mit lehmigem Sand eingekehrt.
So werden die thermischen Spannungen im Gewölbe minimiert, wenn der Boden sich ausdehnt.
Ohne diese Maßnahmen reißt der Ofen nach dem ersten richtigen Aufheizen, entweder im Scheitel des oberen oder des unteren Gewölbes.

Viele Grüße