Mein Schuppen

11.03.2021 1zelner


Nun kommt der nächste Bauabschnitt an meinem Landhäuschen.

Es handelt sich um die denkmalgeschützte Außenmauer um den Drei-Seiten Hof. Diese geziegelte Mauer ist in den vergangenen 30 Jahren ausgebeult nach außen, einzelne Steine sind herausgefallen bzw. waren mit dem Besen herauszukehren, so lose war der Mörtel.

Es ist mit dem Denkmalamt vereinbart, diese Mauer wieder schön zu machen. Eigentlich stellt diese Mauer die rückwand eines Schuppens da, der auch wieder aktiviert werden soll.

Aus Stabilitätsgründen habe ich mir einen LKW Leichtbausteine besorgt und will die Wand von innen mit den Leichtbausteinen ausführen und die alten Ziegelsteine halb- oder ganzsteinig von außen dagegen mauern. So ist das auch genehmigt.

Am letzten Wochenende sah ich mit Schrecken, dass der Mörtel großflächig in diesem Winter Schaden genommen hat. Offenbar hat der Regen und der Wind (nord-ost) so stark an den Fugen genagt, dass nun wirklich die Steine teilweise mit Hand aus der Mauer zu lösen sind - Steine, die im Sommer noch fest saßen.

Die Mauerecke hatte ich im Jahr davor mit Kalk-Zement Mauermörtel neu aufgebaut - aber auch die hat gelitten.

Meine Frage nun: eigentlich wollte ich die Mauer mit Kalkmörtel setzten - das kann ich wohl vergessen und muss Zement zuschlagen?

Kann ich die alten Steine (die zum Teil etwas bröselig sind noch verwenden oder liegt das Problem bei den alten Steinen?
Ich hätte vor allen Dingen nicht gedacht, dass der Kalk-Zementmörtel auch teilweise aus den Fugen gewaschen würde.

Was empfehlen die Maurer?

Macht es Sinn, die Fugen zu vergüten mit Zusätzen, gegen Feuchtigkeitsaufnahme?

lg
Karl





Hört sich jetzt eher nach einem Problem mit der Haftzugfestigkeit bzw. Flankenhaftung und Frostsprengung infolge von Feuchtigkeit, Material- und Verarbeitungsmängeln an. Auch ein "fluffiger" Kalkmörtel wird ja nicht einfach vom Wind weggeblasen. Dahinter steckt ein Schadenmechanismus den man ergründen sollte. Mehr Zement (Druckfestigkeit) wird wohl nicht die allerbeste Lösung sein.



Mauer aus weichen Ziegeln



wenn die Ziegel so zerbröseln, scheint es sich um weichgebrannte Ziegel zu handeln. Ich habe gerade mal so die Mauern die ich in der Umgebung kenne an meinem inneren Auge vorbeiziehen lassen und habe festgestellt, dass alle steinsichtigen Mauern aus hartbranntziegel bzw. Klinkern bestehen. Vielleicht war die vor Zeiten mal verputzt?



@Pope



Ja, ich vermute, die sind zu DDR Zeiten recycelt worden aus einem Abrisshaus. Die Oberflächen sehen in der Tat nicht nach Klinker oder Hartbranntziegeln aus, sondern eher wie Ziegel aus dem Innenbereich.

Habe gelesen, dass es solche Fugenschlämme zu kaufen gibt und dann eine Art Milch mit welcher die Ziegel wasserabweisend gemacht werden.

Wäre das eine Lösung, die Ziegel trotzdem zu verwenden? Die Statik soll ja durch die Innenwand gegeben werden und die Ziegel sollen das Ganze nur verkleiden.



@ Mario



Ich vermute, dass die Durchfeuchtung zu groß ist und Schlagregen in die Fugen und die Steine gedrungen ist. Frost, Wind und Regen haben dann die Wirkung gezeigt.

Steine und Fugen müssten vielleicht imprägniert werden?



Absprachen mit Denkmalamt



weiche Ziegel sind ungeschützt im Außenbereich nicht verwendbar. Was sagt denn das Denkmalamt zu dem Ganzen ? Denen müßte doch eigentlich klar sein, was passiert.



@Pope



Das Denkmalamt ist eigentlich nur daran interessiert, dass um das Ganze diese oder eine ähnliche Mauer wieder herum läuft.
In der Baubeschreibung hatten wir geschrieben, dass die vorhandenen Ziegel zum Teil ersetzt werden sollen, nach Möglichkeit durch gebrauchte Ziegel.

Hast Du denn Erfahrung mit diesen Mitteln, die Ziegelsteine hydrophob machen?

Taugen die was?

lg
Karl



ziegel hydrophobieren



das hatte ich nicht empfohlen und habe es auch noch nicht gemacht, obwohl ich mal vorhatte die Prophyrgewände der Fenster zu behandeln. Der Steinrestaurator meines Vertrauens hat davon abgeraten, weil es sich wohl an der Oberfläche, so tief wie die Hydrophobierung einzieht, Schollen bilden, die dann abgesprengt werden.
Wie bereits geschrieben, ich vermute, dass die Mauer ursprünglich mal verputzt war, vielleicht kann sich das Denkmalamt auch darauf einlassen.



Ziegel nicht hydrophobieren



Ich kann Pope nur bestätigen, weich gebrannte Ziegel zu hydrophbieren kann fatal enden.
Ich kenne auch so eine Mauer, die mit Wasserglas hydrophobiert wurde, "weil das ja diffusionsoffen bleibt" (so die Aussage des Besitzers).
Das Ende vom Lied war, dass an ca. 25 % der Steine "Scheiben" von ca. 3 - 5 mm Dicke abgeplatzt sind.
Ich war echt überrascht und konnte mir anfangs keinen Reim drauf machen.
Anscheinend wurden die so satt "getränkt", dass das Wasserglas so tief einzog.....

Wäre vielleicht neu verfugen und dann eine Kalkschlämme statt Putz fürs Denkmalamt eine Option?
Die Wand wäre dann zwar weiß, aber immer noch "steinsichtig"... ;-)



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