hilfe - falsche mörtel-beratung?

12.03.2011



hallo,
wir haben uns wegen einer extrem sandig-bröseligen - in den berg gebauten feuchten Sandsteinmauer beraten lassen. ziel war, einen Mörtel zu bekommen, mit dem wir die losen steine wieder stabil verfugen können. nun wurde uns deitermann Spritzbewurf 950 empfohlen (Zement, Quarzsande bis 4 mm Größtkorn, regulierende Zusätze). das scheint mir nicht so sinnvoll, oder? außerdem ist der untere teil der Mauer rausgebrochen. einige stimmen wären dafür, diesen teil auszubetonieren, um der mauer wieder halt zu geben - sinnvoll??
könnte mir hier jemand ganz konkret sagen, welchen mörtel ich dafür wirklich sicher nehmen kann?
würde etwas dafür sprechen, unter die unterste herausgebrochene sandsteinschicht eine lage Dachpappe zu legen, um die Feuchtigkeit von unten abzusperren?
und eine letzte frage: wir haben noch so eine wand, die wir nun von außen frei gelegt haben, dafür wurde uns Deitermann WSP
Sperrputz Kunststoffvergüteter, hydraulisch abbindender wasserundurchlässiger Sperrputz (Zement, mineralische Füllstoffe, regulierende Additive) empfohlen. irgendwie klingt das für mich auch nicht so optimal, aber wie können wir sonst die feuchtigkeit vom Hang in die mauer eindämmen???
es wäre toll, wenn uns jemand helfen könnte und dazu jemand wirklich kompetentes in diesem bereich im rhein-neckar-raum empfehlen könnte!



nachtrag!!



so, jetzt haben wir uns das nochmal genauer angeschaut und diskutiert: der untere teil der mauer (der in der erde liegt und mit der betonierten Bodenplatte abschließt sind ziegelsteine. dann kommt momentan ca. 20 cm nix (was wir mit ziegelsteinen auffüllen wollen) und darüber eine Natursteinwand aus normalen (granit?) steinen und ein paar sandsteinen gemischt. es gibt nun unterschiedliche meinungen: die einen sagen, im unteren ziegelbereich können wir zum verfugen ruhig den Zementmörtel nehmen (den wir da hätten) und überhaupt zum verfugen der wand zementmörtel, da es bei den fugen ja um stabilität geht. und zum Verputzen dann eben kalkprodukte. die andereren sind für reine kalkprodukte von anfang an. und keiner kennt sich aus :-(





Hallo,

wenn sSie im konstruktiven unteren bereich Zement einsetzen, dürfte desewgen kein Schaden angerichtet werden. Alternativ können SI einen hochhydraulischen Kalkmörtel einsetzen.
In Putz gehört aber kein Zement.

Grüße



danke!



heißt das, es wäre unter umständen auch sinvoll, von unten her mit z. b. dachpappe abzudichten? würde es sinn machen, die ganzen fehlenden 20 cm komplett zu betonieren?

dass der putz zementfrei sein muß ist klar - wie ist das mit dem Fugenmörtel im oberen bereich?

vielen dank nochmal...





gibt es denn niemanden, der sich in dem bereich zuständig fühlt?



Stützwand?



Versuchen Sie doch mal mit ein paar Fotos von der Wand.
Ich werde aus Ihren Beschreibungen nicht schlau.

Viele Grüße



ein bild...



kann man es darauf erkennen?



Mauerwerk verfugen



Also es handelt sich um eine Kellerwand!
Da genügt es, fehlende bzw. bröselige Steine nacheinander zu ersetzen bzw. auszutauschen. Nehmen Sie dafür einfache Vollziegel. Nach dem Reparieren der Wand können Sie die Fugen ergänzen.
Als Mörtel zum Ausmauern und zum Verfugen genügt ein einfacher Kalkmörtel. Den können Sie selber aus Weißkalkhydrat und Sand 1:3 anrühren.
Vor dem Verfugen alles Lose ausräumen, die Fugen auskehren, die Wand etwas annässen, Fehlstellen auswerfen. Bei größeren Löchern mit Steinsplittern auszwicken. Den Mörtel mit dem Kellenrücken bzw. dem Fugeisen gut andrücken, nach dem Anziehen die Wand mit einem Annetzer (Bürste) und Kalkschlämpe gut verwaschen. Am nächsten Tag noch mal mit frischer Kalkschlämpe streichen.
Das wars.
Zur zweiten Frage:
Eine Abdichtung mit mineralischer Dichtschlämme ist bei Bodenfeuchte und nicht bindigem Boden völlig ausreichend. Die Wand vorher gut säubern, Fehlstellen im Putz mit Zementputz ausbessern, den Übergang Wandfuß- Fundament gut mit einer Dichtkehle sichern. Dann die Dichtschlämme auftragen, aushärten lassen. Dann einen Anfüllschutz davorstellen und wieder anfüllen.

Viele Grüße



danke!



könnten sie (oder jemand anderes?) noch erklären: gibt es einen unterschied zwischen Luftkalkmörtel (z. b. von solubel) und dem selbst angerührten kalkmörtel?

und: auf meiner telefonischen suche nach einer lösung wurde mir nun vorgeschlagen (und das klang auch sehr gut) die wand von hinten mit luftkalkmörtel zu verputzen und bitumenplatten mit entsprechender vorgelegter Drainage vorzustellen. der vorschlag von ihnen ist ja nun ganz anders....zementputz wird hier ja generell von vielen komplett abgelehnt. jetzt bin ich wieder etwas verunsichert!

die benannte wand ist übrigens nicht bis ganz unten frei gelegt sondern nur in den ersten 2,5-3 metern, was ca. der hälfte der gesamten wand entspricht!



Kellerputz



Hallo Anja:
Zum Putz:
Solubel ist ein hochwertiger, teurer Luftkalkputz für spezielle Anwendungen und Profiverarbeiter.
Für Ihren Zweck als Reparaturmörtel im Keller ist er völlig überflüssig.
Viele seiner Eigenschaften wie Maschinengängigkeit und veränderte Ansteifzeiten brauchen Sie nicht.
Diese Eigenschaften werden mit etwa einem Dutzend Zusätzen wie Borax, essigsaurer Tonerde, Fruchtsäuren, Eiweiß, Zucker, Ziegelmehl usw. erreicht, die Sie teuer mit bezahlen müssen obwohl Sie das gar nicht brauchen.
Luftkalkputz bedeutet, zum Erhärten muß Luft an den Kalk kommen. Deshalb ist auch der Einsatz außen unterhalb der Oberfläche ungünstig, denn Sie müssten Wochen ev. Monate bis zum Verfüllen warten. Solange dauert der Abbindeprozess.
Zementputz ist viel billiger und erhärtet ohne Luftzutritt. In ein paar Tagen kann wieder angefüllt werden.
Übrigens reicht bei Ihnen die Erneuerung des Sockelputzbereiches, das sind etwa 40 cm unterhalb und 40 cm oberhalb des Geländes völlig aus. Hier und im Bereich des Übergangs zum Fundament am Mauerfuß tritt das meiste Wasser an die Wand.
Für den Sockelbereich gibt es mineralische Putzsysteme, bestehend aus Unter- und Oberputz der Mörtelgruppen P III und P II und der Festigkeitsklassen CS II bis CS IV. Die genaue Auswahl muß man vor Ort treffen.

Viele Grüße





:-(
aber ich dachte immer zement darf man nicht auf Sandstein (sind nicht alles sandsteine, aber einige) machen...

aber wie schon oft gesagt: 1000 dank für die lange antwort!