noch einmal: Farbe und Putz auf feuchter Ziegelsteinmauer

25.08.2006



Hallo,
vor einem Jahr hatte ich unser Problem schon einmal geschildert, zu finden unter http://www.fachwerk.de/wissen/putz-mauer-37250.html.
Kurze Zusammenfassung: Durch falsch ausgewählte Farbe platzt diese auf der feuchten Ziegelsteinmauer ab und nimmt auch Teile des Putzes mit. Gefragt hatte ich nach einer Möglichkeit der Ausbesserung des Putzes und bekam auch eine Ausbesserungsanleitung mit Luftkalkmörtel des Herstellers Solubel. Wir (Wohnungseigentümergemeinschaft) hatten jedoch beschlossen, alle Farb- und Putzschichten abzuschlagen und einen neuen Putz aufzutragen. Der um einen Kostenvoranschlag gebetene Handwerksbetrieb schlägt einen „Klebe- und Armierungsmörtel“ vor, in den eine Gewebe als Armierung eingebettet wird. Mir scheint dies ein völlig ungeeigneter Mörtel zu sein. Andererseits gibt Solubel an, dass ihr Luftkalkmörtel für Feuchte Untergründe ungeeignet sei. Ich bin deshalb noch einmal auf den Rat der Forumsmitglieder angewiesen.
Viele Grüße Dettmer



Feuchte Mauer



Solange sie die Ursache der Mauerwerksdurchfeuchtung nicht beheben,können sie drauf putzen und Streichen was sie wollen-es wird nicht lange halten !
Was der Klebe-und Armierungsmörtel da ausrichten soll frag ich mich auch ! Trocken wird die Mauer dadurch bestimmt nicht ! Durch den Zementanteil und der Kunststoffvergütung (frag mich was da "Gut" sein soll ?) des Armierungsmörtels wird die Wand abgedichtet,wahrscheinlich sucht sich die Feuchte dann einen anderen Weg und kommt an anderer Stelle,oben oder seitlich,wieder raus !
Wie gesagt,Feuchteursache beseitigen !



Feuchte



schließe mich hier der Meinung an .Zuers die Mauerwerksfeuchtigkeit in den Griff bekommen dann mit Solubel nacharbeiten.Bitte nicht die Fassade zuteeren.

Gruß Peter





Hallo,
die Wohnhäuser in der Nachbarschaft wurden im Jugendstil, als um 1900, errichtet. Zur Gartenseite hin wurden sie unverputzt gelassen, so dass man die Klinkerbausteine sieht. Man kann wohl davon ausgehen, dass zu dieser Zeit auch die Grenzmauern errichtet wurden. Sie sind aus denselben Klinkersteinen errichtet wie die Gebäude und noch heute großenteils unverputzt gelassen. Wann die Grenzmauern auf unserer Seite verputzt wurden, kann ich nicht feststellen. Der Putz muss jedoch auf die „nasse“ Mauer aufgetragen worden sein und hält praktisch immer noch. Anscheinend ist das Wissen um die Herstellung eines solchen Putzes verloren gegangen. In zwei Foren (diesem und unter http://www.bau.de/forum/aussenwaende/3249.htm ) habe ich um einen Ratschlag gebeten, wie der durch den Auftrag von ungeeigneten Farben und einer weiteren Putzschicht nun doch beschädigten Putz ausgebessert bzw. ersetzt werden kann. Zunächst bekam ich eine detailierte Anleitung zur Ausbesserung des Putzes mit Luftkalkmörtel von Herrn Peter Schneider (http://www.fachwerk.de/wissen/putz-mauer-37250.html). Herr Peter Schneider zog jedoch seine ursprüngliche Empfehlung jetzt zurück und empfahl - wie letztlich alle - , die Ursache für die Feuchtigkeit zu beseitigen . Einig ist man sich auch in der Ablehnung des Klebe- und Armiermörtels.

Die Unterhaltung einer Grenzmauer unterliegt nach nordrhein-westfälischem Nachbarschaftsrecht beiden Nachbarn gemeinsam. Unsere Nachbarn haben weder Interesse an einer Beseitigung der Feuchtigkeit noch an einem Neubau der Grenzmauer. Unsere Gemeinschaft müsste folglich alle Kosten allein tragen. Auch wenn diese Kosten von fünf Eigentümern getragen werden, sind beide vorgeschlagenen Varianten unwirtschaftlich.

Am kommenden Montag ist eine Besichtigung der Mauer mit dem Handwerksbetrieb, der den Klebe- und Armiermörtel vorgeschlagen hat. Bei dieser Besprechung vor Ort werde ich den Vorschlag von Herrn Schneider, Ausbesserung mit Luftkalkmörtel, aufgreifen, auch wenn dieser Vorschlag nicht dem von der Eigentümerversammlung gefassten Beschluss (nach Entfernung des alten Putzes komplett neu verputzen) entspricht. Ggf. muss versucht werden, den Beschluss auf schriftlichem Wege zu ändern (Einstimmigkeit erforderlich!). Auch Saniermörtel scheint mir eine bessere Lösung zu sein als ein "Klebe- und Armiermörtel".

Eine Frage noch insbes. an Herrn Schneider: Was halten Sie von Wasserkalkmörtel? Im Gegensatz zu Luftkalkmörtel soll dieser auch unter Wasser abbinden.

Mit freundlichen Grüßen
Dieter Dettmer



Wasserkalkmörtel



bevor sie wasserkalkmörtel einsetzen sollten sie sich ausreichen dzum thema mörtel informieren.
siehe auch http://www.konrad-fischer-info.de/20bau02.htm

Ich tendiere zu luftkalkmörtel PS20 oder Ps 50

Gruß Peter Scheider



Farbe und Putz auf feuchter Ziegelsteinmauer



hallo herr dettmers..
noch ein paar fragen...

woher kommt die feuchtigkeit..

mit was wurde die fassade verputzt

ist die verfugung unter dem putz im bereich der ziegelsteinmauer noch einwandfrei

was für ein Anstrich ist auf dem putz.

herr dettmers glauben sie bitte nicht an zaubermittel der industrie.es giebt hervorragende traditionelle baustoffe die sich über jahrhunderte bewährt haben..

weitere infos unter http://www.konrad-fischer-info.de/2beton16.htm

Gruß Peter Schneider



Antworten



Hallo Herr Schneider, hier meine Antworten:
Woher kommt die Feuchtigkeit: Es handelt sich um eine frei stehende Mauer. Feuchtigkeit kommt aus dem Erdreich, wobei wir auf unserer Seite vor einigen Jahren im Zuge der Erneuerung der Befestigung des Hofes die Mauer vertikal mit einem Bitumenanstrich versehen haben. Auf der Mauearkrone befindet sich eine überkragende Betonplatte. Auf diese wollen wir Kemperol o. a. aufbringen. Seitlich schlägt bei Wind auch Regen gegen die Mauer.
Ist die Verfugung unter dem Putz noch einwandfrei? Unbekannt. Ich gehe aber davon aus, dass der Fugenmörtel noch einwandfrei ist, weil der Originalputz im wesentlich ebenfalls noch einwandfrei ist.
Was für ein Anstrich ist auf dem Putz? Billige Farbe aus dem Baumarkt. Ich gehe von Dispersionsfarbe aus.

Ich versuche, mich im Internet über Putz und Mörtel zu informieren. Leider fehlt mir das Fachwissen. Mir nutzt es nichts zu wissen, wie sich Wasserkalkmörtel zusammensetzt und dass er zur Mörtelgruppe P 1 b gehört. Auch die für einen Fachmann bestimmt sehr informative Seiten des Instituts für Steinkonservierung e.V. (http://www.institut-rue steinkonservierung.de/themen/Kalk/kalk.html mit weiteren Links, Literaturangaben, Literaturangeboten, Herstellververzeichnissen)nutzen mir ad hoc nicht viel. Vermutliche überschätze ich auch die Feuchtigkeit in der Mauer. Den Ausdruck "feuchte Mauer" habe ich gewählt, weil die Farbe offensichtlich aufgrund von nach außen dringender Feuchtigkeit immer wieder aufplatzt und jetzt auch der aufgebrachte Oberputz von ca. 2 mm Stärke abplatzt.
Mit freundlichen Grüßen